GfK setzt auf den US-In­ves­tor KKR

Ame­ri­ka­ner wol­len bei dem wirt­schaft­lich an­ge­schla­ge­nen Markt­for­scher ein­stei­gen

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Klaus Tscharn­ke

Nürn­berg/Ba­den-Ba­den/Bruch­sal. Das wirt­schaft­lich an­ge­schla­ge­ne Markt­for­schungs­un­ter­neh­men GfK setzt bei sei­ner Neu­aus­rich­tung auf den US-Fi­nanz­in­ves­tor KKR. Die Ame­ri­ka­ner sol­len die GfK – sie ist mit Töch­tern auch in Ba­den-Ba­den und Bruch­sal prä­sent – bei der Trans­for­ma­ti­on in die di­gi­ta­le Markt­for­schungs­welt „schnel­ler und kon­se­quen­ter vor­an­brin­gen“, be­grün­de­te ges­tern GfK-Vor­stands­spre­cher Ger­hard Haus­ruckin­ger den ge­plan­ten KKR-Ein­stieg bei dem Nürn­ber­ger Un­ter­neh­men.

Fir­men for­dern von Markt­for­schern im­mer stär­ker Da­ten, über das Kauf­ver­hal­ten von Ver­brau­chern per Smart­pho­ne und Ta­blet-Com­pu­ter. Die Neu­aus­rich­tung dar­auf ist auf­wen­dig und teu­er. GfK hat­te ges­tern mit­ge­teilt, dass KKR vor dem Ein­stieg bei dem Markt­for­schungs­un­ter­neh­men ste­he. KKR wer­de den GfK-Klein­ak­tio­nä­ren ein ent­spre­chen­des Über­nah­me­ge­bot un­ter­brei­ten. Ge­plant sei der Kauf von min­des­tens 18,54 Pro­zent der bis­her von An­le­gern ge­hal­te­nen Fir­men­an­tei­len. KKR bie­tet den Ak­tio­nä­ren 43,50 Eu­ro pro Ak­tie. Die Be­hör­den müs­sen dem De­al noch zu­stim­men.

Der GfK-Ver­ein, über den gro­ße deut­sche Fir­men An­tei­le an der GfK hal­ten, soll da­ge­gen wei­ter­hin mit 56,46 Pro­zent GfK-Mehr­heits­ak­tio­när blei­ben, sag­te ein Spre­che­rin des GfK-Ver­eins. Auch sol­le am Fir­men­stand­ort Nürn­berg fest­ge­hal­ten wer­den. Die Struk­tur des GfK-Auf­sichts­rats blei­be un­ver­än­dert.

Haus­ruckin­ger be­grüß­te den ge­plan­ten KKR-Ein­stieg. Der Fi­nanz­in­ves­tor ha­be bei di­ver­sen Fi­nanz­be­tei­li­gun­gen ge­zeigt, dass Fir­men mit KKR-Un­ter­stüt­zung „ei­ne er­freu­li­che Ent­wick­lung neh­men“. Nicht zu­letzt das KKR-En­ga­ge­ment bei ProSie­benSat.1-Me­dia ha­be be­wie­sen, dass der Fi­nanz­in­ves­tor Fir­men für die di­gi­ta­le Welt vor­be­rei­ten kann. „Das ist ei­ne wich­ti­ge Er­fah­rung, die uns zu­gu­te kom­men kann“, füg­te Haus­ruckin­ger hin­zu.

Die GfK hofft dar­über hin­aus, vom frü­he­ren KKR-En­ga­ge­ment bei dem US-Markt­for­schungs­un­ter­neh­men und Welt­markt­füh­rer Niel­sen zu pro­fi­tie­ren. „Das ist si­cher nicht der ein­zi­ge Fak­tor bei der Ent­schei­dung für KKR ge­we­sen, aber ei­ner, der uns bei un­se­rer Ent­schei­dung be­stärkt hat“, sag­te Haus­ruckin­ger. „Denn das ist der Be­weis, das KKR in die­ser spe­zi­el­len Bran­che Tief­gang und auch die ent­spre­chen­den Ex­per­ten hat.“

Un­klar blieb ges­tern, in­wie­weit KKR zu In­ves­ti­tio­nen in die GfK-Neu­aus­rich­tung be­reit sei. Zur Fra­ge, ob in der Ver­ein­ba­rung mit KKR auch In­ves­ti­tio­nen des Fi­nanz­in­ves­tors ver­ein­bart sei­en, sag­te Haus­ruckin­ger: „Da­zu kann ich mich im Mo­ment nicht äu­ßern.“Wich­tig sei für die GfK vor al­lem das in­ter­na­tio­na­le Netz­werk von KKR.

HAUPT­SITZ NÜRN­BERG: Die GfK-Grup­pe ist mit der GfK En­ter­tain­ment GmbH (Ba­denBa­den) und mit der GfK GeoMar­ke­ting GmbH (Bruch­sal) auch in der Re­gi­on prä­sent. Fo­to: dpa

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