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Pforzheimer Kurier - - BUNTE SEITE -

Adal­bert Mat­kow­sky war von je­her schwach im Rol­len­ler­nen, Er schrieb sich stets Brie­fe, die er in ei­ner Rol­le vor­zu­le­sen hat­te, auf ein Blatt Pa­pier und las ab. Nun woll­te ein Kol­le­ge ihm ei­nen Streich spie­len und über­reich­te ihm als Bo­te statt des vor­be­rei­te­ten Brie­fes ein lee­res Blatt Pa­pier. Als Mat­kow­sky den Um­schlag öff­ne­te und den wei­ßen Bo­gen er­blick­te, zuck­te er kurz zu­sam­men, fasste sich dann aber so­fort und reich­te dem Kol­le­gen das Blatt zu­rück. „Lies du das vor, mein Sohn!“tön­te er mit ge­bie­te­ri­scher Stim­me.

Ernst von Poss­art wur­de ein­mal als Zeu­ge vor Ge­richt ge­la­den. „Ihr Be­ruf?“frag­te der Vor­sit­zen­de. „Ich bin der be­deu­tends­te Schau­spie­ler und In­ten­dant der Ge­gen­wart.“Sei­ne Freun­de frag­ten ihn da­nach be­stürzt, wie er so et­was ha­be sa­gen kön­nen. „Ich muss­te! Ich stand un­ter Eid!“

Cä­sar hat­te Pom­pe­jus be­siegt und war da­durch Al­lein­herr­scher ge­wor­den. So­dann ließ er die ge­stürz­ten Bild­säu­len sei­nes to­ten Geg­ners wie­der auf­rich­ten. „Ist das nicht ein Akt der Groß­mut“, sag­te ein Freund Ci­ce­ros. „Cä­sar ist al­ler­dings groß­mü­tig“, ent­geg­ne­te Ci­ce­ro, „aber erst dann, wenn er den Geg­ner vor­sichts­hal­ber um­ge­bracht hat.“

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