Ka­ra­mel­li­sier­te Ku­hau­gen

Ti­na Häus­ser­mann prä­sen­tiert Ge­schich­ten aus dem Fa­mi­li­en­le­ben

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS / WETTER -

In ih­rem neu­en Pro­gramm „Fut­schi­ka­to“prä­sen­tiert Ti­na Häus­ser­mann un­ter an­de­rem Ge­schich­ten rund um das Fa­mi­li­en­le­ben. Von zer­teil­ten Pup­pen über ka­ra­mel­li­sier­te Ku­hau­gen bis hin zur Darm­grip­pe. Zwei St­un­den ver­ge­hen wie im Flug und der Zu­schau­er im Lö­wen­saal in Nöt­tin­gen fragt sich da­nach, ob das ge­ra­de wirk­lich al­les pas­siert ist. Di­rekt zu Be­ginn schnappt sich Häus­ser­mann ei­ne Kon­fet­ti­pis­to­le, feu­ert sie ab, geht dann zu ei­ner Zu­schaue­rin in der ers­ten Rei­he und macht die ver­dutz­te An­ge­li­ka Mu­ther kur­zer­hand zur Hu­mor­be­auf­trag­ten. Ih­re Auf­ga­be ist es fort­an, je­des Mal, wenn ei­ner von vier über den Abend ver­teil­ten Gags an der Rei­he ist, die Pis­to­le ab­zu­feu­ern.

Vor lau­ter gu­ter Lau­ne feu­ert die Zu­schaue­rin über den Abend ver­teilt glatt zwei Ma­ga­zi­ne leer. Die Gäs­te ler­nen vie­les über die Pha­sen der Wut, und in­ner­halb kür­zes­ter Zeit ist die Hal­le vol­ler Wut­bür­ger. „Wie kann man nur so blöd sein?“, ru­fen sie ent­hemmt und klop­fen da­bei rhyth­misch sich oder ih­rem Sitz­nach­barn auf die Ober­schen­kel.

Nach­dem ihr Mann ge­fal­tet und ver­schickt wur­de, geht es erst ein­mal auf die Sa­ni­fair-Toi­let­te und frei nach dem Mot­to „Ora et la­bo­ra“wird der kul­tu­rel­le Auf­trag mit vier mal La­chen und ein­mal Schmun­zeln er­füllt. Ti­na Häus­ser­mann hat noch viel mehr zu bie­ten. Im­mer wie­der ver­packt sie in ih­re Lie­der und Ge­schich­ten The­men, die ei­ne ganz an­de­re Sei­te an ihr zei­gen. Kommt man bei den flip­pi­gen und über­dreh­ten Hu­mor­pas­sa­gen manch­mal nicht um­hin, ih­rem Mann zu Hau­se viel Kraft zu wün­schen und sich zu fra­gen wie er das nur aus­hält, so sind dies die Mo­men­te in de­nen man ihn um die­se Frau be­nei­det. Sie singt da­von, sich zu strei­ten und sich wie­der zu spü­ren an­statt ne­ben­ein­an­der­her zu le­ben. Dann be­schäf­tigt sie sich mit ei­ner Fra­ge, mit der sich so ziem­lich je­der Mensch ir­gend­wann im Al­ter zwi­schen 40 und 50 kon­fron­tiert sieht. Was wird sein, wenn das, was im­mer da war, nicht mehr da ist? Wenn die El­tern ge­stor­ben sind und man für im­mer er­wach­sen ist? Den Ab­schluss des Abends bil­den ei­ne Oper mit flie­gen­den Chips und ein ge­mein­sam mit dem Pu­bli­kum ge­sun­ge­nes Lied.

Wenn man sich auf Ti­na Häus­ser­mann ein­lässt, be­kommt man ei­ne sehr viel­schich­ti­ge, fein­sin­ni­ge, au­then­ti­sche und sym­pa­thi­sche Frau ge­bo­ten, die über den Tel­ler­rand blickt und Ta­bu­mau­ern ein­reißt. Ron Tee­ger

VIEL­SCHICH­TIG war der Auf­tritt von Ti­na Häus­ser­mann in Nöt­tin­gen, wo sie ihr ak­tu­el­les Pro­gramm „Fut­schi­ka­to“zum Bes­ten gab. Fo­to: Tee­ger

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