Pforz­hei­mer Ori­gi­nal mit Flie­ge

Bi­bi Kreutz fei­ert heu­te sei­nen 80. Ge­burts­tag

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

We­sen und Wir­ken, Er­schei­nung und Vi­ta wei­sen ihn gera­de in ei­ner Zeit bis­wei­len lang­wei­li­ger Gleich­ma­che­rei als un­ver­wech­sel­ba­res Pforz­hei­mer Ori­gi­nal aus. Man­nig­fal­tig neh­men sich je­ne Ge­bie­te aus, in de­nen Sieg­fried Kreutz, der längst den Na­men „Bi­bi“trägt, seit vie­len Jah­ren un­ver­wech­sel­ba­re Duft­mar­ken hin­ter­las­sen hat und noch im­mer setzt. Heu­te fei­ert der Chef der von ihm 1964 ge­grün­de­ten Ge­bäu­de­rei­ni­gungs-Fir­ma in sei­ner Hei­mat­stadt den 80. Ge­burts­tag.

Der wasch­ech­te Pforz­hei­mer, der in der Zäh­rin­ger Al­lee das Licht der Welt er­blick­te, ist in der Gold­stadt be­kannt wie ein bun­ter Hund – nicht al­lein we­gen sei­nes Hu­mors, eben­so we­gen sei­ner um­trie­bi­gen Ak­ti­vi­tä­ten auf der Kla­via­tur des Le­bens. Der Mann mit Glat­ze und Flie­ge, der ei­gent­lich Pfar­rer wer­den woll­te, her­nach in­des­sen auf ge­schäft­li­chem, kul­tu­rel­lem und sport­li­chem Ge­biet meist die ers­te Gei­ge spiel­te, ist für ho­hes En­ga­ge­ment in der Gold­stadt mit zahl­rei­chen Eh­run­gen be­dacht wor­den.

Ge­nau ge­nom­men war’s nicht die Gei­ge, son­dern die Tas­ta­tur des Kla­viers, wel­che der Ju­bi­lar seit vie­len Jah­ren ge­konnt und aus­drucks­stark in Be­we­gung ver­setz­te und die ihn zu ei­ner be­kann­ten Per­sön­lich­keit wer­den ließ. Jazz wur­de sei­ne gro­ße Lei­den­schaft in der Mu­sik – ge­gen den Wil­len sei­nes Va­ters, der als Di­rek­tor des Reuch­lin-Gym­na­si­ums einst noch Vor­be­hal­te ge­gen „Ne­ger­mu­sik“be­saß. Und auch fürs Bo­xen ent­wi­ckel­te Bi­bi Kreutz ein Fai­b­le, was dem Herrn Pa­pa eben­so miss­fiel.

Sol­che Pas­si­on führ­te da­zu, dass der heu­te 80-Jäh­ri­ge im Jahr 1955 mit wei­te­ren Ge­folgs­leu­ten den „Jazz­club 55“ins Le­ben rief und er noch heu­te mit sei­ner „Pent­house-Di­xie­land-Jazz­band“bei et­wa 20 Auf­trit­ten im Jahr Fans und Zu­hö­rer er­freut. High­light in­ner­halb sei­ner Kar­rie­re als Pia­nist die­ser Grup­pe war 1995 die Ver­lei­hung der Eh­ren­bür­ger­schaft von New Or­leans, als Bi­bi Kreutz samt 112 Be­glei­ter aus Pforz­heim und Um­ge­bung der Ge­burts­stät­te des Jazz ih­re Auf­war­tung ge­macht hat­ten. „Wir ga­ben mit un­se­rer Band dort sie­ben Kon­zer­te, es war ein rie­si­ges Er­leb­nis“, schwärmt Kreutz noch heu­te.

„Täg­lich dan­ken für al­les Gu­te, aber auch für das ver­meint­lich Un­gu­te, des­sen Sinn ich oft nicht so­fort er­ken­ne“: Ei­ne sol­che Weis­heit hat der Ju­bi­lar sich zum Pa­ra­me­ter im täg­li­chen Le­ben er­ko­ren. Bi­bi Kreutz, der den Hu­mor ei­nes Karl Va­len­tin oder ei­nes Lo­ri­ots mag, auch über sich selbst herz­haft la­chen kann, en­ga­gier­te sich als kon­takt­freu­di­ger Zeit­ge­nos­se in­ten­siv auch in manch an­de­ren Be­rei­chen. Als Nach­fol­ger von Gün­ter Becht stand er ein Vier­tel­jahr­hun­dert dem Box­ring „Blau-Weiß“Pforz­heim bis 2013 als Prä­si­dent vor, noch heu­te fun­giert er als Fach­wart Bo­xen im Sport­kreis Pforz­heim Enz­kreis. Über et­li­che Jah­re be­wies er kom­mu­na­les In­ter­es­se in der FDP, er war vor­mals Mit­glied des Por­sche-Clubs und ge­hört nach wie vor un­ter an­de­rem den Löbli­chen Sin­gern, dem Ver­kehrs­ver­ein, „Pforz­heim mit­ge­stal­ten“und dem „1. Gold­stadt-Pfei­fen­rau­cher-Club Pforz­heim“an.

So aus­ge­prägt sein En­ga­ge­ment auf vie­len Ge­bie­ten war und ist, so zahl­reich wa­ren man­nig­fal­ti­ge Eh­run­gen, die Bi­bi Kreutz zu­teil wur­den. Die Stadt Pforz­heim et­wa be­dach­te ihn 2008 mit der Bür­ger­me­dail­le, der Ba­di­sche Sport­bund in die­sem Jahr mit der Eh­ren­me­dail­le, nach­dem der hie­si­ge Sport­kreis Pforz­heim ihn be­reits vor 20 Jah­ren aus­ge­zeich­net hat­te.

Der Fan von hin­ter­sin­ni­gem Hu­mor, dem Bra­chi­al­blö­de­lei ein Graus be­deu­tet, ist sei­ner Fir­ma bis heu­te ak­tiv ver­bun­den. Nach­dem sei­ne Frau und ei­ne Toch­ter vor ei­ni­gen Jah­ren ver­star­ben, wird er sei­nen Eh­ren­tag zu­vör­derst mit bei­den Söh­nen fei­ern. Als „schil­lern­den Schön­geist mit aus­ge­präg­ter Per­sön­lich­keits­struk­tur“be­schrieb den 80-Jäh­ri­gen einst ein Pforz­hei­mer Jour­na­list. Sei­ne viel­sei­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten ha­ben Bi­bi Kreutz zu­dem zu ei­nem un­ver­wech­sel­ba­ren Ori­gi­nal wer­den las­sen. Ger­not Ot­to

Fo­to: Ku­ri­er-Ar­chiv

FÜR DEN WELTMEISTERTITEL 1993 im Crui­ser­ge­wicht der Box­pro­fis ehr­te „BlauWeiß“-Vor­sit­zen­der Bi­bi Kreutz (links) Cham­pi­on Mar­kus Bott.

BI­BI KREUTZ ist in Pforz- heim viel­fach ak­tiv. Fo­to: eh

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