Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren steht vor Ab­schluss

Uwe Mör­gen­tha­ler könn­te bald wie­der den Po­li­zei­pos­ten in Nie­fern-Öschel­bronn lei­ten

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Tas­si­lo Pfit­zen­mei­er

Nie­fern-Öschel­bronn. Au­f­at­men in Nie­fern-Öschel­bronn. Uwe Mör­gen­tha­ler, Chef des Po­li­zei­pos­tens Nie­fernÖ­schel­bronn, könn­te – nach jet­zi­gem Stand – An­fang 2017 wie­der an sei­ne Di­enst­stel­le zu­rück­keh­ren. Das be­stä­tigt Mar­tin Pla­te, Lei­ter der Öf­fent­lich­keits­ar­beit im Po­li­zei­prä­si­di­um Karls­ru­he, auf Nach­fra­ge. Das Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ge­gen den Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar ste­he vor dem Ab­schluss, so Pla­te wei­ter. Po­li­zei­prä­si­dent Gün­ther Freis­le­ben ha­be sich von der „Ver­feh­lung“Mör­gen­tha­lers ein Bild ge­macht und die­se dienst­recht­lich ge­prüft. Dass man Mör­gen­tha­ler die Mög­lich­keit gibt, wie­der an sei­ne al­te Wir­kungs­stät­te zu­rück­zu­keh­ren, hei­ße aber nicht, dass sein Ver­hal­ten kein Ver­stoß war, räumt Pla­te ein.

Mör­gen­tha­ler, der seit 2005 den Po­li­zei­pos­ten lei­tet, war wie be­rich­tet im März plötz­lich von der Nie­fern-Öschel­bron­ner Bild­flä­che ver­schwun­den. Das hat­te in der Ge­mein­de gro­ße Ver­wun­de­rung aus­ge­löst. Grund war ein von der Staats­an­walt­schaft Pforz­heim ein­ge­lei­te­tes Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen den Be­am­ten we­gen des An­fangs­ver­dachts auf Frei­heits­be­rau­bung. Im Zu­ge des­sen ver­setz­te das zu­stän­di­ge Po­li­zei­prä­si­di­um Karls­ru­he Mör­gen­tha­ler an den Rem­chin­ger Po­li­zei­pos­ten. Im Ju­ni stell­te die Staats­an­walt­schaft die Er­mitt­lun­gen schließ­lich ein. Die Ver­feh­lun­gen Mör­gen­tha­lers sei­en eher ge­rin­ger Na­tur ge­we­sen, sag­te sei­ner­zeit Bern­hard Ebin­ger, Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Pforz­heim.

Rück­blick: Mör­gen­tha­ler und sei­ne Kol­le­gen hat­ten 2015 drei jun­ge Män­ner im Vi­sier, die – wie sich in der spä­te­ren Ge­richts­ver­hand­lung her­aus­stell­te – in den Nie­fer­ner Ju­gend­treff „Chil­lHou­se“ein­ge­bro­chen sind. Das Trio wur­de ge­trennt von­ein­an­der ver­hört. Da­mit die Ver­däch­ti­gen ih­re Aus­sa­gen nicht ab­spre­chen kön­nen, wur­den die Män­ner zu­sätz­lich in ver­schie­de­nen Rä­um­lich­kei­ten un­ter­ge­bracht; die Po­li­zei spricht hier­bei vom Ver­such, die mög­li­che Ver­dunk­lung ei­ner Straf­tat – in die­sem Fall der Ein­bruch in den Ju­gend­treff – zu ver­hin­dern. Kon­kret wur­de Mör­gen­tha­ler vor­ge­wor­fen, er ha­be ei­nen der Ver­däch­ti­gen ein­ge­sperrt. Da­bei ha­be der Po­li­zist „irr­tüm­lich ge­han­delt“, sag­te Ebin­ger im Ju­ni ge­gen­über dem Pforz­hei­mer Ku­ri­er. Den­noch ha­be die Staats­an­walt­schaft dem Ge­richt die Ein­stel­lung der Er­mitt­lun­gen emp­foh­len. Der be­trof­fe­ne Ver­däch­ti­ge sah dar­über hin­aus von ei­ner wei­te­ren Un­ter­su­chung ab. Das Ge­richt folg­te der Emp­feh­lung der Staats­an­walt­schaft.

Seit Ju­ni liegt der Ball nun schon beim Po­li­zei­prä­si­di­um, das über die Zu­kunft des in Nie­fernÖ­schel­bronn be­lieb­ten Pos­ten­lei­ters zu ent­schei­den hat. Ei­ne lan­ge Zeit für ei­ni­ge Nie­fern-Öschel­bron­ner. Un­ter an­de­ren Alt-Bür­ger­meis­ter Jür­gen Kurz und Bür­ger­meis­terS­tell­ver­tre­ter Erik Schwei­ckert hat­ten sich mehr­fach für ei­ne schnel­le Rück­kehr Mör­gen­tha­lers ein­ge­setzt. „Uwe Mör­gen­tha­ler hat Er­fol­ge bei der Ver­bre­chens­be­kämp­fung vor­zu­wei­sen“, sag­te Schwei­ckert An­fang Ju­ni. In brenz­li­gen Si­tua­tio­nen müss­ten in­ner­halb von Zehn­tel­se­kun­den wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den, gab er zu be­den­ken.

Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Förs­ter ist er­leich­tert über die Nach­richt ei­ner mög­li­chen Rück­kehr Mör­gen­tha­lers: „Wir freu­en uns. Ich weiß, dass er sehr be­liebt ist und bei den Bür­gern ein ho­hes An­se­hen ge­nießt.“Kurz nach ih­rem Amts­an­tritt sprach sich auch Förs­ter bei Po­li­zei­prä­si­dent Freis­le­ben für ei­ne Rück­kehr Mör­gen­tha­lers aus.

Mör­gen­tha­ler selbst hält sich noch zu­rück. „Ich wä­re über­glück­lich, wenn ich an mei­ne al­te Wir­kungs­stät­te zu­rück könn­te“, sagt der 53-Jäh­ri­ge im Ge­spräch mit dem Pforz­hei­mer Ku­ri­er. „Wenn es klappt, wä­re mein größ­ter Wunsch er­füllt.“

Bir­git Förs­ter: Wir freu­en uns

DIE TÜR SCHEINT WIE­DER OF­FEN: Nach­dem das Po­li­zei­prä­si­di­um im Zu­ge ei­ner in­ter­nen Un­ter­su­chung Uwe Mör­gen­tha­ler nach Rem­chin­gen ver­setzt hat­te, könn­te er 2017 nach Nie­fern zu­rück­keh­ren. Fo­to/Ar­chiv: ti­ke

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