So um­fährt man Weih­nachts­stress

Mit dem Au­to durch die Fei­er­ta­ge

Pforzheimer Kurier - - MOTOR UND VERKEHR - Archivfoto: dpa

Ver­stopf­te Stra­ßen, Auf­fahr­un­fall im Park­haus und spä­ter ein Böl­ler im Aus­puff: Zu Weih­nach­ten und Sil­ves­ter müs­sen sich Au­to­fah­rer auf Stress und Hek­tik ein­stel­len. Denn von Be­sinn­lich­keit ist auf Stra­ßen und Park­plät­zen nichts zu spü­ren. Im Ge­gen­teil: In­nen­städ­te plat­zen aus al­len Näh­ten. Und auf dem Weih­nachts­markt müs­sen Au­to­fah­rer den Glüh­wein­stand links lie­gen las­sen. Hier kom­men Tipps, wie man den Tru­bel si­cher und halb­wegs ent­spannt über­steht.

Recht­zei­tig los­fah­ren

Ein­kaufs­zen­tren kön­nen die vor­weih­nacht­li­che Höl­le sein. Im Park­haus kämp­fen Au­to­fah­rer um den letz­ten Park­platz. „Oft­mals ha­ben Kauf­häu­ser, die et­was au­ßer­halb lie­gen, grö­ße­re Park­plät­ze“, sagt Con­stan­tin Hack vom Au­to Club Eu­ro­pa (ACE). Au­ßer­dem ist Weih­nach­ten nichts für Lang­schlä­fer: Au­to­fah­rer tru­deln am bes­ten nicht erst nach­mit­tags im Ein­kaufs­zen­trum ein. Wer schon mor­gens hin­fährt, hat die größ­ten Chan­cen auf ei­nen der be­gehr­ten Stell­plät­ze.

Ein­käu­fe si­cher ver­stau­en

Ge­schen­ke sind nicht nur schön, son­dern oft auch groß und sper­rig. Sie soll­ten dem Fah­rer nicht die Sicht ver­sper­ren. Da­mit sie im Au­to nicht durch die Ge­gend flie­gen, wer­den sie bes­ser mit Spann­gur­ten und Net­zen ge­si­chert. Am bes­ten ist es, wenn al­le Ge­schen­ke in den Kof­fer­raum pas­sen. „An­sons­ten gilt: tief sta­peln“, scherzt Her­bert En­gel­mohr vom Au­to­mo­bil­club von Deutsch­land (AvD). Schwe­re Ge­gen­stän­de ge­hö­ren nach un­ten – al­ler­dings nicht in den Fuß­raum von Fah­rer oder Bei­fah­rer. Und auch Ge­schenk­türm­chen im In­nen­raum sind nicht zu emp­feh­len. Be­vor Au­to­fah­rer ei­nen Un­fall ris­kie­ren, soll­ten sie sich die Ar­ti­kel bes­ser lie­fern las­sen. Das bie­ten vie­le Kauf­häu­ser ge­gen ei­nen Auf­preis an.

Die­ben zu­vor­kom­men

Schließ­fä­cher eig­nen sich bes­ser als Ge­schen­kla­ger als der Kof­fer­raum. Wer nach dem Ein­kauf noch ei­nen Ab­ste­cher auf den Weih­nachts­markt ma­chen möch- te, soll­te das neue Smart­pho­ne oder die teu­re Uhr nicht ge­dan­ken­los im Kof­fer­raum las­sen. „Lang­fin­ger wis­sen, dass zur Weih­nachts­zeit mehr zu ho­len ist“, warnt Hack. Des­halb soll­ten Au­to­fah­rer lie­ber ein paar Eu­ro in ein Schließ­fach in­ves­tie­ren, zum Bei­spiel am Bahn­hof.

Kein Al­ko­hol am Steu­er

Glüh­wein und an­de­re al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke ge­hö­ren für die meis­ten auf dem Weih­nachts­markt un­be­dingt da­zu. Au­to­fah­rer las­sen da­von al­ler­dings bes­ser die Fin­ger. „Wer trin­ken möch­te, soll­te auf Ver­kehrs­mit­tel um­stei­gen“, rät Ma­xi Har­tung vom ADAC. Au­ßer­dem kön­nen sich Be­su­cher von Weih­nachts­märk­ten zu Mit­fahr­grup­pen zu­sam­men­schlie­ßen. Wech­seln sich die Fah­rer ab, ist je­der mal ent­halt­sam.

Baum gut ver­schnü­ren

Tan­ne oder Fich­te sol­len den Weg nach Hau­se heil über­ste­hen. Trans­por­tie­ren Fah­rer sie auf dem Au­to­dach, ge­hört die Spit­ze nach hin­ten, er­klärt Ma­xi Har­tung. So reißt der Fahrt­wind kei­ne Äs­te ab. Der Weih­nachts­baum wird mit Spann­gur­ten auf dem Dach­ge­päck­trä­ger fest­ge­zurrt. Er kann auch im Au­to trans­por­tiert wer­den: Ragt der Baum ei­nen Me­ter oder mehr über das Da­chen­de oder aus der of­fe­nen Heck­klap­pe hin­aus, muss die Spit­ze mit ei­nem ro­ten, min­des­tens 30 mal 30 Zen­ti­me­ter gro­ßen Tuch ge­kenn­zeich­net wer­den. Wei­ter als 1,5 Me­ter darf der Weih­nachts­baum nicht über­ste­hen.

Au­to nicht schmü­cken

Lich­ter­ket­ten se­hen zwar hübsch aus – ha­ben aber im oder am Au­to nichts zu su­öf­fent­li­che chen. „Sie kön­nen an­de­re Au­to­fah­rer ir­ri­tie­ren“, sagt En­gel­mohr. Auch an­de­rer Schmuck wie Weih­nachts­ku­geln oder Zwei­ge sind kei­ne gu­te Idee. Denn sie kön­nen vom Ver­kehr ab­len­ken. Wer sich als Weih­nachts­mann ver­klei­det, soll­te dar­auf ach­ten, dass das Ko­s­tüm Sicht und Be­we­gungs­frei­heit nicht be­hin­dert.

Wach­sam un­ter­wegs

Zu Sil­ves­ter knal­len die Kor­ken. Dumm für die, die sich an die­sem Abend hin­ters Steu­er set­zen müs­sen. Har­tung rät Au­to­fah­rern, an Sil­ves­ter ex­trem vor­sich­tig zu fah­ren. „Man muss mit Be­trun­ke­nen am Stra­ßen­rand rech­nen.“Die sind oft auch noch schick in Schwarz ge­klei­det, wes­halb man sie im Dun­keln kaum er­kennt.

Au­to in Si­cher­heit brin­gen

Feu­er­werk ist schön an­zu­schau­en. Nicht so toll fin­den es Au­to­fah­rer al­ler­dings, wenn Ra­ke­ten auf dem Au­to lan­den. Dar­über müs­sen sie sich aber kaum Sor­gen ma­chen. „Wenn die Ra­ke­te vom Him­mel fällt, ist sie so aus­ge­brannt, dass sie in der Re­gel kei­nen Scha­den mehr an­rich­tet“, er­klärt Hack. Even­tu­el­le Schmauch­spu­ren las­sen sich mit Lack­po­li­tur ein­fach ab­wi­schen. Da­mit das Au­to al­ler­dings nicht wild be­schos­sen wird, steht es an Sil­ves­ter bes­ser in der Ga­ra­ge. Falls der Un­ter­stand von Ge­rüm­pel blo­ckiert wird, wä­re in den nächs­ten Ta­gen noch Zeit, den Sperr­müll zu ent­sor­gen.

Schä­den mel­den

Ver­si­che­run­gen kom­men zum Ein­satz, wenn das Au­to doch be­schä­digt wur­de. „Bei Van­da­lis­mus­schä­den greift die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung“, er­klärt Kath­rin Ja­rosch vom Ge­samt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Au­to­fah­rer soll­ten al­ler­dings durch­rech­nen, ob es nicht güns­ti­ger ist, für den Scha­den selbst zu zah­len. Denn ei­ne Hoch­stu­fung durch die Ver­si­che­rung und ein even­tu­ell ver­ein­bar­ter Selbst­be­halt kön­nen für Au­to­fah­rer teu­rer wer­den als der ei­gent­li­che Scha­den. Die Teil­kas­ko zahlt dann, wenn Sil­ves­ter­knal­ler das Au­to in Brand ge­setzt oder durch Ex­plo­si­on be­schä­digt ha­ben. Hier kommt es dann zu kei­ner Prä­mi­en­hoch­stu­fung. Ju­lia Naue

AL­LE JAH­RE WIE­DER: Der Weih­nachts­baum ist selbst für den größ­ten Kom­bi zu groß.

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