Be­son­de­res Paar

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Das Band, das die­ses höchst un­ter­schied­li­che Paar ver­knüpf­te, war die ge­mein­sa­me Lie­be zur Mu­sik. Der Wis­sen­schaft­ler und No­bel­preis­trä­ger Al­bert Ein­stein und die bel­gi­sche Kö­ni­gin Eli­sa­beth, ge­bo­re­ne Prin­zes­sin in Bay­ern, pfleg­ten ei­ne Freund­schaft über al­le Stan­des­und Lan­des­gren­zen hin­weg. Bei­de spiel­ten Gei­ge – Ein­stein nach zeit­ge­nös­si­schen Be­rich­ten mit mehr Be­geis­te­rung als Ta­lent, Eli­sa­beth als Aus­gleich zu ih­ren of­fi­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen als Lan­des­mut­ter.

1929 lern­ten sie sich bei ei­nem hoch­ka­rä­ti­gen Phy­si­ker-Kon­gress, dem le­gen­dä­ren „Con­seil Sol­va­ry“, in Brüssel ken­nen. Da war Ein­stein als Ge­lehr­ter längst welt­be­rühmt und hat­te sich auch mit sei­ner Skep­sis in po­li­ti­schen Fra­gen et­wa zur Zeit des Ers­ten Welt­kriegs ei­nen Na­men ge­macht. Der Kö­ni­gin und ih­ren „re­pu­bli­ka­ni­schen“Nei­gun­gen kam die­se Ein­stel­lung ent­ge­gen, und na­ment­lich in den fins­te­ren Zei­ten des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus fes­tig­te sich ih­re ein­ver­nehm­li­che Be­zie­hung zu dem kri­ti­schen Kopf, mit dem sie in stän­di­gem Aus­tausch stand – auch nach Kriegs­en­de und in den Jah­ren des Kal­ten Krie­ges, die von dem Na­tur­wis­sen­schaft­ler Ein­stein be­son­de­res En­ga­ge­ment for­der­ten. Die ver­trau­te Ver­bin­dung von Lae­ken, dem bel­gi­schen Kö­nigs­sitz, nach Prin­ce­ton, wo der ver­folg­te Ju­de Ein­stein seit 1935 in der Emi­gra­ti­on leb­te, riss nie ab und en­de­te erst mit dem Tod des Ge­lehr­ten 1955.

Ge­stützt auf zahl­rei­che Brie­fe und Zeit­zeug­nis­se schil­dert die Au­to­rin Ro­si­ne De Di­jn die Le­bens­we­ge und -um­stän­de des un­ge­wöhn­li­chen Paa­res vor dem Hin­ter­grund ih­rer pri­va­ten und po­li­ti­schen Si­tua­ti­on. Ent­stan­den ist das le­ben­di­ge, reich do­ku­men­tier­te Pan­ora­ma aus ei­ner be­mer­kens­wer­ten Freund­schaft und Geis­tes­nä­he, die erst­mals so aus­führ­lich do­ku­men­tiert zu ha­ben, zu den Ver­diens­ten die­ses Bu­ches ge­hört. K.

Ro­si­ne De Di­jn: Al­bert Ein­stein und Eli­sa­beth von Bel­gi­en. Ei­ne Freund­schaft in be­weg­ter Zeit. Ver­lag Fried­rich Pus­tet, Re­gens­burg. 183 Sei­ten, 22 Eu­ro.

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