Zum Jah­res­wech­sel lässt es Du­bai rich­tig kra­chen

Lohnt sich die Rei­se ins Emi­rat?

Pforzheimer Kurier - - REISE -

hat sich zu ei­ner Top-Des­ti­na­ti­on für den Ur­laub rund um den Jah­res­wech­sel ent­wi­ckelt. Das Emi­rat am Per­si­schen Golf ver­mark­tet sich als schil­lern­de Trend­me­tro­po­le der Zu­kunft, ein ver­lo­cken­des Image. Was für ei­ne Sil­ves­ter­rei­se nach Du­bai spricht – und was da­ge­gen:

Pro

DAS GU­TE WETTER: Son­ne, Wär­me und schö­nes Wetter zäh­len laut der FUR-Rei­se­ana­ly­se zu den wich­tigs­ten Ur­laubs­mo­ti­ven. Du­bai be­dient die­se Be­dürf­nis­se in der kal­ten Jah­res­zeit per­fekt: Es ist tags­über T-Shirt-warm und viel an­ge­neh­mer als im Som­mer, wenn die Glut­hit­ze schnell mehr als 40 Grad er­reicht. Und der Golf lädt mit rund 22 Grad Was­ser­tem­pe­ra­tur auch noch zum Ba­den ein. Win­ter­blues an Neu­jahr? Un­wahr­schein­lich. SPEK­TA­KU­LÄ­RE BAU­WER­KE: Der Burj Kha­li­fa. 828 Me­ter hoch, ist mit Si­cher­heit die spek­ta­ku­lärs­te At­trak­ti­on in Du­bai. Wie am Com­pu­ter ent­wor­fen er­hebt sich der höchs­te Wol­ken­krat­zer der Welt über der Wüs­te. Aus der Fer­ne sieht es im Dunst manch­mal aus wie ei­ne Fa­ta Mor­ga­na. Rund um das Burj Kha­li­fa ver­sam­meln sich in der Sil­ves­ter­nacht Tau­sen­de Men­schen für das gro­ße Feu­er­werk. In die Ka­te­go­rie Gi­gan­tis­mus fällt auch der Be­such des Du­bai Aqua­ri­um & Un­der­wa­ter Zoo in der Du­bai Mall: Zehn Mil­lio­nen Li­ter Was­ser, 140 ver­schie­de­ne Ar­ten, die Schei­ben sind 75 Zen­ti­me­ter dick. Wenn man durch den 48 Me­ter lan­gen Un­ter­was­ser­tun­nel spa­ziert, glei­ten Ti­ger­haie und Ro­chen di­rekt über dem ei­ge­nen Kopf hin­weg. Zum Image Du­bais hat das 321 Me­ter ho­he Ul­tra-Lu­xus­ho­tel „Burj al Ar­ab“in Form ei­nes rie­si­gen Se­gels nicht un­we­sent­lich bei­ge­tra­gen. Auch das „At­lan­tis“auf der Pal­me ist ein Blick­fang. DAS FEU­ER­WERK: Wenn ei­ne Stadt wie Du­bai das neue Jahr fei­ert, dann rich­tig. Das Feu­er­werk zählt zu den spek­ta­ku­lärs­ten der Welt. Von 2013 auf 2014 er­hell­ten 479 651 Ra­ke­ten in nur sechs Mi­nu­ten den Nacht­him­mel – Welt­re­kord. Die meis­ten Ra­ke­ten wer­den am Burj Kha­li­fa und am Was­ser über der Palm Ju­mei­rah und beim „Burj al Ar­ab“ab­ge­feu­ert. Das Far­ben­spiel am Nacht­him­mel ist in der Tat gran­di­os.

Kon­tra

DIE HO­HEN PREI­SE: Rich­tig güns­tig ist in Du­bai wohl nur der Sprit – er kos­tet oft we­ni­ger als Was­ser. Na­tür­lich ist Sil­ves­ter nir­gend­wo die güns­tigs­te Rei­se­zeit. Doch Du­bai darf als be­son­ders ex­klu­si­ves Ziel gel­ten. Fünf Näch­te im Dop­pel­zim­mer ei­nes zen­tra­len VierS­ter­ne-Ho­tels sind kaum für we­ni­ger als 180 Eu­ro pro Nacht zu ha­ben. 250 Eu­ro bis 300 Eu­ro sind nicht sel­ten. Du­bai zählt zu den Städ­ten mit den höchs­ten Ho­tel­prei­sen auf der gan­zen Welt, in ei­ner Li­ga mit To­kio und Sin­ga­pur. Die Tou­ris­mus­ver­mark­ter Du­bais ge­ben den nied­rigs­ten Preis für ein Ga­la-Din­ner (oh­ne Wein) mit 300 Dir­ham an, das sind 75 Eu­ro pro Per­son. In der Du­bai Mall beim Wol­ken­krat­zer Burj Kha­li­fa liegt der Preis bei et­wa 700 bis 1 000 Dir­ham – al­so 175 bis 250 Eu­ro. Das macht für ei­ne vier­köp­fi­ge Fa­mi­lie schnell mal 1 000 Eu­ro für ein ein­zi­ges Abend­es­sen. Re­stau­rants der Mit­tel­klas­se sind in Du­bai eher sel­ten. Und auch der Be­such der At­trak­tio­nen ist nicht ge­ra­de güns­tig zu nen­nen. KÜNST­LI­CHE WELT: Es kommt nicht von un­ge­fähr, wenn Be­su­cher Du­bai als „künst­lich“be­zeich­nen. In Du­bai ist al­les neu – und et­was see­len­los. Ab­ge­se­hen von klei­nen künst­li­chen Fuß­gän­ger­zo­nen (Du­bai Creek und Du­bai Ma­ri­na) gibt es kaum ein öf­fent­li­ches Le­ben. Wenn doch, spielt es sich in den Ein­kaufs­zen­tren ab. Abends die­nen Ho­tels als Treffpunkte. Wer we­nig Geld hat, bleibt au­ßen vor. Ei­ne gro­ße Par­ty in den Stra­ßen darf man in Du­bai da­her auch nicht an Sil­ves­ter er­war­ten. Al­ko­hol in der Öf­fent­lich­keit ist ver­bo­ten. Am be­sDu­bai ten re­ser­vie­ren Ur­lau­ber ei­nen Tisch in ei­nem Re­stau­rant. DIE STREN­GEN GE­SET­ZE: An­ders als das li­be­ra­le Image na­he­legt, gel­ten in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten recht re­strik­ti­ve Ge­set­ze. Für „pu­b­lic dis­play of af­fec­tion“, den öf­fent­li­chen Aus­druck von Zu­nei­gung durch Zärt­lich­kei­ten, droht ei­ne Geld­stra­fe. Dar­auf weist ein of­fi­zi­el­ler Ver­hal­tens­ko­dex der Re­gie­rung die Be­su­cher hin. In den al­ler­meis­ten Fäl­len se­hen die Be­hör­den über klei­ne­re Zärt­lich­kei­ten von Tou­ris­ten hin­weg. Aber will man aus­ge­rech­net dort ins neue Jahr fei­ern, wo ein ein­fa­cher Kuss in der Öf­fent­lich­keit theo­re­tisch un­ter Stra­fe steht?

Fa­zit

Tol­les Wetter, ori­en­ta­li­scher Lu­xus, er­staun­li­che At­trak­tio­nen und ein Feu­er­werk, das sei­nes­glei­chen sucht: Das spricht für Sil­ves­ter in Du­bai. Doch es ist ei­ne Stadt oh­ne le­ben­di­ges Flair, in der na­he­zu je­des Ver­gnü­gen or­dent­lich kos­tet – oder ver­bo­ten ist. Ein pa­kis­ta­ni­scher Ta­xi­fah­rer, der seit 16 Jah­ren in Du­bai lebt, bringt es auf den Punkt: „Mit viel Geld kannst du hier ein ech­tes Fünf-Ster­ne-Le­ben ha­ben.“Nichts an­de­res gilt für Tou­ris­ten. Phil­ipp Laa­ge

ATEM­BE­RAU­BEN­DES SCHAU­SPIEL: Be­son­ders spek­ta­ku­lär ist das Sil­ves­ter-Feu­er­werk am Burj Kha­li­fa in Du­bai. Foto: Du­bai Tou­rism

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