Hier und da glit­zert es schon gül­den

Um­bau der Spar­kas­se schrei­tet zü­gig vor­an

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Die stei­ner­nen Männ­lein des Pforz­hei­mer Bild­hau­ers Emil Salm wer­den auch nach dem Um­bau der Spar­kas­se in der Mit­te der Gold­stadt als Sä­ckel-Trä­ger sym­bo­lisch das Geld in das Bank­haus tra­gen. Das tun sie seit 1927 an die­ser Stel­le des der­zei­ti­gen Haupt­ein­gangs in der Post­stra­ße; das Erd­ge­schoss hat das ver­hee­ren­de Bom­bar­de­ment am 23. Fe­bru­ar 1945 heil über­stan­den. Al­les an­de­re dar­über nicht.

„Das hat man schnell wie­der auf­ge­baut“, sagt der Vor­stands­vor­sit­zen­de Ste­phan Scholl, der beim gest­ri­gen Bau­stel­len­rund­gang des­halb auch da­von aus­geht, dass beim Ab­riss und Um­bau „kei­ne Blind­gän­ger“mehr aus dem Zwei­ten Welt­krieg zu fin­den sind. „Aber ei­ne Kampf­mit­tel­un­ter­su­chung müs­sen wir trotz­dem ma­chen“, er­gänzt der für den Bau ver­ant­wort­li­che Be­reichs­lei­ter Rü­di­ger Karl.

Und dann geht es erst ein­mal auf ver­schlun­ge­nen Pfa­den in die Tie­fen der Spar­kas­se. Wer dort gol­den Schim­mern­des ver­mu­tet, liegt falsch. Stüt­zen be­zeu­gen die Pro­ble­me mit der Sta­tik, der al­te Tre­sor könn­te auch ei­ni­ges ab­fe­dern. „Da ha­ben wir so­gar noch den Schlüs­sel ge­fun­den“, sagt Ste­phan Scholl. Der hat zwar ge­passt, aber der nicht vor­han­de­ne In­halt war genau­so wert­voll wie der gan­ze Tre­sor. Die­ser wird wohl das glei­che Schick­sal er­fah­ren wie die Reichs­mark aus dem Kai­ser­reich, die ein­ge­schmol­zen wur­den.

Das neue und ed­le Ge­sicht der Spar­kas­se ist oben be­reits zu er­ah­nen. Im Schal­ter­be­reich für die Kun­den wer­den Schil­der mon­tiert. „Be­spre­chungs­raum Rom“ist zu le­sen. „Dann gibt es noch ei­nen Raum Ber­lin, das ist der größ­te und schöns­te“, sagt Fi­li­al­di­rek­tor Mar­tin Car­op­po, der mit sei­nem Team am kom­men­den Mon­tag den neu­en Haupt­ein­gang an der Ecke Kiehn­le- und Mu­se­ums­stra­ße öff­nen wird. „Das wird er auch für zwei Jah­re blei­ben“, sagt Ste­phan Scholl. Um­bau und Um­zug in den neu­en Kun­den­be­reich sind dann dank ei­ner fle­xi­blen Glas­front-Lö­sung kein Pro­blem.

Bis­her läuft al­les nach Plan und der sieht so aus: Am 23. Ja­nu­ar wird die neue Kan­ti­ne er­öff­net. Ei­ne Wo­che spä­ter sol­len die Schmuck­wel­ten fol­gen und der Be­reich „Edel­me­tall­ge­schäf­te“. Dort wird auch der Brü­cken­schlag zur In­dus­trie­ge­schich­te ge­macht – mit für Schul­klas­sen in­ter­es­san­ten The­men-In­seln und In­fo-Ron­dells. Vor der gol­de­nen Wand mit dem Guck­loch po­siert der Vor­stands­vor­sit­zen­de jetzt schon mal. „Man sieht noch nichts“, sagt er. Aber bald wird man durch das Guck­loch ei­nen Blick in die (üb­ri­gens weit ent­fern­te) gol­de­ne Schatz­kam­mer wer­fen kön­nen. Dort wird nach dem vor al­len Din­gen durch die La­ge in der In­nen­stadt be­hut­sam und nur stun­den­wei­se zu rea­li­sie­ren­den Ab­riss über die Dau­er von

Ab Mon­tag gibt es ei­nen neu­en Haupt­ein­gang

fünf Mo­na­ten (ab März 2017) und dem ge­plan­ten Bau-En­de im ers­ten Quar­tal 2019 wohl noch et­was zu se­hen sein. Die stei­ner­nen Sä­ckel-Trä­ger je­den­falls sol­len für al­le bar­rie­re­frei­en und eben­er­di­gen Maß­nah­men so­wie ei­ner räum­li­chen Tren­nung von Kun­den­foy­er und Ver­an­stal­tungs­raum nicht mehr als 49 Mil­lio­nen Eu­ro aus der Bank tra­gen.

VIE­LE GE­SCHÄF­TE wer­den künf­tig an der gol­de­nen Front und auch in den hoch­wer­tig auf­be­rei­te­ten Räu­men ge­tä­tigt. Spar­kas­sen­chef Ste­phan Scholl (links) und Fi­li­al­di­rek­tor Mar­tin Car­op­po führ­ten schon ein­mal durch die neu er­strah­len­de Fi­lia­le. Fo­to: ro

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