„Be­deu­ten­de Ein­rich­tung für Zi­vil­ge­sell­schaft“

Men­schen­rechts­zen­trum fei­er­te 20. Ge­burts­tag

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE -

Als Grund zum Fei­ern, aber auch zum Nach­den­ken hat Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup am Sams­tag in sei­nem Gruß­wort das 20-jäh­ri­ge Be­ste­hen des Karls­ru­her Men­schen­rechts­zen­trums be­zeich­net. „Es ist trau­rig, dass wir die­se für die Zi­vil­ge­sell­schaft so be­deu­ten­de Ein­rich­tung heu­te fast mehr brau­chen als bei ih­rer Grün­dung im Jah­re 1996“, er­klär­te er und lob­te die gro­ße Pa­let­te an Grup­pie­run­gen, Ver­ei­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Pro­jek­ten, die sich dort eh­ren­amt­lich en­ga­gie­ren.

68 Jah­re nach Ver­kün­dung der „All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te“durch die Ver­ein­ten Na­tio­nen er­in­ner­te Dank­wart von Lo­eper dar­an, dass auch heu­te grund­le­gen­de Rech­te wie selbst­be­stimm­tes Le­ben, freie Woh­nungs- und Ar­beits­wahl und vie­les mehr für asyl­su­chen­de Flücht­lin­ge nicht gel­ten wür­den. „Oft schei­tern Hoff­nun­gen und Träu­me an der bit­te­ren Rea­li­tät in Deutsch­land“, be­rich­te­te er. Der Feind­se­lig­keit Men­sch­lich­keit ent­ge­gen­zu­set­zen, war und sei obers­tes Ziel al­ler im Men­schen­rechts­zen­trum en­ga­gier­ten Per­so­nen und Grup­pen, führ­te er fort. Mit wel­chen An­fein­dun­gen und Re­pres­sa­li­en die re­gie­rungs­kri­ti­sche Pres­se in der Tür­kei ak­tu­ell zu kämp­fen ha­be, er­läu­ter­te in ei­nem Vor­trag der Jour­na­list Erai­ment Ak­deniz, der haut­nah die Schlie­ßung des Fern­seh­sen­ders Ha­ya­tin Se­si TV En­de Sep­tem­ber er­leb­te. Er bat um So­li­da­ri­tät mit der op­po­si­tio­nel­len Pres­se in der Tür­kei. Dem schloss sich Fe­st­red­ner Klaus Ba­de an und er­in­ner­te, dass im Zwei­ten Welt­krieg vie­le Deut­sche Asyl in der Tür­kei fan­den. „Un­se­re Pflicht ist es, jetzt de­nen zu hel­fen, die vor Ver­fol­gung flüch­ten“, for­der­te der His­to­ri­ker und Mi­gra­ti­ons­for­scher.

Das Ver­sa­gen der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft sei ver­ant­wort­lich für die La­ge der Men­schen im Na­hen Os­ten und die Flücht­lings­kri­se. Die Will­kom­mens­be­we­gung bei der Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­strö­me im ver­gan­ge­nen Jahr be­zeich­ne­te er als „Stern­stun­de der De­mo­kra­tie“, wenn Mil­lio­nen von Eh­ren­amt­li­chen als Er­satz für über­for­der­te Be­hör­den funk­tio­nier­ten. Er warn­te al­ler­dings da­vor, dass sich die­se Will­kom­mens­kul­tur nun in ei­ne Ab­wehr­kul­tur wand­le, ein­her­ge­hend mit ei­nem Ver­fall der Wer­te. Hel­fen, tei­len, ret­ten und Wi­der­stand ge­gen Po­pu­lis­mus sei­en die wich­tigs­ten Grund­la­gen, die Flücht­lings­kri­se nicht zu ei­ner In­te­gra­ti­ons­kri­se wer­den zu las­sen. Pe­tra Stutz

Jour­na­list be­rich­te­te über La­ge in der Tür­kei

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