De­bat­te um Her­kunft

LKA spricht sich für er­wei­ter­te DNA-Ana­ly­sen aus

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Stuttgart/Frei­burg (dpa/lsw). Für die Er­mitt­lung von Tä­tern bei schwe­ren Ver­bre­chen soll­ten aus Sicht des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes (LKA) die Mög­lich­kei­ten der DNA-Ana­ly­se stär­ker ge­nutzt wer­den als bis­her. „Das wür­de uns ei­nen gro­ßen Schritt nach vor­ne brin­gen“, sag­te LKA-Chef Ralf Mi­chel­fel­der. Die De­bat­te war nach der Fest­nah­me ei­nes Ver­däch­ti­gen im Fall der ge­tö­te­ten Stu­den­tin in Frei­burg ent­brannt. Zu­dem wird in Po­li­tik und Me­di­en der Um­gang mit An­ga­ben zur Her­kunft von mut­maß­li­chen Tä­tern kon­tro­vers dis­ku­tiert. Be­schwer­den beim Pres­se­rat gibt es von ver­schie­de­nen Sei­ten.

Zur DNA-Ana­ly­se sag­te Mi­chel­fel­der, die Er­mitt­ler könn­ten aus Grün­den des Da­ten­schut­zes heu­te bei wei­tem nicht al­le tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen. Bis­her darf von DNA-Spu­ren nur das Ge­schlecht be­stimmt wer­den, aber nicht Merk­ma­le wie Au­gen-, Haut­und Haar­far­be. „Die DNA ist ein stum­mer Zeu­ge – ein Zeu­ge wie je­der an­de­re auch. Wir wol­len nicht mehr se­hen als das, was ein an­de­rer Zeu­ge se­hen und be­rich­ten kann“, sag­te Mi­chel­fel­der. Für ei­ne Aus­wei­tung müss­ten die Ge­set­ze ge­än­dert wer­den. Mit Blick auf den Fall der ver­ge­wal­tig­ten und ge­tö­te­ten Stu­den­tin in Frei­burg sag­te Mi­chel­fel­der, dass dort vie­le Män­ner gar nicht erst dem Ver­fah­ren ei­ner DNA-Ana­ly­se hät­ten un­ter­zo­gen wer­den müs­sen. Dem­nach hät­ten die am Tat­ort ge­si­cher­ten Spu­ren den Kreis der Ver­däch­ti­gen deut­lich ein­schrän­ken kön­nen.

In Un­ter­su­chungs­haft sitzt ein 17-jäh­ri­ger Flücht­ling. Zu­dem sprach sich Mi­chel­fel­der für ei­nen of­fe­nen Um­gang mit der Nen­nung von Na­tio­na­li­tä­ten bei Tä­tern aus, so­fern dies von Be­lang ist. „Sonst könn­te leicht der Ein­druck ent­ste­hen, wir wür­den et­was un­ter den Tisch keh­ren.“Die Po­li­zei im Land nennt in Pres­se­mit­tei­lun­gen die Na­tio­na­li­tä­ten mut­maß­li­cher Tä­ter. Der Ko­dex des Deut­schen Pres­se­rats sieht al­ler­dings vor, dass die­se nur bei ei­nem „be­gründ­ba­ren Sach­be­zug“ge­nannt wird. Am Don­ners­tag­abend drück­ten rund 100 Af­gha­nen in Frei­burg ihr Mit­ge­fühl für die ge­tö­te­te Stu­den­tin aus.

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