Steil­la­ge soll er­leb­bar wer­den

Ar­beits­grup­pen be­schäf­ti­gen sich mit Er­halt des Ge­biets der Enz­schlei­fen

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS / WETTER -

Mühl­acker (ko). Viel „ge­schafft“ha­ben die Ar­beits­grup­pen, die sich seit ein­ein­halb Jah­ren in vie­len Fa­cet­ten mit dem Er­halt der Steil­la­gen-Wein­ber­ge im mitt­le­ren Enz­tal be­schäf­ti­gen. Den Wein­bau in den schroff ab­fal­len­den Reb­hän­gen nach­hal­tig för­dern und eben­so den sanf­ten Tou­ris­mus – das sind zwei der zen­tra­len Ziel­set­zun­gen des „In­te­grier­ten länd­li­chen Ent­wick­lungs­kon­zepts“ILEK.

In Ross­wag fand ei­ne neu­er­li­che Prä­sen­ta­ti­on der bis­lang er­ar­bei­te­ten Hand­lungs­fel­der statt – und die Skep­sis ge­gen­über ILEK, die vor und an­fangs auch noch nach dem Pro­jekt­start be­stand, scheint ver­flo­gen. Viel­mehr zei­gen die seit Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res in meh­re­ren Sit­zun­gen er­ar­bei­te­ten Pro­jekt­ide­en rea­lis­ti­sche Vor­ge­hens­wei­sen auf, die kon­flikt­ar­me Frei­zeit­nut­zun­gen des Ge­biets „Enz­schlei­fen“ver­bes­sern, Image­pfle­ge be­trei­ben und den in den Steil­hän­gen schweiß­trei­bend ar­bei­ten­den Wen­ger­tern ge­gen­über die ho­he Wer­tig­keit ih­rer Pro­duk­te be­kräf­ti­gen sol­len.

Kers­tin Schlan­ge, die vom Lud­wigs­bur­ger Bü­ro Öko­lo­gie/Pla­nung/For­schung das ILEK-Vor­ha­ben mo­de­rie­rend be­glei­tet, mahn­te da­bei: „Wenn wir die Steil­la­gen er­hal­ten wol­len, müs­sen wir zü­gig mit der Um­set­zung der Pro­jekt­ide­en be­gin­nen und auf ei­nen nach­hal­ti­gen An­satz be­dacht sein.“Sie ko­ope­riert da­bei mit Dag­mar Iser­mann vom Ess­lin­ger „Forum für in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lung und Pla­nung“, wo­bei bei­der Auf­trag im kom­men­den Mai en­det und sie – zu­min­dest of­fi­zi­ell – die Um­set­zung der Pro­jekt­ide­en an die lo­ka­len Ak­teu­re über­tra­gen wer­den.

Zu ih­nen ge­hört Ul­rich Gom­mel vom Schwä­bi­schen Alb­ver­ein in Mühl­acker, der sich mit der Kon­zep­ti­on ei­nes Steil­la­gen-Wan­der­wegs be­schäf­tigt, zu­nächst im „Kern­ge­biet“der Mühl­häu­ser und Ross­wa­ger Hal­de, dann aber auch durch­aus mit Aus­läu­fern bis En­zwei­hin­gen be­zie­hungs­wei­se Enz­berg. Da­bei soll die Steil­la­ge auch er­leb­bar wer­den, al­so „401 Stäf­fe­le“(wie ei­ne Ross­wa­ger Wein­mar­ke fir­miert) run­ter und auch wie­der rauf. Ent­spre­chend der Über­win­dung von 23 Ge­bäu­de­S­tock­wer­ken ganz oh­ne Auf­zug.

An­de­re Pro­jek­te könn­ten die För­de­rung des öko­lo­gi­schen Wein­baus mit dem An­bau pilz­re­sis­ten­ter Sor­ten (so ge­nann­ter „PiWis“) so­wie die Tropf­be­wäs­se­rung der stei­len Reb­hän­ge mit ih­ren tro­cke­nen Bö­den zum In­halt ha­ben, wie Bernd Es­sig vom Ross­wa­ger Hei­mat­ver­ein vor­trug, oder auch der Auf­bau ei­nes Netz­werks zur Be­wirt­schaf­tung und Pfle­ge von Grund­stü­cken, wenn der Be­sit­zer vor­über­ge­hend aus­fällt oder die Ro­dung ver­bu­schen­der Par­zel­len und die Sa­nie­rung von Tro­cken­mau­ern. Da­zu un­ter­brei­te­te Tho­mas Kö­ber­le vom Land­schafts­er­hal­tungs­ver­band Enz­kreis ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge. Ein Enz­schlei­fen-Ran­ger schwebt so­gar Chris­ti­an Kai­ser von der Ge­nos­sen­schafts­kel­le­rei Ross­wa­gMühl­hau­sen vor.

DIE WEIN­BERG-STEIL­LA­GEN über den Enz­schlei­fen bei Mühl­hau­sen sol­len nach­hal­tig ge­för­dert und er­hal­ten wer­den. Fo­to: ko

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.