Re­de­be­darf nach Re­mis

Er­hitz­te Ge­mü­ter nach Null­num­mer in Frankfurt

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Frankfurt/Main (dpa). Am Tag da­nach griff San­dro Wa­gner zum Te­le­fon und rief Alex­an­der Mei­er an. In ei­nem „po­si­ti­ven Ge­spräch“mit dem Ka­pi­tän von Ein­tracht Frankfurt räum­te der Stür­mer von 1899 Hof­fen­heim die letz­ten Dis­so­nan­zen nach der hit­zi­gen Null­num­mer aus und be­en­de­te da­mit das ver­ba­le Schar­müt­zel, das dem Gift-Du­ell am Frei­tag ge­folgt war.

Im Zen­trum der in­ten­si­ven Au­f­ar­bei­tung des Spit­zen­spiels zwi­schen dem Fünf­ten und dem Vier­ten der Fuß­bal­lBun­des­li­ga, das den An­sprü­chen nie ge­recht wur­de, stand die nicht ge­ahn­de­te Tät­lich­keit von Da­vid Abra­ham ge­gen Wa­gner. „Das war Wahn­sinn“, kom­men­tier­te 1899-Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann den Ell­bo­gen­schlag des Frank­fur­ters. Die ge­fähr­li­che Ak­ti­on des Ar­gen­ti­ni­ers, den er als „tol­len Ty­pen“schät­ze, wer­te­te Na­gels­mann so­gar als vor­sätz­li­che Kör­per­ver­let­zung. „Wenn ich ir­gend­wo se­he, wie ein Mann ei­nem an­de­ren mit dem Ell­bo­gen in die­ser Art und Wei­se ins Ge­sicht schlägt, kli­cken die Hand­schel­len. Der wird das Ta­ges­licht so schnell nicht mehr wie­der se­hen“, kri­ti­sier­te er.

Mei­er hin­ge­gen äu­ßer­te Ver­ständ­nis für sei­nen Team­kol­le­gen. „Er spielt am Ran­de der Le­ga­li­tät“, sag­te der Ein­tracht-Ka­pi­tän über Wa­gner. „Wenn er so spielt, muss er auch da­mit rech­nen, dass er mal ei­nen ab­kriegt.“Ein­trach­tTrai­ner Ni­ko Ko­vac sprach nicht um den hei­ßen Brei her­um. „Das war ei­ne kla­re Ro­te Kar­te, da müs­sen wir gar nicht drü­ber dis­ku­tie­ren“, sag­te er.

Kon­se­quen­zen muss Abra­ham je­doch nicht be­fürch­ten, da der an die­sem Abend völ­lig über­for­der­te Schieds­rich­ter Chris­ti­an Din­gert auf Stür­mer­foul ent­schied. Da­für müs­sen die Frank­fur­ter dem­nächst auf Ti­mo­thy Chand­ler ver­zich­ten, den Din­gert acht Mi­nu­ten vor Schluss we­gen ei­ner an­geb­li­chen Tät­lich­keit ge­gen Wa­gner vom Feld schick­te. Selbst der TSG-Stür­mer wun­der­te sich dar­über: „Er hat mich nicht schlimm be­rührt, da war nichts. Die Ro­te Kar­te war über­trie­ben.“

Die Gäs­te, die eben­falls nicht zim­per­lich agier­ten, fühl­ten sich den­noch als Op­fer ei­ner dre­cki­gen Spiel­wei­se, die Hof­fen­heims Pro­fi-Chef Alex­an­der Ro­sen an­pran­ger­te. Sei­ne Mann­schaft sei mit Re­spekt und An­stand auf­ge­tre­ten – der Ein­tracht woll­te Ro­sen dies nicht at­tes­tie­ren. „Es ist kei­ne Me­tho­de von uns, ge­gen die­sen Vor­wurf weh­re ich mich“, kon­ter­te Ko­vac. „Das ist Fuß­ball, da ge­hö­ren Kör­per­kon­takt und Zwei­kämp­fe da­zu.“

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