Tol­le Aus­bli­cke und ein Wal­d­er­leb­nis­pfad

Bern­ba­cher Run­de führt über luf­ti­ge Hö­hen

Pforzheimer Kurier - - WAS - WANN - WO / WETTER - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Wer­ner Nest­ler

Mar­x­zell-Frau­en­alb. Wald­lehr­pfa­de und Wein­lehr­pfa­de ha­ben die Ei­gen­schaft, meist mit we­ni­gen Ki­lo­me­tern zu kurz für „ech­te“Wan­de­run­gen zu sein. So ist es zum Bei­spiel auch mit dem Bern­ba­cher Er­leb­nis­pfad um den Hardtberg, der auf zwei Ki­lo­me­tern zwar ei­ni­ges zu bie­ten hat, we­gen der kur­zen Stre­cke aber nicht so rich­tig wahr­ge­nom­men wird. Wir ha­ben ihn nun in ei­ne zehn Ki­lo­me­ter wei­te Run­de von Frau­en­alb über Bern­bach und Kul­len­müh­le ein­ge­baut und so die Ge­samt­stre­cke auf zwölf Ki­lo­me­ter ver­län­gert. Da­zu kom­men noch Hö­he­punk­te wie der Klos­ter­pfad von Her­re­n­alb nach Frau­en­alb und die Be­sich­ti­gung der Rui­ne des ehe­ma­li­gen Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen-Klos­ters. Au­ßer­dem ist die­ses als Aus­gangs­punkt so­wohl mit der Alb­tal­bahn wie mit dem Au­to gut zu er­rei­chen. Zum Ab­schluss bie­tet sich die Gast­stät­te „Kö­nig von Preu­ßen“als Ein­kehr­mög­lich­keit an.

Start­punkt zur Bern­ba­cher Run­de ist ober­halb der Rui­ne an der Wan­der­sta­ti­on „Frau­en­alb“auf 318 Me­tern Mee­res­hö­he. In Rich­tung „Frau­en­al­ber Stei­g­le“und „Bern­bach“stei­gen wir auf den stramm auf­wärts füh­ren­den Weg ein, ge­win­nen schnell an Hö­he und kön­nen von er­höh­ter War­te ei­nen Blick über die Rui­ne nach Schiel­berg ge­nie­ßen. In ei­ner Haar­na­del­kur­ve hal­ten wir rechts, kom­men auf ei­ner eben­er­di­gen Pas­sa­ge an der „stärks­ten Dou­gla­sie“des Alb­tals vor­bei – und schon geht es dem gel­ben Rhom­bus fol­gend wie­der steil auf­wärts. Bei der Sta­ti­on „Frau­en­al­ber Stei­g­le“sind wir schon 445 Me­ter hoch. Mäch­ti­ge Bu­chen säu­men den Weg zum „Bern­ba­cher Stei­g­le“, da­nach hal­ten wir zum Schluss­an­stieg links zu den Sta­tio­nen „Zie­gen­bu­ckel“und „Groß­klos­ter­wald“, wo wir mit 520 Me­tern den höchs­ten Punkt un­se­rer Wan­de­rung er­reicht ha­ben.

Beim Wald­aus­gang an der „Bern­ba­cher Hei­de“lädt uns ei­ne Bank zur Rast mit Blick zum Bern­ba­cher Haus­berg „Tann­schach“so­wie zum Mau­zen- und Bern­stein ein. Schnell sind wir nun bei der Fest­hal­le, ver­las­sen dort links ab die Haupt­rou­te und fin­den nach hun­dert Me­tern den Ein­stieg auf den in­ter­es­san­ten Er­leb­nis­pfad, der uns mit sei­nen 29 In­for­ma­ti­ons­ta­feln viel Wis­sens­wer­tes über Wald, Tier­be­stand und Geo­lo­gie ver­mit­telt. Un­ge­fähr in der Mit­te liegt beim Wen­de­punkt die eins­ti­ge Pflan­zen­schul­hüt­te, wo sich eben­falls ein nett ge­stal­te­ter Rast­platz be­fin­det. Dort fin­det man auch ei­nen Bie­nen­stand so­wie ei­nen mäch­ti­gen Baum­stamm, des­sen Vo­lu­men es zu er­ra­ten gilt – man braucht nur das De­ckel­chen zu lüp­fen um die Ant­wort zu fin­den – so wie vie­ler­orts längs der Stre­cke zur Er­ken­nung der Baum­ar­ten. Mit dem „run­den Tisch“(ei­nem St­ein­ge­bil­de) ist ei­ne Ra­ri­tät zu be­sich­ti­gen, zu­sam­men mit In­for­ma­tio­nen über die Geo­lo­gie des ge­sam­ten Her­re­n­al­ber Spren­gels. Ein sti­li­sier­ter „Hai im Wald“, ein Klang­gar­ten und ei­ne stil­le Ecke („Neh­me Din­ge wahr, die mit of­fe­nen Au­gen oft nicht hör­bar sind oder über­hört wer­den“) run­den den ganz be­son­de­ren Er­leb­nis­pfad ab.

Sind wir wie­der bei der Fest­hal­le an­ge­kom­men, bie­gen wir auf die Frau­en­al­ber Stra­ße zur Sta­ti­on „Kir­che“ein, er­rei­chen dort die Fahr­stra­ße, ge­hen we­ni­ge Me­ter links und „schlei­fen“auf den Sä­ge­berg­weg ein, der uns am gleich­na­mi­gen Berg­hang ent­lang hin­un­ter nach Kul­len­müh­le ge­lei­tet, wo wir auf den von Her­re­n­alb nach Ett­lin­gen füh­ren­den Graf-Rhena-Weg sto­ßen, der au­ßer­dem als Klost­erweg nach Frau­en­alb ge­zeich­net ist. Ent­lang des aus­sichts­rei­chen Alb­tal­we­ges pas­sie­ren wir über­dies die mit ei­nem Schil­der­häus­chen be­stück­te eins­ti­ge „Staats­gren­ze“zwi­schen Würt­tem­berg und Ba­den, die mit­tel­al­ter­li­che Grenz­ord­nung ist qua­si bis heu­te ge­blie­ben: Frau­en­alb ge­hört zum ba­di­schen Land­kreis Karls­ru­he, Her­re­n­alb zum würt­tem­ber­gi­schen Land­kreis Calw. Au­ßer­dem er­fah­ren wir an den blau­en In­fo-Säu­len des Klos­ter­pfa­des, dass an­no 1525 ein Waf­fen­still­stand zwi­schen dem Adel und den Bau­ern­re­bel­len ge­schlos­sen wur­de und dass 1535 der Abt Lu­kas die neue evan­ge­li­sche Klos­ter­ord­nung des würt­tem­ber­gi­schen Her­zogs ver­kün­de­te. Und schon sind wir wie­der im Be­reich der Frau­en­al­ber Rui­ne und kön­nen vor der Ein­kehr auf meh­re­ren Schil­dern noch die Ge­schich­te des Klos­ters nach­le­sen.

BNN-Wan­der­bü­cher

Mehr Wan­der­tipps gibt es im Wan­der­buch „Rhein, Re­ben und Rui­nen“von Ja­ni­na Beu­scher so­wie in der zwei­ten Auf­la­ge von „50 BNN-Wan­der­tipps“, ei­ner Samm­lung von Tou­ren un­se­rer Au­to­ren. Die Bän­de sind für je zwölf Eu­ro in den BNN-Ge­schäfts­stel­len so­wie dem Buch­han­del der Re­gi­on er­hält­lich.

START UND ZIEL der Wan­der­rou­te, zu der ein Wal­d­er­leb­nis­pfad ge­hört, ist die be­ein­dru­cken­de Klos­ter­rui­ne Frau­en­alb, die so­wohl mit der Alb­tal­bahn als auch per Au­to gut zu er­rei­chen ist. Fo­to: Nest­ler

ET­WA ZWÖLF KI­LO­ME­TER be­trägt die Stre­cke, die auch über Bern­bach führt. In­fo-Gra­fik: Sch­laich

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