„Heim­be­woh­ner er­hal­ten Bar­geld“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

PK – In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung be­rich­te­te Ca­ri­tas-Chef Frank-Jo­han­nes Lem­ke, dass laut Lan­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um Heim­be­woh­ner künf­tig kein Geld für Ki­no- oder Thea­ter­be­su­che zur Ver­fü­gung ste­he als Fol­ge des neu­en Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes (BTHG). Da­zu äu­ßern sich nun die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gun­ther Krich­baum (CDU) und Kat­ja Mast (SPD).

Das BTHG sei am En­de ei­nes lan­gen Pro­zes­ses be­schlos­sen wor­den mit Ein­bin­dung der Be­trof­fe­nen­ver­bän­de und Leis­tungs­er­brin­ger. Ziel des Ge­set­zes sei, die Le­bens­si­tua­ti­on von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen zu ver­bes­sern. Es brin­ge vie­le Ver­bes­se­run­gen und schrän­ke die Selbst­be­stim­mung von Heim­be­woh­nern nicht ein, so Krich­baum. Zwar fal­le das „Ta­schen­geld“weg, das Heim­be­woh­ner der­zeit er­hal­ten. Doch bei den neu­en Re­gel­sät­zen, mit de­nen ab 2020 der Auf­ent­halt in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen fi­nan­ziert wird, sei ein aus­rei­chen­der Bar­geld­be­trag si­cher­ge­stellt. Auch die Län­der sei­en bei der Er­ar­bei­tung des Ge­set­zes ein­ge­bun­den. Da­her sei es ver­wun­der­lich, dass ein Re­fe­rats­lei­ter des Mi­nis­te­ri­ums für So­zia­les und In­te­gra­ti­on behaup­ten sol­le, künf­tig wür­de es für Heim­be­woh­ner kein Bar­geld mehr ge­ben. „Selbst­ver­ständ­lich ist das nicht der Fall. Die Gro­ße Ko­ali­ti­on in Ber­lin woll­te die Men­schen mit Be­hin­de­run­gen stär­ken und nicht schwä­chen“, be­ton­te Krich­baum.

Ki­no- und Thea­ter­be­su­che sei­en wei­ter­hin mög­lich, denn Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, die in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen le­ben, wür­den auch ab 2020 Bar­geld und Gut­ha­ben auf ih­rem Gi­ro­kon­to ver­fü­gen, er­klär­te auch Mast. Leis­tungs­be­rech­tig­te in sta­tio­nä­rer Un­ter­brin­gung wür­den nicht über we­ni­ger Bar­mit­tel ver­fü­gen als nach gel­ten­dem Recht – es sei denn, sie tre­ten aus ei­ge­nem Ent­schluss die Ver­fü­gungs­ge­walt über ih­ren Re­gel­satz weit­ge­hend oder voll­stän­dig an den Leis­tungs­er­brin­ger ab. Da­bei sei zu be­rück­sich­ti­gen, dass auch heu­te nicht in je­dem Fall der Bar­be­trag in vol­ler Hö­he aus­ge­zahlt wird.

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