Ge­konnt ver­dich­tet

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN -

„Auf­bruch“(Das Ers­te, 20.15 Uhr): Ei­ne jun­ge Frau geht ih­ren Weg – und die­ser Weg ist ein an­de­rer als der, der ihr durch ih­re Her­kunft und durch die ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se vor­ge­zeich­net ist. Ge­gen En­de der Ade­nau­er-Ära ge­hör­ten Frau­en im­mer noch an den Herd und nicht auf die Uni­ver­si­tät, schon gar nicht, wenn sie zu­dem noch aus ei­ner Ar­bei­ter­fa­mi­lie kom­men. Die ge­schei­te, wiss­be­gie­ri­ge Hil­la Palm (An­na Fischer), die un­be­dingt Schrift­stel­le­rin wer­den will – un­ver­kenn­bar das Al­ter Ego der Au­to­rin Ul­la Hahn – setzt den Weg fort, den sie schon im Vor­gän­ger­film „Teu­fels­bra­ten“be­tre­ten hat. Ihr pri­va­ter Ver­such der Eman­zi­pa­ti­on geht in die­ser Fort­set­zung ein­her mit so­zia­len und kul­tu­rel­len Um­brü­chen, die sich in den frü­hen 60er-Jah­ren be­reits an­deu­ten. Die Ju­gend muckt auf ge­gen das Dik­tat der El­tern­ge­ne­ra­ti­on, auf den Plat­ten­tel­lern dre­hen sich die ers­ten Beat­les-Plat­ten, und den El­tern wer­den un­an­ge­neh­me Fra­gen nach ih­rem Tun und Las­sen im „Drit­ten Reich“ge­stellt. Her­mi­ne Hunt­ge­burth hat mit dem Dreh­buch­au­tor Vol­ker Ein­rauch Ul­la Hahns Le­bens­ro­man ge­konnt ver­dich­tet, mit Darstel­lern, die auf Hoch­deutsch und in Kölsch den rich­ti­gen Ton tref­fen, und nicht zu dick auf­ge­tra­ge­nem Zeit­ko­lo­rit. pe­ko

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