Li­li­en oh­ne Mas­ter­plan

SV Darm­stadt 98 geht die Trai­ner­su­che er­geb­nis­of­fen an

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Darm­stadt (sid). Kräf­tig ma­lo­chen, kaum et­was kos­ten, den Ab­stieg ver­hin­dern und ei­ne er­folg­ver­spre­chen­de Per­spek­ti­ve bie­ten – das An­for­de­rungs­pro­fil für den „Mis­ter X“mit Li­li­en-Gen ist län­ger als so man­che Weih­nachts­wunsch­lis­te. Doch ob der an­ge­schla­ge­ne Fuß­ball-Bun­des­li­gist Darm­stadt 98 zum Fest ei­nen neu­en Trai­ner un­ter dem Christ­baum sit­zen hat, ist we­gen der ho­hen An­sprü­che der Chef­eta­ge frag­lich. Noch ste­hen kei­ne Na­men auf dem Wunsch­zet­tel. „Wir ha­ben null­kom­ma­null Kon­takt zu nie­man­dem bis da­to. Es wä­re nicht okay, wenn ei­ne St­un­de nach

„Wir ha­ben null­kom­ma­null Kon­takt zu nie­man­dem“

der Ent­las­sung schon der Neue auf den Park­platz ge­fah­ren kommt. Wir wer­den uns ge­nü­gend Zeit ge­ben“, sag­te Prä­si­dent Rü­di­ger Fritsch, und ver­wies da­mit al­le Spe­ku­la­tio­nen ins Reich der Fa­beln: „Ich kann nicht sa­gen, ob wir nächs­te Wo­che Frei­tag oder erst in zwei Wo­chen et­was ver­mel­den kön­nen. Das ist ja kein Wunsch­kon­zert. Es muss ja je­mand sein, der sich Darm­stadt vor­stel­len kann.“

Am Mon­tag hat­te sich der Ta­bel­lenD­ritt­letz­te (acht Punk­te) von Trai­ner Nor­bert Mei­er und Sport­di­rek­tor Hol­ger Fach ge­trennt. Die sechs­te Pflicht­spiel­plei­te in Fol­ge (0:2 ge­gen den Ham­bur­ger SV) war zu viel. Der Coach, der erst im Som­mer Dirk Schus­ter ab­ge­löst hat­te, und der Sport­chef muss­ten ge­hen. Da war die Stim­mung be­reits ge­kippt. Zu­vor wa­ren die Li­li­en mehr als drei Jah­re auf ei­nem Hö­hen­flug ge­we­sen, der sie von der Drit­ten Li­ga in die Eli­te­klas­se und in der ver­gan­ge­nen Sai­son zum Klas­sen­ver­bleib führ­te. Doch nun ver­lo­ren die Fans die Lust auf den de­struk­ti­ven Fuß­ball am Böl­len­fall­tor. Als In­te­rims­trai­ner wird Ra­mon Bern­droth, der Lei­ter des Nach­wuchs­zen­trums, fun­gie­ren. Er wird am Sams­tag im Punkt­spiel beim SC Frei­burg (15.30 Uhr) auf der Bank sit­zen. Zur Dau­er­lö­sung soll Bern­droth aber nicht wer­den. „Wir wol­len uns für die Zu­kunft auf­stel­len, des­halb wird er da kei­ne Rol­le spie­len“, äu­ßer­te Fritsch: „Es geht jetzt dar­um, ei­nen pro­fes­sio­nel­len Trai­nings­be­trieb auf­recht­zu­er­hal­ten. Das trau­en wir ihm zu.“

Bern­droth soll dem Club Zeit er­kau­fen, da­mit Fritsch und Co. bei der Su­che nach ei­ner neu­en sport­li­che Lei­tung nicht all­zu sehr un­ter Druck ge­ra­ten.

„Wir ge­hen da er­geb­nis­of­fen ran und schau­en, was das Bes­te für uns ist. Das heißt aber nicht, dass wir die nächs­ten vier­ein­halb Mo­na­te über­le­gen“, sag­te der Club­chef: „Wir ge­hen nicht nach Hau­se, set­zen uns in die Sau­na und war­ten bis die Spie­le vor­bei sind.“Fritsch gab je­doch ganz of­fen zu, dass er noch kei­nen Mas­ter­plan bei der Trai­ner­su­che ha­be.

FORSCHEN SCHRITTES mach­te sich In­te­rims­coach Ra­mon Bern­droth zu sei­ner ers­ten Trai­nings­ein­heit in Darm­stadt auf. Fo­to: dpa

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