Hoff­nung auf „To­ni“

Eu­ro­päi­scher Film­preis

Pforzheimer Kurier - - KULTUR - Ma­ren Ade

Ge­nau zehn Jah­re ist es her, dass der Eu­ro­päi­sche Film­preis zu­letzt an ei­nen deut­schen Re­gis­seur ging. Da­mals ge­wann Florian Henckel von Don­ners­marck mit dem Sta­si-Dra­ma „Das Le­ben der An­de­ren“die Tro­phäe für den bes­ten Spiel­film. Die Preis­sta­tue in Gestalt ei­ner Frau in ei­nem mit Eu­ro­paS­ter­nen be­setz­ten Kleid gilt als eu­ro­päi­sches Pen­dant zum ame­ri­ka­ni­schen Os­car und ist in der Bran­che heiß be­gehrt. Bei der Film­preis-Ga­la in Bres­lau geht am mor­gi­gen Sams­tag er­neut ein deut­scher Film als gro­ßer Fa­vo­rit ins Ren­nen: Die Tra­gi­ko­mö­die „To­ni Erd­mann“der ge­bür­ti­gen Karls­ru­he­rin Ma­ren Ade (Fo­to: dpa). Schon beim Film­fes­ti­val von Can­nes galt das Va­ter-Toch­ter-Dra­ma als Preis­an­wär­ter, er­hielt aber über­ra­schend kei­ne ein­zi­ge Aus­zeich­nung von der Ju­ry. Jetzt hat die deut­sche Os­car-Hoff­nung ei­ne neue, gleich fünf­fa­che Chan­ce. In der Ka­te­go­rie Bes­te Ko­mö­die ist au­ßer­dem Re­gis­seur Da­vid Wn­endt mit der Hit­ler-Sa­ti­re „Er ist wie­der da“am Start. Ein wei­te­rer Deut­scher ist als bes­ter Schau­spie­ler no­mi­niert: Burg­hart Klauß­ner für sei­ne Rol­le in Lars Krau­mes Ge­schichts­dra­ma „Der Staat ge­gen Fritz Bau­er“.

„To­ni Erd­mann“ist nicht nur als bes­ter Eu­ro­päi­scher Film no­mi­niert. Die bril­lan­ten Haupt­dar­stel­ler San­dra Hül­ler und Pe­ter Si­mo­ni­schek sind au­ßer­dem in der Aus­wahl als bes­te Schau­spie­ler. Wei­te­re No­mi­nie­run­gen gab es in den Ka­te­go­ri­en Re­gie und Dreh­buch. Doch die Kon­kur­renz für „To­ni Erd­mann“ist nicht zu un­ter­schät­zen. In Can­nes hat­te Ken Loachs so­zi­al­kri­ti­sches Dra­ma „Ich, Da­ni­el Bla­ke“die Na­se vorn, das nun eben­falls zu den fünf Fil­men ge­hört, die in der Kö­nigs­ka­te­go­rie Bes­ter Eu­ro­päi­scher Spiel­film no­mi­niert sind. Auch Paul Ver­hoevens „El­le“(Nie­der­lan­de) hat Chan­cen. Das Ver­ge­wal­ti­gungs­dra­ma mit Isa­bel­le Hup­pert war ein Auf­re­ger beim Can­nes-Fes­ti­val. Eben­falls no­mi­niert sind Pe­dro Al­mo­dóvars Mut­ter-Toch­ter-Dra­ma „Ju­lie­ta“(Spa­ni­en) und „Raum – Lie­be kennt kei­ne Gren­zen“des Iren Len­ny Abra­ham­son, für den Haupt­dar­stel­le­rin Brie Lar­son ei­nen Os­car er­hielt. El­ke Vo­gel

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