Dis­kus­si­on um Bür­ger­be­tei­li­gung

We­ni­ger Aus­ga­ben, mehr Ein­nah­men: Strau­ben­hard­ter Haus­halts­si­tua­ti­on ver­bes­sert

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Strau­ben­hardt-Feld­ren­nach (bh). Mit po­si­ti­ven Nach­rich­ten war­te­te Ge­mein­de­käm­me­rer Jörg Bi­schof gleich zu Be­ginn der Haus­halts­be­ra­tun­gen im Strau­ben­hard­ter Ge­mein­de­rat auf: Auf der Ein­nah­me­sei­te des Ver­wal­tungs­haus­halts schla­gen Mehr­ein­nah­men bei Ein­kom­men­steu­er, Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen und kom­mu­na­ler In­ves­ti­ti­ons­pau­scha­le mit ins­ge­samt rund ei­ner hal­ben Mil­lio­nen Eu­ro zu Bu­che, gleich­zei­tig sinkt die Aus­ga­ben­sei­te durch ge­rin­ge­re Kreis­um­la­ge, Ge­wer­be­steu­er­um­la­ge und Fi­nanz­aus­gleichs­um­la­ge. Un­ter dem Strich ver­bes­sert sich das Er­geb­nis im Ver­wal­tungs­haus­halt um rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro. Die (ne­ga­ti­ve) Zu­füh­rung vom Ver­mö­gens­haus­halt sinkt von 2,9 auf 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro.

Im Ver­mö­gens­haus­halt wird der Aus­bau der Karls­ba­der Stra­ße zu­rück­ge­stellt, die Aus­ga­ben ver­rin­gern sich um 145 000 Eu­ro. Al­les in al­lem sinkt die ge­plan­te Rück­la­gen­ent­nah­me von 5,9 auf 4,7 Mil­lio­nen Eu­ro. Auf An­trag von Horst Rei­ser (FW) wur­de ei­ne Pla­nungs­ra­te von 50 000 Eu­ro für ein Ju­gend­zen­trum in den Plan auf­ge­nom­men.

Bür­ger­meis­ter Hel­ge Vieh­weg mein­te da­zu, das The­ma Ju­gend­zen­trum sol­le in ei­ner ge­mein­sa­men Sit­zung mit dem Ju­gend­ge­mein­de­rat dis­ku­tiert wer­den. Da­bei sol­le man auch die in Zu­kunft frei wer­den­den Feu­er­wehr­häu­ser in den Orts­tei­len in Be­tracht zie­hen. Erst dann sol­le man kon­kret in die Pla­nung ein­stei­gen.

Wie es mit dem Stand­ort­mar­ke­ting „Zu­kunft Strau­ben­hardt“wei­ter­ge­hen soll, skiz­zier­te Alex­an­der Do­de­rer von der Con­sul­ting­fir­ma „Grup­pe drei“aus Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen. Die Auf­takt­ver­an­stal­tung im April war nur von rund 20 Per­so­nen be­sucht und in ei­ne wei­te­re Wind­kraft­dis­kus­si­on um­funk­tio­niert wor­den. Weil Bür­ger­be­tei­li­gung of­fen­sicht­lich an At­trak­ti­vi­tät ver­lie­re soll nun im kom­men­den Jahr auf der Ba­sis von In­ter­es­sen­grup­pen er­neut mit der Zu­sam­men­stel­lung ei­nes Pools in­ter­es­sier­ter Men­schen be­gon­nen wer­den. Im Fall Strau­ben­hardt könn­te dies der Strau­ben­hard­ter Wirt­schafts­bund sein. Ab Sep­tem­ber soll­te es kon­kre­te Ab­stim­mungs­ter­mi­ne und im De­zem­ber 2017 soll der Ver­ein ge­grün­det wer­den.

An­ge­la Ge­wie­se (FW) zeig­te sich „ent­setzt“. Seit der Auf­takt­ver­an­stal­tung ha­be die gan­ze Zeit To­ten­stil­le ge­herrscht, was Do­de­rer jetzt vor­schla­ge, sei ein er­wei­ter­ter Wirt­schafts­bund. Man ha­be aber ei­nen Bür­ger­be­tei­li­gungs­pro­zess star­ten wol­len. Do­de­rer räum­te ein, dass das Kon­zept nicht funk­tio­niert ha­be, des­halb sol­le man jetzt zu­erst Leu­te an­spre­chen, die das Po­ten­zi­al da­zu hät­ten, et­was zu be­we­gen.

Auch Er­na Graf­mül­ler (Grü­ne) for­der­te, die Bür­ger­be­tei­li­gung nicht aus den Au­gen zu ver­lie­ren. Horst Rei­ser (FW) sag­te, im Ge­mein­de­rat sei be­züg­lich des The­mas ei­ne Er­nüch­te­rung ein­ge­tre­ten. Man müss­te gleich bei der ers­ten An­spra­che kon­kre­te Hand­lungs­fel­der be­nen­nen, um Leu­te zu mo­ti­vie­ren.

Bür­ger­meis­ter Vieh­weg be­ton­te, was man nicht wol­le, sei nur ein grö­ße­rer Wirt­schafts­bund. Die Idee, Bür­ger zu mo­bi­li­sie­ren, sol­le nicht auf der Stre­cke blei­ben. Es soll nun er­neut ei­ne Ein­la­dung an die Bür­ger­schaft er­ge­hen, gleich­zei­tig sol­len die ge­nann­ten In­ter­es­sen­grup­pen an­ge­spro­chen wer­den.

Für die An­schluss­un­ter­brin­gung der Ge­flüch­te­ten muss die Ge­mein­de bis En­de März wei­te­re acht Plät­ze zur Ver­fü­gung stel­len. Ent­spre­chen­der Wohn­raum steht nach Aus­sa­ge der Ver­wal­tung bis da­hin zur Ver­fü­gung und mit dem Enz­kreis wird ein öf­fent­lich recht­li­cher Ver­trag ab­ge­schlos­sen.

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