Bil­lä­cker-Er­wei­te­rung soll ge­prüft wer­den

Wi­der­spruch des Al­ten­pfle­ge­heim-Trä­ger­ver­eins ver­hin­dert Haus­halts­ver­ab­schie­dung im De­zem­ber

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ju­li­an Zach­mann

Rem­chin­gen. Wäh­rend die Frak­ti­on der Frei­en Wäh­ler­ver­ei­ni­gung den Rem­chin­ger Haus­halts­plan für 2017 vor­aus­sicht­lich so mit­tra­gen wird wie ein­ge­ge­ben und die SPD bis auf die Si­cher­stel­lung von aus­rei­chend Plät­zen wäh­rend der kurz­fris­tig hö­he­ren Schü­ler­zah­len an der Nöt­tin­ger Ber­tha-Benz-Grund­schu­le nichts an dem über 200-sei­ti­gen Zah­len­werk aus­zu­set­zen hat­te, stach der CDU-Frak­ti­on ins­be­son­de­re ein Satz ins Au­ge: Ab­seits der Kal­ku­la­tio­nen ist im „Aus­blick 2018“die Re­de von ei­ner drin­gen­den Fort­füh­rung des jun­gen, mitt­ler­wei­le aber fast schon vol­len Ge­wer­be­ge­biets Bil­lä­cker in Wil­fer­din­gen. „Wir tei­len die Sor­ge des Bür­ger­meis­ters, dass wir ak­tu­ell kei­ne Ge­wer­be­ge­bie­te an­bie­ten kön­nen, aus­drück­lich“, er­klär­te CDU-Spre­cher Die­ter Walch, „aber die Kon­kre­ti­sie­rung auf ei­ne Er­wei­te­rung Rich­tung Kö­nigs­bach kön­nen wir noch nicht oder gar nicht tei­len“. Zu­min­dest wol­le die Frak­ti­on die Fort­füh­rung des wei­ten Flä­chen­nut­zungs­plans ab­war­ten. Die Bil­lä­cker wa­ren und sei­en kost­ba­res land­wirt­schaft­li­ches Land und die Bö­den im An­schluss sei­en nicht we­ni­ger frucht­bar: „Im­mer­hin le­ben wir in Rem­chin­gen noch im länd­li­chen Raum und set­zen uns für die Land­wirt­schaft ein. Des­halb müs­sen wir dis­ku­tie­ren, wel­che Er­schlie­ßungs­mög­lich­kei­ten für Ge­wer­be wir über­haupt noch ha­ben“, ver­deut­lich­te Walch und warb um Zu­stim­mung. „Von mir nicht“, er­klär­te Bür­ger­meis­ter Lu­ca Wil­helm Prayon. Mit Zu­stim­mung der bei­den Grü­nen er­reich­te die CDU bei Ge­gen­stim­men der an­de­ren den­noch die er­for­der­li­che Mehr­heit.

Au­ßer­dem be­an­trag­te Walch ein Kon­zept für ei­nen Bür­ger­bus, ei­nen noch 2017 er­fol­gen­den Pla­nungs­auf­trag für die Karls­ba­der Stra­ße („Nicht war­ten, bis die Nöt­tin­ger Orts­ver­bin­dungs­stra­ße fer­tig ist, aber auch nicht um­set­zen, be­vor sie im Bau ist“), ei­nen Pla­nungs­auf­trag für ein so­zia­les Wohn­pro­jekt und nach Ge­neh­mi­gung des Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­ckens ei­nen wei­te­ren für Schutz am Kämp­fel­bach. Für al­le ge­nann­ten Maß­nah­men ste­hen schon Mit­tel im Haus­halt, Walch woll­te sie da­mit aber kon­kre­ti­siert wis­sen. „Das ist doch dop­pelt gemop­pelt, wenn es schon drin­steht“, be­merk­te Ant­je Hill (SPD). „Wir ma­chen doch nicht Kas­per­le hier.“Lothar Wolf (frak­ti­ons­los) be­schäf­tig­te die Tat­sa­che, dass die All­ge­mei­ne Rück­la­ge laut Plan En­de 2019 mit 600 000 Eu­ro nur knapp über der Min­de­st­rück­la­ge liegt: „Was, wenn sich die Bau­kos­ten des Rat­haus­neu­baus tat­säch­lich er­hö­hen wür­den?“So­fern es wi­der Er­war­ten zu Mehr­aus­ga­ben kom­me und sich die­se nicht mit Ein­nah­men oder Ge­gen­wer­ten de­cken, müs­se der Ge­mein­de­rat ab ei­ner be­stimm­ten Gren­ze nach­jus­tie­ren, ant­wor­te­te Käm­me­rer Gerd Kunz­mann: „An­ge­sichts des Ge­samt­bud­gets ist die Fra­ge, ob man we­gen 100 000 oder 200 000 Eu­ro nach­jus­tie­ren muss.“

Klaus Fin­ger­hut (Grü­ne) hak­te in Sa­chen Kämp­fel­bach-Schutz und So­zia­ler Woh­nungs­bau nach. Au­ßer­dem frag­te er, ob man bis 2020 ein­ge­stell­te Mit­tel fürs Rad­we­ge­netz (500 000 Eu­ro) nicht vor­zie­hen kön­ne und schlug ei­ne Kli­ma­schutz-Kon­zep­ti­on vor. Prayon fand bei­de Ide­en löb­lich, vor dem Hin­ter­grund der ak­tu­el­len Ge­samt­auf­ga­ben (wie elf Mil­lio­nen Eu­ro In­ves­ti­tio­nen in 2017) und an­ge­sichts der über­aus ho­hen Ver­eins­för­de­rung (600 000 Eu­ro) noch nicht an der Zeit. Mit ih­rem Vor­schlag, die An­schaf­fung von E-Mo­bi­len, bei­spiels­wei­se für die Dia­ko­nie­sta­ti­on, zu be­zu­schus­sen und da­für 40 000 Eu­ro ein­zu­stel­len, stan­den die Grü­nen mit zwei Stim­men ge­gen al­le an­de­ren al­lei­ne da. Auf Fin­ger­huts Fra­ge, wie sich die Be­triebs­trä­ger­kün­di­gung im Al­ten­pfle­ge­heim zum Be­ginn des neu­en Jah­res auf den Haus­halt aus­wir­ke, ant­wor­te­te Kunz­mann, dass die recht­li­che Si­tua­ti­on noch nicht ge­klärt sei, nach­dem der Trä­ger­ver­ein Wi­der­spruch ge­gen die Kün­di­gung ein­ge­legt hat­te und es bis­her kei­ne güt­li­che Ei­ni­gung gab – un­ter an­de­rem des­halb kön­nen die Rä­te den Haus­halt nicht wie ge­plant im De­zem­ber ver­ab­schie­den, son­dern im Ja­nu­ar.

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