Ita­li­en sucht ei­ne neue Re­gie­rung

Prä­si­dent Mat­ta­rel­la nimmt Ren­zis Rück­tritt an

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Rom (dpa). Drei Ta­ge nach der schwe­ren Schlap­pe beim Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum in Ita­li­en ist Mat­teo Ren­zi als Mi­nis­ter­prä­si­dent zu­rück­ge­tre­ten. Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rel­la nahm ges­tern des­sen Rück­tritts­ge­such un­ter Vor­be­halt an, wie der Se­kre­tär des Prä­si­den­ten­pa­lasts, Ugo Zam­pet­ti, am Abend in Rom mit­teil­te. Mat­ta­rel­la bat die Re­gie­rung, die lau­fen­den Ge­schäf­te vor­läu­fig wei­ter­zu­füh­ren. Der Prä­si­dent muss nun ei­ne neue Re­gie­rung für das wirt­schaft­lich stark an­ge­schla­ge­ne Land fin­den. Die Kon­sul­ta­tio­nen mit den Par­tei­en im Par­la­ment sol­len heu­te Abend be­gin­nen.

Noch ist un­klar, wer auf den 41-jäh­ri­gen Flo­ren­ti­ner Ren­zi folgt. Als ein Fa­vo­rit wird der par­tei­lo­se bis­he­ri­ge Wirt­schafts­und Fi­nanz­mi­nis­ter Pier Car­lo Pa­do­an ge­han­delt. Mat­ta­rel­la könn­te sich auch für Se­nats­prä­si­dent Pie­tro Gras­so ent­schei­den. Der 71-jäh­ri­ge Ju­rist und Staats­an­walt war einst Ma­fi­aJä­ger und hat­te vor der Ve­rei­di­gung Mat­ta­rel­las En­de Ja­nu­ar 2015 des­sen Pos­ten über­gangs­wei­se in­ne. Wei­te­re Na­men sind Kul­tur­mi­nis­ter und PDSchwer­ge­wicht Da­rio Fran­ce­schi­ni und Ver­kehrs­mi­nis­ter Gra­zia­no Del­rio. Ren­zi bleibt in­des Par­tei­chef der So­zi­al­de­mo­kra­ten. Bei der Su­che nach ei­ner neu­en Re­gie­rung wer­de der Par­ti­to De­mo­cra­ti­co (PD) Mat­ta­rel­la zur Sei­te ste­hen, sag­te Ren­zi bei ei­ner Sit­zung des na­tio­na­len Füh­rungs­krei­ses sei­ner Par­tei ges­tern in Rom. Als Par­tei­chef könn­te Ren­zi bei den nächs­ten Par­la­ments­wah­len als PD-Spit­zen­kan­di­dat wie­der an­tre­ten. Ren­zi war fast drei Jah­re lang im Amt – so lang wie nur we­ni­ge Mi­nis­ter­prä­si­den­ten vor ihm.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Pa­do­an gilt als Fa­vo­rit

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