Kaum Schwung in der Wet­ter­kü­che

Wit­te­rungs­be­ding­te Weih­nachts­stim­mung kommt in der nächs­ten Zeit nicht auf

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ju­li­us Sand­mann

Karls­ru­he. Am Sonn­tag wird auf dem Ad­vents­kranz schon die drit­te Ker­ze an­ge­zün­det – das Wet­ter passt al­ler­dings nicht zur vor­weih­nacht­li­chen Zeit. Auch am Wo­che­n­en­de geht es ähn­lich be­trüb­lich wei­ter. Do­mi­nik Jung vom On­line-Wet­ter­dienst Qmet ver­wen­det so­gar den Be­griff „Gam­mel­wet­ter“. Sprich: Auf der Couch ist es schö­ner als an der fri­schen Luft. Im­mer­hin wer­de es et­was wär­mer: „In Karls­ru­he gibt es ei­nen Sprung auf acht, neun oder viel­leicht so­gar zehn Grad Cel­si­us. Die Son­ne lässt sich ab und zu mal bli­cken, teil­wei­se gibt es aber auch Hoch­ne­bel.“

Nachts soll es eben­falls nicht mehr ganz so kalt wer­den, meist um die null Grad. Die gro­ße Wen­de zum Win­ter­wet­ter bleibt al­ler­dings aus. „Da ist eben nicht viel Schwung in der Wet­ter­kü­che“, sagt Jung. Am drit­ten Ad­vent soll es im­mer­hin tro­cken blei­ben, höchs­tens abends könn­te es ein biss­chen tröp­feln. Grund zur Freu­de gibt es am Wo­che­n­en­de al­ler­dings für Al­le, die ge­ra­de un­ter Fe­in­staub­be­las­tung lei­den – wie et­wa im Stutt­gar­ter Kes­sel, wo in der Nacht zum Sonn­tag des­we­gen er­neut Alarm aus­ge­löst wur­de. Denn die In­ver­si­ons­wet­ter­la­ge – in hö­he­ren La­gen ist es wär­mer als in tie­fe­ren – än­dert sich. „Das ist wie ein De­ckel auf ei­nem Topf und jetzt erst mal vor­bei, weil ein biss­chen Be­we­gung in die At­mo­sphä­re kommt und mehr durch­mischt wird“, er­klärt Jung. Das kann sich dann po­si­tiv auf die Fe­in­staub­be­las­tung aus­wir­ken.

Auf­grund die­ser In­ver­si­ons­wet­ter­la­ge gab es in der ver­gan­ge­nen Ta­gen in man­chen Re­gio­nen auch das Phä­no­men des In­dus­trie­schnees, er­klärt Jung: „Das sind Emis­sio­nen aus ver­schie­de­nen Fa­b­ri­ken – Was­ser­dampf, auch klei­ne Par­ti­kel­teil­chen – an de­nen sich Eis­kris­tal­le aus­bil­den, die auf die Er­de fal­len. Dann ha­ben sie so ei­nen ganz leich­ten Pul­ver­schnee.“Ei­nen klei­nen Tipp, wo es viel­leicht doch noch ein „ech­tes“wei­ßes Wo­che­n­en­de ge­ben könn­te, hat BNNWet­ter­ex­per­te Jung noch pa­rat: „Wahr­schein­lich wä­re es auf­grund der La­ge na­tür­lich in der Feld­berg­re­gi­on im Schwarz­wald oder auf der Schwä­bi­schen Alb. Da könn­te es am Sonn­tag oder Mon­tag ein biss­chen Schnee ge­ben. Aber an­sons­ten ist nichts in Sicht.“

In der nächs­ten Wo­che sol­len die Tem­pe­ra­tu­ren auf bis zu fünf Grad fal­len, sagt Jung. „Aber bis zum vier­ten Ad­vent ist nichts Span­nen­des in Sa­chen Win­ter in Sicht. Al­so kein Schnee für Karls­ru­he und die Re­gi­on.“Da­für dro­he auch kei­ne Glät­te auf den Au­to­bah­nen. Die wich­tigs­te Fra­ge für die nächs­ten Wo­chen, ob es wei­ße Weih­nach­ten ge­ben wird, ist für Jung noch völ­lig of­fen. Warm- und Kalt­luft lä­gen nah bei­ein­an­der. „Es ist sehr kalt in Ost­eu­ro­pa, Rich­tung Russ­land, Si­bi­ri­en, und re­la­tiv mild in Süd­west­eu­ro­pa – und wir sit­zen mit­ten drin.“

Po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Fe­in­staub­be­las­tung

ALS BIS­HER EIN­ZI­GER LIFT IN DER RE­GI­ON hat das Sei­bels­eck­le in See­bach ge­öff­net. Der Schnee je­doch, auf dem schon ein paar Ski- oder Snow­board­fah­rer den Hang hin­un­ter­bret­tern, kommt durch künst­li­che Be­schnei­ung mit der Schnee­ka­no­ne zu­stan­de. Fo­to: Kör­ner

AUCH DIE­SER SCHNEE ist kein Na­tur­pro­dukt: In­dus­trie­schnee gab es vor al­lem bei Stutt­gart zu se­hen. Fo­to: Ro­sar

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