Of­fe­ner Streit bei OSZE-Tref­fen

Schlag­ab­tausch we­gen Ukrai­ne-Kon­flikt / St­ein­mei­er greift La­w­row an

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ham­burg (AFP). Ein of­fe­ner Schlag­ab­tausch zum Ukrai­ne-Kon­flikt hat ges­tern auch den 23. OSZE-Mi­nis­ter­rat in Ham­burg be­las­tet. Wäh­rend un­ter an­de­rem der deut­sche Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) und sein US-Kol­le­ge John Ker­ry ih­re Kri­tik an Russ­land er­neu­er­ten, wies des­sen Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row sol­che Vor­hal­tun­gen zu­rück. St­ein­mei­er drang zu­dem nach­drück­lich auf ei­ne Stär­kung der OSZE als In­stru­ment der Ver­trau­ens­bil­dung und Kon­flikt­be­wäl­ti­gung ge­ra­de in „stür­mi­schen Zei­ten“.

Rund 50 Au­ßen­mi­nis­ter und wei­te­re hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter aus den 57 Mit­glied­staa­ten der Or­ga­ni­sa­ti­on für Si­cher­heit und Zu­sam­men­ar­beit in Eu­ro­pa (OSZE) tra­fen in Ham­burg zu­sam­men, um bis heu­te über drän­gen­de Fra­gen der eu­ro­päi­schen Si­cher­heits­po­li­tik zu be­ra­ten. Deutsch­land hat noch bis zum Jah­res­en­de tur­nus­mä­ßig den OSZE-Vor­sitz. Zum Ukrai­ne-Kon­flikt warf St­ein­mei­er Russ­land er­neut vor, die Krim „völ­ker­rechts­wid­rig an­nek­tiert“zu ha­ben, ver­mied aber sonst di­rek­te Schuld­zu­wei­sun­gen. Statt­des­sen warf er den Kon­flikt­par­tei­en ins­ge­samt man­geln­den „po­li­ti­schen Wil­len“zu Fort­schrit­ten im Mins­ker Frie­dens­pro­zess vor. Zu­dem wür­den „Waf­fen­still­stands­ver­ein­ba­run­gen eher als Emp­feh­lun­gen be­trach­tet“und im­mer wie­der ver­letzt. Deut­li­cher pran­ger­te US-Au­ßen­mi­nis­ter Ker­ry nicht nur die rus­si­sche „Be­set­zung der Krim“, son­dern auch die „Ag­gres­si­on“in der Ost-Ukrai­ne an. La­w­row wand­te sich ge­gen „An­sprü­che und Vor­wür­fe“von west­li­cher Sei­te. Sei­ner­seits for­der­te er die ukrai­ni­sche Re­gie­rung auf, die pro­rus­si­schen Se­pa­ra­tis­ten als Ver­hand­lungs­part­ner an­zu­er­ken­nen: „Es gibt kei­ne Al­ter­na­ti­ve zu ei­nem di­rek­ten Dia­log.“

Un­ter­des­sen hat die EU den Weg für ei­ne bal­di­ge Vi­sa-Li­be­ra­li­sie­rung für die Ukrai­ne und Ge­or­gi­en ge­eb­net. Nach mo­na­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen ei­nig­ten sich Eu­ro­pa­par­la­ment und EUStaa­ten auf ein­fa­che­re Mög­lich­kei­ten zur Rück­nah­me der Vi­sa-Frei­heit für Dritt­staa­ten, wie ges­tern bei­de Sei­ten be­stä­tig­ten. Da­mit kann bei Ver­stö­ßen ge­gen das EU-Auf­ent­halts­recht oder bei stei­gen­der Kri­mi­na­li­tät ei­ne Wie­der­ein­füh­rung der Vi­sa-Pflicht für be­stimm­te Grup­pen von Bür­gern für zu­nächst neun Mo­na­te be­schlos­sen wer­den. Die EU hat mehr als 50 Staa­ten Vi­sa-Frei­heit ge­währt. Da­mit kön­nen Hun­der­te Mil­lio­nen Men­schen oh­ne Vi­sum bis zu 90 Ta­ge in die EU ein­rei­sen.

EU räumt Kiew Vi­sa­frei­heit ein

Ka­ri­ka­tur: Mohr

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