„Ein gro­ßes Po­ten­zi­al beim Ar­beits­vo­lu­men“

Kla­re An­sa­gen bei der Er­öff­nung Kon­takt­stel­le Frau und Be­ruf bei der IHK Nord­schwarz­wald

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Ei­gent­lich, so Tan­ja Traub, wä­re es ihr am liebs­ten, wenn sie gar nicht da ste­hen müss­te, wo sie steht: Von der Büh­ne in ei­nem Raum der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer Nord­schwarz­wald (IHK) setzt die Ge­schäfts­füh­re­rin den of­fi­zi­el­len Start­schuss für die Kon­takt­stel­le Frau und Be­ruf Nord­schwarz­wald – und da­mit für die Be­ra­tungs­stel­len in Pforz­heim und bei der IHK in Na­gold.

Da es aber im­mer noch nö­tig ist, Frau­en im Be­rufs­le­ben den Weg zu eb­nen, steht Tan­ja Traub zu die­sem An­lass vor et­wa 60 Gäs­ten und Red­nern, die sich nicht nur ge­gen­sei­tig auf die Schul­ter klop­fen, son­dern auch Ta­che­les re­den zu dem The­ma.

Bei ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on zum Bei­spiel, zu der Pro­fes­so­rin El­ke Theo­bald Mi­nis­te­ri­al­rä­tin Bir­git Bu­sch­mann so­wie von der Agen­tur für Ar­beit Si­byl­le Fi­scher, der Volks­hoch­schu­le Obe­res Na­gold­tal An­ge­la An­ding und IHKHaupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Kepp­ler ein­ge­la­den hat. Vor­zei­ge­mann in der Run­de ist Ste­fan Lin­der­meir von der Volks­bank. Er wird als ein Pa­ra­de­bei­spiel da­für vor­ge­stellt, wie man mit ei­ner Part­ne­rin vier Kin­der in die Welt setzt, Kar­rie­re macht und sei­ner Frau den Rü­cken stärkt für das Durch­star­ten im Be­ruf.

Das ist es denn auch, was An­ge­la An­ding und Si­byl­le Fi­scher uni­so­no for­dern, da­mit Frau, Fa­mi­lie und Be­ruf kei­ne Ge­gen­sät­ze blei­ben müs­sen: Fle­xi­bi­li­tät und zwar von bei­den Sei­ten – vor al­lem auf die Ar­beits­zeit be­zo­gen. „Wer wie al­le ei­ne Ar­beit von 8 bis 13 Uhr will, wird sich schwer tun.“Si­byl­le Fi­scher for­dert auch mehr To­le­ranz ge­gen­über Män­nern, die zu­rück­ste­cken. „Als mein Mann vor 16 Jah­ren in Teil­zeit ging, weil wir ein Kind be­kom­men ha­ben, war das ein Spieß­ru­ten­lauf für ihn.“In die glei­che Bre­sche schlägt An­ge­la An­ding: „Kin­der sind kein Müt­ter­pro­jekt“, sagt sie.

Kla­re Wor­te for­mu­liert dann Mar­tin Kepp­ler, der die Au­gen für die di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on öff­nen möch­te. Die­se wer­de dra­ma­ti­sche Ve­rän­de­run­gen mit sich brin­gen. Hilfs­ar­bei­ten ade. „Das heißt nicht, dass es we­ni­ger Ar­beits­plät­ze wer­den, aber es wer­den an­de­re sein.“Und an­de­re Ar­beits­zei­ten, wenn welt­weit Ge­schäf­te ge­macht wer­den.

Das al­les kann in der Kon­takt­stel­le The­ma sein; die Freu­de über die neue Ein­rich­tung ist nicht nur bei der Mi­nis­te­ri­al­rä­tin Bir­git Bu­sch­mann groß. Für die­sen kon­stan­ten Weg bis hin zur lan­des­weit zwölf­ten Kon­takt­stel­le ha­be man seit 1994 ins­ge­samt 20 Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­ge­ben. Für Bu­sch­mann be­deu­tet die flä­chen­de­cken­de Ein­rich­tung sol­cher Stel­len: „Da ist noch ein gro­ßes Po­ten­zi­al beim Ar­beits­vo­lu­men der Frau­en zu er­schlie­ßen.“

Frei­lich hat „Frau und Be­ruf“im Nord­schwarz­wald nicht erst bei der Er­öff­nung be­gon­nen, Kon­takt zwi­schen Frau­en (und Män­nern) und Fir­men her­zu­stel­len: Lei­te­rin Ma­ri­ja Ma­du­nic kam im Mai und be­rich­tet den Gäs­ten bei der Er­öff­nung von 338 Kurz- und 87 In­ten­siv­be­ra­tun­gen.

AUF DEM PO­DI­UM fal­len kla­re Wor­te zum The­ma Frau und Be­ruf. An der Dis­kus­si­on be­tei­li­gen sich Si­byl­le Fi­scher (Agen­tur für Ar­beit), Ste­fan Lin­der­meir (Volks­bank), An­ge­la An­ding (VHS Obe­res Na­gold­tal), El­ke Theo­bald (Hoch­schu­le, Mo­de­ra­ti­on), Bir­git Bu­sch­mann (Mi­nis­te­ri­al­rä­tin) und Mar­tin Kepp­ler (IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer). Fo­to: Roth

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