Wie­der­ho­lung und Mo­no­to­nie

Aus­stel­lung über das Er­le­ben der Zeit wird heu­te im Reuch­lin­haus er­öff­net

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Mit ei­ner Ver­nis­sa­ge wird am heu­ti­gen Frei­tag um 18.30 Uhr im Reuch­lin­haus die Aus­stel­lung „ Im­mer. Wie­der – Pro­zess und Wie­der­ho­lung in der Kunst“er­öff­net. Als ein Bei­trag zum Ju­bi­lä­ums­fes­ti­val „250 Jah­re Gold­stadt“kön­nen Be­su­cher in der Zeit vom 10. De­zem­ber bis zum 26. März ver­schie­dens­te Ex­po­na­te be­wun­dern, bei de­nen sich die Künst­ler be­wusst auf Wie­der­ho­lun­gen und Mo­no­to­nie ein­ge­las­sen ha­ben.

Durch an­de­re Zeitan­ord­nun­gen oder die Deh­nung der Zeit ent­zie­hen sie sich so be­wusst der me­cha­ni­schen Mess­bar­keit. Mark For­ma­n­ek lebt und ar­bei­tet in Ber­lin. Im Jah­re 2007 schuf er mit der Per­for­mance „Stan­dard Ti­me“ei­ne „jetzt und künf­tig nutz­ba­re Zeit­an­zei­ge, die je­den Tag wei­ter in die Ver­gan­gen­heit ragt und trotz­dem im­mer aktuell und pünkt­lich ist.“

72 Ar­bei­ter fer­tig­ten auf ei­ner brach­lie­gen­den Flä­che in Ber­lin-Mit­te ei­ne ana­lo­ge Uhr an, bei der die Zah­len aus Holz­bret­tern be­ste­hen. In ei­nem Vi­deo prä­sen­tiert der Künst­ler nun, wie 24 St­un­den lang je­de Mi­nu­te die Holz­bret­ter an­ders zu­sam­men­ge­baut wer­den, da­mit sie im­mer die kor­rek­te Zeit an­zei­gen.

Sehr aus­dau­ernd zeig­te sich auch die süd­ko­rea­ni­sche Künst­le­rin Ae Hee Lee. Sie no­tier­te und skiz­zier­te fast ein Jahr lang je­den Mor­gen ih­re Träu­me. Die Es­senz je­des Trau­mes fass­te sie dann in klei­nen Bil­dern aus lau­ter wei­ßen Punk­ten zu­sam­men und reih­te die gan­zen Träu­me ei­nes Mo­nats in der An­ord­nung ei­nes Ka­len­da­ri­ums auf ei­ner schwarz grun­dier­ten Lein­wand. Zehn die­ser Lein­wän­de wur­den zu­sam­men­ge­fasst und bil­den ein Ge­samt­bild, in dem man sich ver­lie­ren kann.

Ein rich­ti­ges Lang­zeit­pro­jekt hat Mar­tin Bru­no Schmid aus Stutt­gart in An­griff ge­nom­men. Von 1996 bis 2016 un­ter­zog er Mo­de-, Li­fe­style- und Kunst­ma­ga­zi­ne ei­nem „Face­pee­ling“. Hier­bei schliff er be­hut­sam die Ti­tel­bil­der der Ma­ga­zi­ne ab, bis nur noch das nack­te Pa­pier sicht­bar war.

Des wei­te­ren kann man sei­ne „Bohr­zeich­nung“be­wun­dern, bei der er auf ei­nem Büt­ten­pa­pier mit ei­nem Blei­stift ge­malt und mit dem Stift Lö­cher ins Pa­pier ge­ris­sen hat. Das „Arrrrr­tist’s Duo“, be­ste­hend aus Nat­ha­lie und Alex­an­der Su­vor­ov-Franz, ver­wen­det Ty­po­gra­fie, Schrift und Buch­sta­ben, um da­mit poe­tisch und spie­le­risch zu ar­bei­ten. Die Tä­tig­keit des Krit­zelns rief Ig­na­cio Uri­ar­te auf den Plan.

Mit Ku­gel­schrei­bern der Fir­ma Bic, krit­zel­te er drei Bil­der mo­no­chrom in den Far­ben blau, rot und schwarz, so­wie ei­nes mit al­len drei Far­ben. Aus die­ser sim­plen Tä­tig­keit er­schuf er so­mit ein­drucks­vol­le Bil­der.

Mit Tin­te oder Tu­sche bringt Isa­bel Zu­ber Li­ni­en zu Pa­pier. In An­leh­nung an die Phi­lo­so­phie des Zen fun­gie­ren die Li­ni­en hier­bei als ein Zei­chen von Raum und Zeit. „Wir le­ben in ei­ner Zeit, in der Zeit der neue Lu­xus ist“, sagt die Lei­te­rin des Kunst­ver­eins Bet­ti­na Schön­fel­der.

Die Künst­ler Ae Hee Lee, Ma­trin Bru­no Schmid, Isa­bel Zu­ber so­wie Nat­ha­lie und Alex­an­der Su­vor­ov-Franz wer­den an­we­send sein um den Be­su­chern ih­re Kunst vor­zu­stel­len. Ron Tee­ger

EX­PO­NA­TE, die sich mit dem The­ma Zeit be­fas­sen, sind beim Kunst­ver­ein im Reuch­lin­haus zu se­hen. Bet­ti­na Schön­fel­der und Do­mi­nik Rapp sa­hen sich ges­tern vor­ab die Aus­stel­lung an. Fo­to: Eh­mann

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