Dy­na­mi­scher Auf­tritt

KSC zeigt sich beim De­büt von Kwas­ni­ok wie­der sta­bi­ler / Drei­er­ket­te funk­tio­niert

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von Christoph Dre­scher und Hans Fal­sehr

Dres­den/Karls­ru­he. Am En­de hat­te den An­hän­gern des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Karls­ru­her SC noch ein­mal der Atem ge­stockt. Kurz vor Ab­pfiff der Be­geg­nung der Ba­de­ner in Dres­den ent­zog sich Dy­na­mo-An­grei­fer Pas­cal Te­s­tro­et nach ei­nem Frei­stoß von Mar­cel Hilß­ner noch ein­mal er­folg­reich der Be­wa­chung des ba­di­schen De­fen­siv­ver­bunds, tauch­te

„Die Mann­schaft lebt und hält zu­sam­men“

frei­ste­hend am Fünf­me­ter­raum vor Re­né Voll­ath auf – und schei­ter­te am re­ak­ti­ons­schnel­len KSC-Kee­per (90.+3). Und so blieb es beim tor­lo­sen Re­mis im Spiel eins nach To­mas Oral, der am ver­gan­ge­nen Sonn­tag als Coach frei­ge­stellt wor­den war. In­te­rims­trai­ner Lu­kas Kwas­ni­ok er­ziel­te im ers­ten von zwei Spie­len so­mit gleich bei sei­nem De­büt im Pro­fi­fuß­ball ei­nen Teil­er­folg.

„Wir woll­ten min­des­tens den Punkt, mit dem wir ins Spiel ge­gan­gen sind, mit nach Hau­se neh­men, un­be­dingt“, sag­te Kwas­ni­ok nach der Par­tie und er­gänz­te: „Zum Schluss war ein biss­chen Glück da­bei. Auf­grund der Lei­den­schaft, die un­se­re Mann­schaft auf den Platz ge­bracht hat, war das Un­ent­schie­den aber nicht un­ver­dient.“Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer, des­sen Sohn Ni­k­las bei den Haus­her­ren für die meis­ten Frei­stö­ße und Eck­bäl­le zu­stän­dig war, fand den ei­nen Zäh­ler „ab­so­lut ver­dient.“Das Spiel sei zwar kein fuß­bal­le­ri­scher Le­cker­bis­sen ge­we­sen, „das war auf die­sem Platz auch gar nicht mög­lich“, die Blau-Wei­ßen aber hät­ten kämpferisch „to­tal“über­zeugt. Nach vor­ne fehl­te al­ler­dings die Durch­set­zungs­fä­hig­keit. Für die Gäs­te lag nach dem Ne­ga­tiv­lauf der ver­gan­ge­nen Wo­chen der Fo­kus oh­ne­hin auf ei­ner sta­bi­len De­fen­si­ve. „Dres­den hat ge­gen un­se­re Drei­er­ket­te kei­ne Lö­sun­gen ge­fun­den. Wir ha­ben su­per ge­gen den Ball ge­ar­bei­tet. Das ist die Ba­sis für das Heim­spiel ge­gen Braun­schweig und für die Rück­run­de“, be­ton­te da­her auch Links­ver­tei­di­ger Den­nis Kem­pe.

Die Karls­ru­her In­nen­ver­tei­di­ger Bjar­ne Tho­el­ke (Kopf­ver­let­zung) und Mar­tin Stoll nach ei­ner Ober­schen­kel­zer­rung wa­ren zwar mit nach Dres­den ge­fah­ren, nach ei­nem letz­ten Test aber nicht ein­satz­fä­hig. Auch des­halb war die Karls- ru­her Start­elf ge­gen­über der Heim­nie­der­la­ge ge­gen Greu­ther Fürth (1:2) auf sechs Po­si­tio­nen neu be­setzt. Und tak­tisch hat­te sich In­te­rims­coach Kwas­ni­ok et­was ein­fal­len las­sen: In Ball­be­sitz ver­tei­dig­te sei­ne Mann­schaft mit ei­ner Drei­er­ket­te. Spiel­te Dres­den nach vor­ne, mach­ten Cha­r­al­am­pos Mavri­as (rechts) und Mat­thi­as Ba­der (links) ei­ne Fün­fer­ket­te dar­aus.

Und der Griff in die Sys­tem-Kis­te zeig­te zu­nächst Wir­kung. Erst nach et­wa 20, 25 Mi­nu­ten er­ar­bei­te­te sich Dy­na­mo ein er­kenn­ba­res Über­ge­wicht, aus dem dann auch die Eck­bäl­le und ei­ne gu­te Tor­mög­lich­keit re­sul­tier­ten. Erich Ber­ko kam nach ei­nem Dop­pel­pass aus spit­zem Win­kel von links zum Schuss, aber Tor­hü­ter Re­né Voll­ath ver­hin­der­te ei­nen Karls­ru­her Rück­stand (37.). Der KSC sei­ner­seits ver­such­te, nach Ball­ge­winn schnell um­zu­schal­ten, kam mit sei­nen An­griffs­ver­su­chen aber nicht ins letz­te Drit­tel vor dem Dresd­ner Tor oder wur­de zu­vor re­gel­wid­rig ge­stoppt. Fünf Frei­stö­ße be­ka­men die Wild­park­pro­fis zu­ge­spro­chen, doch al­le ver­puff­ten wir­kungs­los. So ging die lauf- und zwei­kampf­in­ten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung tor­los in die Pau­se.

Nach dem Sei­ten­wech­sel wa­ren die Gast­ge­ber dann aber mit dem ein­ge­wech­sel­ten Te­s­tro­et als zwei­tem Stür­mer so­fort da. Und nach ei­ner Kopf­ball­vor­la­ge von Ste­fan Kutsch­ke traf Dres­dens neu­er Mann nur den Au­ßen­pfos­ten (57.). Der KSC aber ließ den Druck der Sach­sen nicht zu groß wer­den und spiel­te selbst wie­der nach vor­ne, oh­ne al­ler­dings Mar­vin Schwä­be im Dy­na­moKas­ten wirk­lich in Ver­le­gen­heit zu brin­gen. In den letz­ten zehn Mi­nu­ten ge­riet der ins­ge­samt nicht un­ver­dien­te Teil­er­folg des KSC al­ler­dings noch ein­mal in Ge­fahr, denn Dy­na­mo hol­te vor 27 612 Zu­schau­ern die Brech­stan­ge raus. Doch Te­s­tro­et fand in Voll­ath schließ­lich sei­nen Meis­ter. „Das war ein to­ta­les Kampf­spiel“, blick­te KSC-Prä­si­dent Ingo Wel­len­reu­ther zu­rück: „Al­le ha­ben sich to­tal ver­aus­gabt. Man sieht: Die Mann­schaft lebt und hält zu­sam­men.“

Dres­den: Schwä­be, Kreu­zer, Jan­nik Mül­ler, Bal­las, Fa­bi­an Mül­ler, Aos­man, Hart­mann, Lam­bertz (46. Te­s­tro­et), Go­gia, Kutsch­ke, Ber­ko (75. Hilß­ner).

Karls­ru­he: Voll­ath, Kin­som­bi, Fi­gueras, Kem­pe, Prö­mel, Ya­ma­da, Mavri­as, Ba­der, Tor­res (62. Kom), Stop­pel­kamp (90. Lui­brand), Dia­man­ta­kos (70. Meh­lem).

Schieds­rich­ter: Günsch (Mar­burg), Zu­schau­er: 27 612.

Gel­be Kar­ten: Jan­nik Mül­ler (2), Kutsch­ke (3), Kreu­zer (3), Go­gia (3) – Mavri­as (2), Kom (4), Kem­pe (4), Meh­lem.

FREUD UND LEID: In der Nach­spiel­zeit ver­gab Dres­dens Pas­cal Te­s­tro­et (rechts) die gro­ße Chan­ce zum Sieg der Gast­ge­ber. KSC-Pro­fi Gri­scha Prö­mel wuss­te, bei wem er sich zu be­dan­ken hat­te – dem star­ken Kee­per Re­né Voll­ath. Foto: GES

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