„Aus­nahms­wei­se rich­tig schlecht“

Lö­wen-Er­folg in Lem­go fällt we­gen löch­ri­ger Ab­wehr be­schei­den aus

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Rein­hard Sogl

Mann­heim. Als das nach Mei­nung von Patrick Gro­etz­ki „schlech­tes­te Sai­son­spiel“der Rhein-Neckar Lö­wen für sie doch noch ein ver­söhn­li­ches En­de ge­nom­men hat­te, herrsch­te ei­ne Mi­schung aus Er­leich­te­rung und Selbst­kri­tik beim Deut­schen Meis­ter. „Mit den zwei Punk­ten sind wir zu­frie­den, mit der Ab­wehr­leis­tung nicht“, sag­te der Sport­li­che Lei­ter Oli­ver Rog­gisch nach dem 35:32(19:17)-Sieg ge­gen den ab­stiegs­be­droh­ten TBV Lem­go.

Al­so Haupt­sa­che ge­won­nen und nach Punk­ten (26:2) gleich­auf ge­blie­ben mit den Kon­kur­ren­ten aus Flens­burg und Kiel. Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen sprach denn auch ein di­ckes Lob aus an den kampf­star­ken Geg­ner, be­fand auch die An­griffs­leis­tung als ei­nes Spit­zen­teams wür­dig, nicht aber die To­re­ver­hin­de­rung: „Un­se­re Ab­wehr war heu­te aus­nahms­wei­se rich­tig schlecht. Wir ha­ben uns zu we­nig be­wegt. Vor­ne aber wa­ren wir stark, des­we­gen ha­ben wir ge­won­nen.“Wie schon am Sams­tag ge­gen Han­no­ver rag­te Ka­pi­tän An­dy Schmid er­neut mit elf To­ren her­aus.

Mit ei­ner Schreck­se­kun­de hat­te die Par­tie be­gon­nen. Ei­ne hal­be Mi­nu­te war ge­ra­de ge­spielt, als Schmid ei­nen Schlag ge­gen den Mu­si­kan­ten­kno­chen be­kam. Der Re­gis­seur ver­ließ mit schmerz­ver­zerr­ter Mie­ne die Plat­te, um sich be­han­deln zu las­sen. Die kurz­zei­ti­ge Ab­senz des Spi­ri­tus Rec­tor fiel aber nicht ins Ge­wicht, weil die Lö­wen in Per­son von Gro­etz­ki zwei er­folg­rei­che Tem­po­ge­gen­stö­ße lie­fen. Als Schmid in der fünf­ten Mi­nu­te zu­rück­kehr­te, lag der Fa­vo­rit den­noch nur mit 3:2 vorn, weil sei­ne Ab­wehr zu viel zu­ließ. Wei­te­re Schnellan­grif­fe durch Gud­jon Valur Si­gurds­son und Alex­an­der Pe­ters­son brach­ten zwi­schen­zeit­li­che Drei-To­re-Füh­run­gen. Aber weil die Lö­wen auch in der Fol­ge­zeit zu we­nig ag­gres­siv ver­tei­dig­ten, ge­lang den Gäs­ten in der 18. Mi­nu­te gar der 11:11-Aus­gleich. Dass die Gast­ge­ber vor 6 154 Zu­schau­ern we­nigs­tens mit ei­nem Zwei-To­re-Pöls­ter­chen in die Pau­se gin­gen, hat­ten sie ei­nem Ge­nie­streich von Schmid zu ver­dan­ken, der zwei Se­kun­den vor der Si­re­ne ei­nen Frei­wurf di­rekt ver­wan­del­te.

Wer auf ei­ne bes­se­re zwei­te Hälf­te hoff­te, sah sich ge­täuscht. Auch ei­nen Fünf-To­re-Vor­sprung konn­ten die Lö­wen nicht hal­ten, weil sich die Ab­wehr wei­ter­hin als löch­rig er­wies und Tor­hü­ter Mi­ka­el Ap­pel­g­ren kaum ei­nen Ball zu fas­sen be­kam. Ja­cob­sen be­or­der­te Er­satz­kee­per Lu­kas Bau­er ins Tor, der mit zwei Pa­ra­den we­sent­li­chen An­teil dar­an hat­te, dass die Lö­wen bis zur 54. Mi­nu­te auf 33:28 da­von­zie­hen konn­ten. „Das war heu­te ei­ne coo­le Zeit für mich“, sag­te der Stamm­tor­hü­ter der zwei­ten Mann­schaft, der der­zeit den ver­letz­ten Andre­as Palicka ver­tritt.

MEHR AR­BEIT ALS ER­WAR­TET hat­ten die Rhein-Neckar Lö­wen mit Alex­an­der Pe­ters­son (rechts) beim TBV Lem­go mit Chris­ti­an Klimek. Am En­de setz­te sich der Ta­bel­len­drit­te aber mit 35:32 durch. Fo­to: GES

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.