„Wir ha­ben kei­ne Aus­re­den mehr“

KSC-Coach Kwas­ni­ok gibt De­büt / Kem­pe sieht Team in der Pflicht

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­toph Dre­scher

Karls­ru­he. Soll­ten die Fern­seh­teams und Fo­to­gra­fen an ih­ren Ge­wohn­hei­ten fest­hal­ten, wird Lu­kas Kwas­ni­ok am heu­ti­gen Abend (18.30 Uhr) bei der Zweit­li­ga-Par­tie des Karls­ru­her SC bei Dy­na­mo Dres­den als neu­es Trai­ner­ge­sicht im Ram­pen­licht ste­hen. Bis ver­gan­ge­nen Sonn­tag war er noch für die U 19 des KSC zu­stän­dig, nun soll der 35-Jäh­ri­ge die ba­di­schen Pro­fi­ki­cker auf die zwei ab­schlie­ßen­den Par­ti­en des Jah­res vor­be­rei­ten. Be­son­ders an­ge­spannt ist Kwas­ni­ok vor sei­ner Pflicht­spiel-Pre­mie­re al­ler­dings nicht. „Un­wohl wür­de ich mich füh­len, wenn ich für mei­ne Mann­schaft ein Fünf-Gän­geMe­nü ko­chen müss­te, weil ich das nicht kann“, be­kennt der Nach­fol­ger des frei­ge­stell­ten To­mas Oral: „Doch Fuß­ball­trai­ner zu sein, ist mein Be­ruf, mei­ne Lei­den­schaft. Ob vor 300 oder 30 000 Zu­schau­ern macht da kei­nen Un­ter­schied.“In Dres­den soll sei­ne Mann­schaft mit „De­mut und Mut“auf­tre­ten – De­mut ge­gen­über der Si­tua­ti­on, aber mu­tig, was das ei­ge­ne Spiel an­geht.

Ver­zich­ten muss Kwas­ni­ok auf Kee­per Dirk Or­lis­hau­sen und Florian Kam­be­ri. Bei­de wer­den in die­sem Jahr nicht mehr zum Ein­satz kom­men. Dem neu­en Coach könn­te kurz­fris­tig noch die kom­plet­te In­nen­ver­tei­di­gung weg­bre­chen, da Mar­tin Stoll und Bjar­ne Tho­el­ke zwar die Rei­se nach Dres­den an­ge­tre­ten ha­ben, bei­de je­doch an­ge­schla­gen sind.

Ins­ge­samt will Kwas­ni­ok we­der dem Per­so­nal noch Sys­tem und Tak­tik all­zu­viel Be­deu­tung bei­mes­sen. „Wir wer­den so ins Spiel ge­hen, dass die Über­zeu­gung zu se­hen ist, drei Punk­te ho­len zu kön­nen. Wir brau­chen elf Spie­ler, die be­reit sind, an die to­ta­le Leis­tungs­gren­ze zu ge­hen“, be­tont der 35-Jäh­ri­ge. Über Mas­ter­plä­ne zu phi­lo­so­phie­ren, sei da nicht an­ge­bracht. Viel­mehr setzt Kwas­ni­ok auf den Über­ra­schungs­ef­fekt: „Dres­den weiß ja gar nicht, was da auf sie zu­kommt. Da­rin liegt un­se­re Stär­ke.“Zu den Über­ra­schun­gen könn­te Mat­thi­as Ba­der zäh­len. Der Rechts­ver­tei­di­ger wur­de von Kwas­ni­ok im Trai­ning auf der lin­ken Au­ßen­bahn ein­ge­setzt. „Ich hof­fe, dass ich da ei­ne Op­ti­on bin“, sagt Ba­der, der den neu­en Coach lobt: „Er ist ein emo­tio­na­ler Mensch, der den Fuß­ball und den KSC lebt. Und so je­man­den brau­chen wir ge­ra­de.“

Auch Den­nis Kem­pe blickt zu­frie­den auf die Wo­che zu­rück. „Es war ei­ne ge­wis­se Lo­cker­heit zu spü­ren. Wir ha­ben aus­gie­big trai­niert, um ge­wis­se Din­ge ein­zu­stu­die­ren“, be­rich­tet der 30 Jah­re al­te Links­ver­tei­di­ger, dem aber auch be­wusst ist, dass der größ­te Druck auf ihm und sei­nen Team­kol­le­gen liegt. „Wir ha­ben kei­ne Aus­re­den mehr, jetzt ist die Mann­schaft ge­for­dert. So wer­den wir das Spiel auch an­ge­hen“, ver­si­chert Kem­pe.

Oli­ver Kreu­zer hat der­weil ei­nen Me­dien­be­richt be­stä­tigt, dem­nach sich der Sport­di­rek­tor mit dem ehe­ma­li­gen KSC-Trai­ner Mar­kus Kauc­zin­ski ge­trof­fen hat. „Das ist schon ei­ni­ge Zeit her. Da­bei ging es um vie­le an­de­re The­men, je­doch nicht um die Ein­stel­lung ei­nes KSC-Trai­ners“, be­tont Kreu­zer.

AUF DIE KAMPF­KRAFT ei­nes Den­nis Kem­pe (hin­ten) – wie hier im Spiel ge­gen die Würz­bur­ger Ki­ckers und Ne­j­med­din Dagh­fous – wird es für den Karls­ru­her SC auch beim heu­ti­gen Du­ell mit Dy­na­mo Dres­den an­kom­men. Fo­to: GES

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