Ma­chen Ein­bre­cher Weih­nachts­ur­laub?

Es scheint so – doch vor­her sind sie um­so ak­ti­ver

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Karls­ru­he. Ma­chen auch Ein­bre­cher an Weih­nach­ten mal Ur­laub? Nach der Sta­tis­tik scheint es fast so. Aber Vor­sicht, war­nen Po­li­zis­ten. Nach der Sil­ves­ter­par­ty oder dem Ski­ur­laub gibt es zu Hau­se manch­mal ei­ne bö­se Über­ra­schung. Al­le Jah­re wie­der nut­zen Kri­mi­nel­le auch Sil­ves­ter, um bei lau­tem Ge­b­öl­ler in lee­re Woh­nun­gen ein­zu­drin­gen.

Die Po­li­zei­sta­tis­tik no­tiert in den Weih­nachts­fe­ri­en ins­ge­samt aber we­ni­ger Ein­brü­che im Land als sonst. „Auch Ein­bre­cher ma­chen Weih­nachts­ur­laub“, er­klärt sich ein Spre­cher des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes (LKA) Ba­den-Würt­tem­berg das Phä­no­men. „Zwi­schen den Jah­ren ist eher Ru­he, da­für ist in der Vor­weih­nachts­zeit viel los“, sagt ein Spre­cher des Po­li­zei­prä­si­di­ums Karls­ru­he. Über die Grün­de kön­nen die Er­mitt­ler nur spe­ku­lie­ren. „Es wä­re denk­bar, dass die Ein­bre­cher auch bei ih­ren Fa­mi­li­en sind. Oder die Ein­bre­cher rech­nen da­mit, dass vie­le zu Hau­se sind“, mut­maßt der Po­li­zist.

Ein Grund zur Ent­war­nung sei das aber nicht: Vor den Fest­ta­gen sind Ein­bre­cher noch be­son­ders ak­tiv. Für ih­re Raub­zü­ge nut­zen sie be­vor­zugt die dunk­le Jah­res­zeit – und deut­li­che Ab­we­sen­heit ist für sie im­mer ein­la­dend. So­bald die Ta­ge kür­zer wer­den, be­ginnt die Ein­bruch­sai­son: Wäh­rend im Sep­tem­ber 2015 lan­des­weit noch 770 Ein­brü­che no­tiert wur­den, wa­ren es im No­vem­ber und De­zem­ber mit 1 790 be­zie­hungs­wei­se 1 785 schon mehr als dop­pelt so vie­le. Die meis­ten Ein­brü­che ge­sche­hen zwi­schen 16 und 21 Uhr, oft frei­tags und sams­tags. In der zwei­ten und drit­ten Ja­nu­ar­wo­che steigt die Zahl der Ein­brü­che dann wie­der – „aber nicht so stark wie vor Weih­nach­ten“–, be­vor es dann Rich­tung Früh­jahr wie­der zu­rück­geht.

Wie in an­de­ren Bun­des­län­dern wa­ren die Ein­bruchs­zah­len im Süd­wes­ten von 2008 bis 2013 ge­ra­de­zu ex­plo­diert. „Jetzt ist der Trend ge­dreht“, sagt ein LKA-Spre­cher. 2015 gab es im Land 12 255 Ein­brü­che – das wa­ren 9,1 Pro­zent we­ni­ger als im Vor­jahr. Die Auf­klä­rungs­quo­te lag bei 17,3 Pro­zent.

Ge­b­öl­ler an Sil­ves­ter nut­zen die Ban­den ger­ne

IM SCHUTZ DER DUN­KEL­HEIT schla­gen die Ein­bre­cher be­vor­zugt zu. Um Weih­nach­ten pau­sie­ren sie ger­ne mal. Fo­to: dpa

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