Nächs­te Hälf­te

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Theo Wes­ter­mann

Die Hälf­te der Amts­zeit des Ge­mein­de­rats ist vor­bei, in der zwei­ten Hälf­te müs­sen die Ak­teu­re der Kom­mu­nal­po­li­tik schon die Kom­mu­nal­wahl im Früh­jahr 2019 im Au­ge ha­ben. Die per­so­nel­le Auf­stel­lung und die The­men­set­zung in den kom­men­den bei­den Jah­ren wer­den zen­tral für den Wah­l­er­folg sein – oder für den Miss­er­folg. Dies gilt für die gro­ßen Frak­tio­nen wie CDU, SPD und Grü­ne, dies gilt für klei­ne­re Par­tei­en und Zu­sam­men­schlüs­se. Wenn ein pro­fi­lier­ter Mann wie Eber­hard Fi­scher nun den Ge­mein­de­rat ver­lässt, ist das für die aus Pi­ra­ten, Karls­ru­her Lis­te (KAL) und Die Par­tei zu­sam­men­ge­setz­te Kult-Frak­ti­on schon ein Ein­schnitt. Das einst aus der Not ge­bo­re­ne Bünd­nis hat sich im All­tag zu­sam­men­ge­rauft. Al­ler­dings ist die Mar­ke KAL ziem­lich ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten mit al­len mög­li­chen Fol­gen für 2019. Dass nun der KAL-Vor­sit­zen­de Michael Haug als Nach­rü­cker in den Ge­mein­de­rat ein­zieht, kann man als Stär­kung der Mar­ke se­hen. Die CDU hat eben­falls in den kom­men­den Mo­na­ten per­so­nel­le Fra­gen im Vi­sier. Hier gilt es die Nach­fol­ge des

Stadt­ge­spräch

Ers­ten Bür­ger­meis­ters Wolf­ram Jä­ger zu klä­ren. Da fällt im­mer der Na­me von Al­bert Käuf­lein, aber auch der von Bet­ti­na Mei­er-Au­gen­stein nach ih­rem kur­zen, aber durch­aus pro­fi­lier­ten Aus­flug in die Lan­des­po­li­tik. Auch die wei­te­ren Am­bi­tio­nen von Thorsten Ehl­götz wer­den ein The­ma sein.

Nur ei­ne kur­ze Ver­schnauf­pau­se hat die SPD was Per­so­nal­fra­gen an­geht. Nach der Wie­der­wahl des Li­be­ra­len Michael Obert zum Bau­bür­ger­meis­ter und dem so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Ver­zicht man­gels ei­nes ge­eig­ne­ten Kan­di­da­ten müs­sen die So­zi­al­de­mo­kra­ten 2018 ei­nen klu­gen Kopf fürs Bau­de­zer­nat bei­brin­gen. Bei der FDP steht ir­gend­wann ein Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel an, bis da­hin wird Tom Høy­em si­cher wei­ter er­folg­reich die Strip­pen zie­hen. Die Grü­nen zie­hen mit dem neu­en Ge­spann Ute Lei­dig und Jo­han­nes Hon­né an der Frak­ti­ons­spit­ze un­auf­ge­regt wei­ter. Bei den klei­nen Grup­pie­run­gen wer­den sich eben­falls Din­ge klä­ren: Et­wa wo­hin der elo­quen­te par­tei­lo­se Stadt­rat Ste­fan Sch­mitt strebt – in Rich­tung Freie Wäh­ler oder kommt was neu­es für oder von ihm? Hält der in Um­fra­gen statt­fin­den­de bun­des­weit sta­bi­le Trend der AfD an? Was be­deu­tet dies für die Kom­mu­nal­po­li­tik und ih­re bei­den bis­her im Prin­zip bür­ger­lich-kon­ser­va­tiv agie­ren­den AfD-Stadt­rä­te Marc Bern­hard und Paul Schmidt? In ge­wis­ser Be­schei­den­heit wis­sen na­tür­lich al­le Ak­teu­re der Kom­mu­nal­po­li­tik vor Ort, dass der bun­des­po­li­ti­sche Wind ih­re Par­tei­en be­flü­geln oder mas­siv be­hin­dern kann. Doch dies kann man nicht kal­ku­lie­ren. Al­so hilft nur sich an­zu­stren­gen und zu­sätz­lich noch auf Rü­cken­wind zu hof­fen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.