Mehr­heit will Atom-Pakt bil­li­gen

Uni­on, SPD und Grü­ne sind sich ei­nig über die Fi­nan­zie­rung der Ent­sor­gung

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Berlin (dpa). Der ge­plan­te Mil­li­ar­den­pakt des Staa­tes mit den Ener­gie­kon­zer­nen zur Ent­sor­gung der AtomAlt­las­ten wird von ei­ner brei­ten Bun­des­tag-Mehr­heit ge­tra­gen. Uni­on, SPD und vor­aus­sicht­lich auch die Grü­nen wol­len am kom­men­den Don­ners­tag den Ent­sor­gungs­pakt im Par­la­ment end­gül­tig be­schlie­ßen, wie ges­tern die stell­ver­tre­ten­den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Micha­el Fuchs (CDU), Hu­ber­tus Heil (SPD) und Oli­ver Kri­scher (Grü­ne) in Berlin an­kün­dig­ten. Der Ver­trag sieht vor, dass der Staat den Kon­zer­nen Eon, RWE, Vat­ten­fall und EnBW die Ver­ant­wor­tung für die Zwi­schen- und End­la­ge­rung des Atom­mülls ab­nimmt. Da­für sol­len die Strom­kon­zer­ne bis zum Jahr 2022 rund 23,55 Mil­li­ar­den Eu­ro bar in ei­nen staat­li­chen Fonds über­wei­sen, der die Zwi­schen- und End­la­ge­rung des Strah­len­mülls ma­na­gen soll. Zu­vor hat­ten die Kon­zer­ne an­ge­kün­digt, meh­re­re Kla­gen ge­gen den Staat fal­len zu las­sen.

Ko­ali­ti­on und Op­po­si­ti­on po­chen dar­auf, dass auch die rest­li­chen Kla­gen zu­rück­ge­zo­gen wer­den. Dies be­trifft den Streit um die Brenn­ele­men­te-Steu­er, die En­de 2016 oh­ne­hin aus­läuft. Zu­dem hat der schwe­di­sche Staats­kon­zern Vat­ten­fall vor ei­nem Schieds­ge­richt in den USA auf 4,7 Mil­li­ar­den Eu­ro Ent­schä­di­gung ge­klagt. Kri­scher nann­te die Rück­nah­me meh­re­rer Kla­gen durch die Atom­kon­zer­ne ei­nen wich­ti­gen Schritt auf dem Weg zu ei­nem Rechts­frie­den: „Doch am Ziel sind wir hier noch nicht.“Des­halb wer­de die Bun­des­re­gie­rung im Ge­setz ex­pli­zit da­zu er­mäch­tigt, per öf­fent­lich-recht­li­chem Ver­trag auf die Rück­nah­me der ver­blie­be­nen bei­den Kla­gen im Atom­sek­tor zu drin­gen. Er wer­de sei­ner Frak­ti­on emp­feh­len, den nach­ge­bes­ser­ten Ge­set­zes­plä­nen zu­zu­stim­men, sag­te Kri­scher. Hu­ber­tus Zde­bel von den Lin­ken sprach vom „gro­ßen Schul­ter­schluss“von Uni­on, SPD und Grü­nen mit den Kon­zer­nen. Die Atom­ri­si­ken wür­den ver­staat­licht. „Wir ha­ben ins­ge­samt ei­ne sehr ver­nünf­ti­ge Lö­sung ge­fun­den“, sag­te Fuchs.

DER HOCHRADIOAKTIVE AB­FALL aus den deut­schen Atom­kraft­wer­ken muss ent­sorgt wer­den. Die Strom­kon­zer­ne wer­den sich an den da­für an­fal­len­den Kos­ten be­tei­li­gen. Im Ge­gen­zug wol­len sie Kla­gen ge­gen den Staat fal­len las­sen. Fo­to: dpa

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