Zu Fla­min­gos und wei­ßen Dör­fern

Ra­drei­sen im Win­ter

Pforzheimer Kurier - - REISE -

Vor der Bi­zar­ro Bar in Alb­ufei­ra an der Al­gar­ve sit­zen Rad­ler in der Son­ne und schlür­fen ca­fé com lei­te, por­tu­gie­si­schen Milch­kaf­fee. Zwar sieht man da nie­man­den nur in kur­zen Ho­sen und Tri­kot, aber mit Trek­king­ho­se und Fleece­wes­te ist das im Win­ter recht an­ge­nehm. „Das ist al­le­mal bes­ser als das nass­kal­te grau in grau zu Hau­se“, meint ein West­fa­le aus der klei­nen Grup­pe. Die Win­ter­rad­ler er­kun­den die Küs­te zwi­schen At­lan­tik und spa­ni­scher Gren­ze. Auch an­ders­wo in Eu­ro­pas Sü­den herr­schen im Win­ter oft an­nehm­ba­re Tem­pe­ra­tu­ren für ei­nen Rad­ur­laub. Ra­drei­se­ver­an­stal­ter nut­zen die Gunst der St­un­de und bie­ten nun so­gar im Win­ter Pau­schal­pa­ke­te an. Das sind kei­ne ge­führ­ten Grup­pen­rei­sen, son­dern in­di­vi­du­el­le Wo­chen-Pa­cka­ges in­klu­si­ve Ho­tel­über­nach­tung, Road­book, Kar­te und auf Wunsch auch Ge­päck­trans­port. Ei­nen klei­nen Wer­muts­trop­fen gibt es al­ler­dings: Im Win­ter feh­len oft die di­rek­ten Flü­ge zu den Fe­ri­en­zie­len, die An­rei­se er­folgt mit Um­stei­gen bei­spiels­wei­se in Ma­drid, Lis­s­a­bon oder Rom. Hier ei­ni­ge Tipps zu Rad­re­gio­nen und An­ge­bo­ten.

Por­tu­gal

Von we­gen, die Al­gar­ve ist nur et­was für Golf­spie­ler. Seit zwei lan­ge Ra­d­rou­ten von der wil­den West­küs­te bei Sag­res bis zur spa­ni­schen Gren­ze bei Vi­la Re­al ein­ge­rich­tet wur­den, zählt der Sü­den Por­tu­gals zum at­trak­ti­ven Ne­ben­sai­son­ziel für Fahr­rad­fans. Der Fern­rad­weg „Eco­via“ver­läuft gut be­schil­dert über 220 Ki­lo­me­ter, oh­ne gro­ße Hö­hen­un­ter­schie­de vor­wie­gend in Küs­ten­nä­he – vor­bei an Traum­strän­den und durch Tou­ris­ten­dör­fer, vor­bei an Fla­min­go-Tei­chen und durch Vil­len­vier­tel. Wer es ur­sprüng­li­cher und kniff­li­ger be­vor­zugt, der wählt die „Via Al­gar­via­na“, die in sport­li­chem Auf und Ab die Moun­tain­bi­ker über 300 Ki­lo­me­ter durchs hü­ge­li­ge Hin­ter­land führt. Die Tour von Ver­an­stal­ter Vu­el­ta führt in ei­ner ge­nuss­vol­len Wo­che rund 260 Ki­lo­me­ter mit klei­nen Ab­ste­chern an der lan­gen Süd­küs­te ent­lang. Et­was win­di­ger, aber auch wil­der und ur­sprüng­li­cher ver­läuft ei­ne neun­tä­gi­ge Ra­drei­se von Fran­ce-Bi­ke der Cos­ta Vi­cen­ti­na am At­lan­tik ent­lang von Se­sim­bra un­weit von Lis­s­a­bon nach Sag­res und wei­ter bis ans Kap São Vi­cen­te, den west­lichs­ten Punkt Eu­ro­pas. Ein ech­tes Por­tu­gal-Er­leb­nis durch klei­ne Fi­scher­dör­fer und ver­las­se­ne Fe­s­tun­gen, vor­bei an stei­len Vo­gel­fel­sen.

An­da­lu­si­en

Die At­lan­tik­küs­te An­da­lu­si­ens prä­sen­tiert dem Rei­se­r­ad­ler schier end­lo­se Strän­de, wei­ße Dör­fer, schwar­ze Stie­re, Sher­ry al­ler Art und im­mer wie­der die­ses herr­li­che Licht, das der Küs­te ih­ren Na­men ein­brach­te. Be­lieb­ter Stand­ort für Tou­ren in al­le Rich­tun­gen ist das ehe­ma­li­ge Fi­scher­städt­chen Co­nil de la Fron­te­ra. Von dort geht’s zum Bei­spiel zum ge­schichts­träch­ti­gen Kap von Tra­fal­gar oder hin­auf zu den en­gen, stei­len Gas­sen im wei­ßen Dorf Ve­jer. Ur­lau­ben­de Rad­fah­rer tref­fen sich ger­ne im Ba­de­ort No­vo Sanc­ti Pe­tri am rund 14 Ki­lo­me­ter lan­gen Na­tur­strand Pla­ya la Ba­ros­sa. Rad­we­ge und aus­ge­schil­der­te Rou­ten las­sen an der Cos­ta de la Luz noch auf sich war­ten. Auf Kar­ten und GPS-Tracks sind al­ler­dings die at­trak­ti­ven Tou­ren ver­zeich­net. Und in ei­ni­gen Ho­tels wer­den so­gar ge­führ­te Tou­ren an­ge­bo­ten. Im Win­ter kön­nen sich eif­ri­ge Rad­ler in An­da­lu­si­en auch auf die knapp 230 Ki­lo­me­ter lan­ge

STEIFE BRI­SE: Auch im Sü­den, hier an Por­tu­gals Cos­ta Vi­cen­ti­na, müs­sen Rad­fah­rer im Win­ter mit küh­lem Wetter rech­nen – aber eben nicht mit Frost. Foto: Herb

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