Mit Kopf und Herz

Um­stel­lun­gen beim KSC grei­fen, doch in der Of­fen­si­ve hol­pert es wei­ter

Pforzheimer Kurier - - JUNGES LEBEN - Von Chris­toph Dre­scher und Hans Fal­sehr

Karls­ru­he. Das ers­te Spiel als Trai­ner in der Zwei­ten Fuß­ball-Bun­des­li­ga hat Lu­kas Kwas­ni­ok bes­tens ver­kraf­tet. „Der Punkt­ge­winn hat sehr gut­ge­tan“, be­kräf­tigt der In­te­rims­coach des Karls­ru­her SC nach dem tor­lo­sen Un­ent­schie­den bei Dy­na­mo Dres­den. Zu­dem ha­be die U 19 des KSC, für die Kwas­ni­ok bis zur Frei­stel­lung von To­mas Oral zu­stän­dig war, in der Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga im Kel­ler­du­ell ge­gen den VfB Stutt­gart eben­falls nicht ver­lo­ren. „Al­so al­les gut“, fin­det der 35-Jäh­ri­ge. Ner­vös sei er vor sei­ner Pre­mie­re „im lau­tes­ten 30 000er-Sta­di­on Deutsch­lands“nicht ge­we­sen, al­ler­dings muss­te sich Kwas­ni­ok erst an die Tat­sa­che ge­wöh­nen, dass sein St­im­mor­gan ge­gen eben die­se 30 000 kaum an­kommt und ver­ba­le Ein­grif­fe ins Spiel schwie­ri­ger sind als im de­zi­be­lär­me­ren Ju­nio­ren­be­reich.

Viel zu kor­ri­gie­ren hat­te der KSCTrai­ner auf Zeit an die­sem Abend oh­ne­hin nicht. Die Ba­de­ner setz­ten den De­fen­siv­plan über 90 Mi­nu­ten so um, wie es sich ihr Vor­den­ker vor­ge­stellt hat­te: Bis­sig in den Zwei­kämp­fen, kom­pakt ste­hend und fle­xi­bel, denn die von Kwas­ni­ok aus­ge­tüf­tel­te Drei­er­ket­te wur­de bei geg­ne­ri­schem Ball­be­sitz schnell zu ei­nem Fün­fer­rie­gel um­for­miert. „Das war wirk­lich be­ein­dru­ckend, wie schnell die Mann­schaft das neue Sys­tem ver­in­ner­licht hat“, lobt Kwas­ni­ok sei­ne Elf. In Bjar­ne Tho­el­ke, Jor­di Fi­gueras und Den­nis Kem­pe soll­ten die kopf­ball­stärks­ten Ak­teu­re der Blau-Wei­ßen die letz­te Li­nie bil­den, wo­bei Tho­el­ke kurz­fris­tig pas­sen muss­te und durch Da­vid Kin­som­bi er­setzt wur­de. Kwas­ni­ok hat­te die ei­ge­nen Schwä­chen bei Stan­dard­si­tua­tio­nen und gleich­zei­ti­ge Stär­ken der Dresd­ner bei eben die­sen aus­ge­macht. Tat­säch­lich re­sul­tier­ten die ge­fähr­lichs­ten Ak­tio­nen der Gast­ge­ber aus ho­hen Bäl­len.

„Vor al­lem am En­de schien das Pen­del zu Dres­dens Guns­ten aus­zu­schla­gen. Da hat­ten wir et­was Glück und ei­nen über­ra­gen­den Re­né Voll­ath im Tor“, weiß Kwas­ni­ok. Aus dem Spiel her­aus ha­be sein Team aber so gut wie nichts zu­ge­las­sen – was den jun­gen Coach auch zu­ver­sicht­lich für das letz­te Hin­run­den­spiel am Sams­tag (13 Uhr) ge­gen Ein­tracht Braun­schweig stimmt. „Wir wol­len ge­gen die Ein­tracht mit der glei­chen In­ten­si­tät rein­ge­hen und viel­leicht et­was frü­her pres­sen. Und im Um­schalt­spiel nach vor­ne gibt es noch Ver­bes­se­rungs­be­darf“, sagt Kwas­ni­ok, dem bei al­ler Er­leich­te­rung be­wusst ist: „Wir ste­hen im­mer noch un­ter dem Strich.“

Es war­tet al­so noch viel Ar­beit auf die Ver­ant­wort­li­chen im Wild­park. Oli­ver Kreu­zers Blick war des­halb noch in den Ka­ta­kom­ben des Dy­na­mo-Sta­di­ons über die Ta­bel­le hin­aus ge­gan­gen. Of­fen­siv ha­be dem KSC das Durch­set­zungs­ver­mö­gen ge­fehlt. „Nur elf To­re in 16 Spie­len sa­gen al­les“, so der Sport­di­rek­tor. Au­ßer­dem dro­he Flo­ri­an Kam­be­ri mit sei­nen von der me­di­zi­ni­schen Ab­tei­lung noch nicht nä­her be­schrie­be­nen Knie­pro­ble­men „län­ger“aus­zu­fal­len, be­rich­tet Kreu­zer, der in der Win­ter­pau­se wohl vor al­lem in der Of­fen­si­ve nach Ver­stär­kun­gen su­chen wird. Und vor­her na­tür­lich die Trai­ner­po­si­ti­on zu be­set­zen hat. Zu­letzt kur­sier­ten Na­men wie Fran­co Fo­da (Sturm Graz), Jo­sef Zinn­bau­er (FC St. Gal­len) oder der ver­eins­lo­se Mir­ko Slom­ka, mit dem Kreu­zer be­reits beim HSV zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat. „Es wird viel spe­ku­liert, aber von un­se­rer Sei­te gibt es kei­ne Stel­lung­nah­me zu ir­gend­ei­nem Na­men. Wir ha­ben ja nicht den Mega­druck. Ent­schei­dend ist, dass er im Ja­nu­ar zum Trai­nings­auf­takt dann an­we­send ist“, be­tont Kreu­zer.

„Nur elf To­re in 16 Spie­len sa­gen al­les“

VOLL BEI DER SA­CHE: Lu­kas Kwas­ni­ok war mit dem Auf­tritt sei­ner Mann­schaft und dem Punkt­ge­winn in Dres­den zu­frie­den. Fo­to: GES

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