Mum­men­schanz im Drei­vier­tel­takt

Die Ope­ret­te „Ei­ne Nacht in Ve­ne­dig“hat am Sams­tag im Thea­ter Pre­mie­re

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM - PK

„Komm in die Gon­del …“– an­ge­sichts der te­no­ra­len Ver­füh­rungs­küns­te ei­nes Ope­ret­ten­hel­den wird Frau zu­meist schwach. Doch kann es auf der Ope­ret­ten­büh­ne fa­ta­le Fol­gen ha­ben, wenn man die­ser schmach­ten­den Auf­for­de­rung vor­schnell und vor al­len Din­gen un­re­flek­tiert Fol­ge leis­tet. Des­halb dreht sich in der Ope­ret­te „Ei­ne Nacht in Ve­ne­dig“, die am heu­ti­gen Sams­tag, 10. De­zem­ber, um 20 Uhr am Stadt­thea­ter Pforz­heim Pre­mie­re hat, al­les um die amou­rö­sen Ver­wir­run­gen und Ver­stri­ckun­gen, die sich im Lau­fe ei­ner rausch­haf­ten Fa­schings­nacht so ent­spin­nen kön­nen.

So er­geht es der Fi­sche­rin An­ni­na. Sie ist glück­lich li­iert mit Ca­ra­mel­lo, dem Fak­to­tum des Her­zogs. Ih­re Freun­din Bar­ba­ra möch­te sich im Kar­ne­val von Ve­ne­dig jen­seits des ehe­li­chen All­tags ein biss­chen amü­sie­ren. Lei­der ist ihr Gat­te äu­ßerst miss­trau­isch und möch­te sei­ne Frau über die Kar­ne­vals­ta­ge aus der Stadt schaf­fen. Al­so heu­ert er ei­nen Gon­do­lie­re an, der sie si­cher in das Klos­ter auf Bu­ra­no brin­gen soll. Da­mit Bar­ba­ra auch die rich­ti­ge Gon­del be­steigt, dient die Me­lo­die „Komm in die Gon­del“als Er­ken­nungs­zei­chen. Doch ha­ben die Da­men die­sen Plan durch­schaut. Sie tau­schen die Klei­der und mas­kie­ren sich si­cher­heits­hal­ber, da­mit An­ni­na oh­ne Ver­dacht zu er­re­gen an Bar­ba­ras Stel­le be­sag­te Gon­del gen Bu­ra­no be­stei­gen kann.

„Ei­ne Nacht in Ve­ne­dig“wur­de 1883 in Ber­lin ur­auf­ge­führt und ge­riet da­mals zu ei­nem De­sas­ter. Die küh­len Preu­ßen konn­ten sich für ei­ne der­art fri­vo­le Ope­ret­te nicht so recht er­wär­men. We­ni­ge Mo­na­te spä­ter wur­de das Werk von Jo­hann Strauß nach ei­nem Buch von Fried­rich Zell und Richard Ge­née dann zum ers­ten Mal in Wi­en ge­ge­ben. Der Text und die Mu­sik wa­ren zu­vor ei­ner sehr gründ­li­chen Re­vi­si­on un­ter­zo­gen wor­den.

Seit­her zählt die­ses mu­si­ka­li­sche Werk von Wal­zer­kö­nig Strauß zu den be­lieb­tes­ten Stü­cken der Gat­tung Ope­ret­te, in der sich ita­lie­ni­sches Flair und Wie­ner Wal­zer­se­lig­keit er­gän­zen. Me­lo­di­en wie das be­rühm­te „Gon­del­lied“oder der schwung­vol­le „La­gu­nen­wal­zer“wur­den im Lau­fe der Zeit zu Ever­greens und ver­zau­bern bis heu­te ein Pu­bli­kum.

Foto: Hay­mann

TÄNDELEIEN à la Jo­hann Strauß sind ab heu­te im­mer wie­der im Stadt­thea­ter Pforz­heim zu er­le­ben.

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