Stuck­ar­bei­ten muss­ten neu ver­ge­ben wer­den

Sa­nie­rung des his­to­ri­schen Rat­hau­ses in Dürrn soll aber bis April 2017 ab­ge­schlos­sen sein

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Mar­tin Schott

Öl­bronn-Dürrn. Die grund­le­gen­de Sa­nie­rung des his­to­ri­schen Rat­hau­ses in Dürrn ist der­zeit die größ­te In­ves­ti­ti­ons­maß­nah­me der Ge­mein­de. Im April 2015 war die Ge­mein­de­ver­wal­tung aus dem Rat­haus aus- und in die Über­gangs­räum­lich­kei­ten in der Pforz­hei­mer Stra­ße 5 ein­ge­zo­gen. Im An­schluss be­gan­nen die Um­bau­ar­bei­ten am Rat­haus­ge­bäu­de. Jetzt, 20 Mo­na­te spä­ter, biegt man auf die Ziel­ge­ra­de ein. „Wir ge­hen da­von aus, dass die Ar­bei­ten bis En­de April 2017 ab­ge­schlos­sen sein wer­den“, er­klär­te Ar­chi­tekt Frank Mor­lock in der Ge­mein­de­rats­sit­zung. Zu den ab­schlie­ßen­den Maß­nah­men im März und April 2017 wird ne­ben den letz­ten bau­li­chen Ar­bei­ten auch ein künst­le­ri­scher Schaf­fens­akt un­mit­tel­bar am Bau­werk ge­hö­ren. Im Auf­trag der Ge­mein­de wird der Freie Ar­chi­tekt und frei­schaf­fen­de Künst­ler Michael Schön­pflug, der in Leon­berg sein Ate­lier hat, ei­ne gro­ße Wand im re­prä­sen­ta­ti­ven Ein­gangs­be­reich des Rat­hau­ses künst­le­risch ge­stal­ten. Der vor­ge­se­he­ne Platz be­fin­det sich dort, wo künf­tig auch das neue Bür­ger­bü­ro sein wird.

Im Erd­ge­schoss des 1744 er­rich­te­ten Rat­haus­ge­bäu­des be­fand sich ur­sprüng­lich die Al­te Kel­ter der Ge­mein­de Dürrn. Im Zu­ge der Sa­nie­rung wur­de der Kel­ter­raum, wie vie­le an­de­ren Ge­bäu­de­tei­le auch, von bau­li­chen Sün­den frü­he­rer Um­bau­ten be­freit, die kei­ne Rück­sicht auf die ur­sprüng­li­che Ge­bäu­de­struk­tur ge­nom­men hat­ten. Jetzt hat der ehe­ma­li­ge Kel­ter­raum wie­der sei­ne his­to­ri­sche Hö­he von 4,50 Me­tern. Gut zehn Qua­drat­me­ter Wand­flä­che sol­len in Gestalt ei­ner Col­la­ge mit or­na­men­ta­len und text­li­chen Ele­men­ten ge­stal­tet wer­den. Den his­to­ri­schen Kon­text der Kel­ter auf­neh­mend, ist da­bei an ei­ne Form­ge­bung ge­dacht, die von ran­ken­den Wein­re­ben in­spi­riert ist. Künst­ler Michael Schön­pflug er­läu­ter­te sein Kon­zept, das schon das Ge­fal­len des „Be­mus­te­rungs­aus­schus­ses“des Ge­mein­de­ra­tes ge­fun­den hat­te, nun dem ge­sam­ten Rats­gre­mi­um vor Ort im Roh­bau des Rat­hau­ses. Die Idee zur „Kunst am Bau“hat­te Bür­ger­meis­ter Nor­bert Hol­me. Ein solch gro­ßes und prä­gen­des Pro­jekt der Ge­mein­de ver­die­ne es, durch die­se ganz auf die Ei­gen­art des Ge­bäu­des ab­ge­stimm­te künst­le­ri­sche Ar­beit ei­ne ent­spre­chen­de Be­rei­che­rung zu er­fah­ren, so der Schul­tes. Auch ei­nen Wer­muts­trop­fen gibt es bei der an­sons­ten gut von Stat­ten ge­hen­den Sa­nie­rung: Die mit dem um­fang­rei­chen Ge­werk „Putz- und Stuck­ar­bei­ten“be­auf­trag­te Fir­ma ha­be nach an­fäng­li­cher Tä­tig­keit die Ar­bei­ten auf der Bau­stel­le zu­neh­mend schlei­fen las­sen und schließ­lich ganz ein­ge­stellt, so Frank Mor­lock. So­gar auf Kon­takt­ver­su­che ha­be die Fir­ma nicht mehr re­agiert, so dass man den Werk­ver­trag am 18. No­vem­ber ha­be kün­di­gen müs­sen. Be­trof­fen vom Aus­fall sind auch Ar­bei­ten an der Fas­sa­de. Hier muss nun im Früh­jahr noch ein­mal ein Ge­rüst auf­ge­stellt wer­den. Die Kos­ten hier­für so­wie wei­te­re durch die Nicht­er­fül­lung des Ver­tra­ges ent­ste­hen­de Mehr­kos­ten sol­len der Fir­ma in Rech­nung ge­stellt wer­den. Durch den Ver­zug ist die ge­sam­te Bau­maß­nah­me bis­lang um vier bis sechs Wo­chen ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten. In der Ge­mein­de­rats­sit­zung wur­den die noch aus­zu­füh­ren­den Tei­le der Put­zund Stuck­ar­bei­ten im Vo­lu­men von 55 000 Eu­ro an ein Un­ter­neh­men aus Gemm­rig­heim ver­ge­ben.

Foto: Mar­tin Schott

DER KEL­TER­RAUM im Erd­ge­schoss des Dürr­ner Rat­hau­ses ist wie­der in sei­ner Hö­he von 4,50 Me­ter frei­ge­legt. Hier im neu­en Ein­gangs­be­reich soll auch das Bür­ger­bü­ro un­ter­ge­bracht wer­den.

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