Blu­ti­ge Na­se ge­holt

Nach 20:20 ge­gen Spa­ni­en bangt die DHB-Aus­wahl um Halb­fi­nal-Ein­zug

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Gö­te­borg (sid). Die deut­schen Hand­bal­le­rin­nen schli­chen nach dem 20:20 (9:12) ge­gen Spa­ni­en mit sor­gen­vol­ler Mie­ne durch die Ka­ta­kom­ben der Are­na in Gö­te­borg. Nicht so sehr we­gen des ver­pass­ten Schrit­tes Rich­tung EMHalb­fi­na­le, son­dern eher we­gen ih­rer blu­ten­den Team­kol­le­gin Isa­bell Klein, die we­ni­ge Se­kun­den vor Schluss bei ei­ner Ab­wehr­ak­ti­on vom El­len­bo­gen ih­rer Mann­schafts­ka­me­ra­din Kim Naid­zi­na­vici­us im Ge­sicht ge­trof­fen wor­den war. Wie der Deut­sche Hand­ball­bund am Abend mit­teil­te, be­steht bei ihr der Ver­dacht auf ei­nen Na­sen­bein­bruch. Bun­des­trai­ner Bieg­ler sorg­te sich na­tür­lich um sei­nen Schütz­ling, war aber zu­frie­den mit sei­ner Mann­schaft. „Die La­dies ha­ben wie­der nicht ver­lo­ren, al­les gut“, sag­te der Coach.

Im ab­schlie­ßen­den Haupt­run­den­spiel muss Deutsch­land mor­gen (16.15 Uhr/ Sport 1) ge­gen Gast­ge­ber Schwe­den ge­win­nen und ist auch auf Schüt­zen­hil­fe an­ge­wie­sen, um die Vor­schluss­run­de doch noch zu er­rei­chen. „Ein Punkt ist ein Punkt, der kann am En­de sehr aus­schlag­ge­bend sein“, sag­te Tor­hü­te­rin Cla­ra Wol­te­ring. Es hät­ten aber auch zwei Zäh­ler sein kön­nen, denn Tor­jä­ge­rin Sven­ja Hu­ber schei­ter­te 54 Se­kun­den vor Schluss beim Stand von 20:20 an der über­ra­gen­den Tor­hü­te­rin Sil­via Na­var­ro. Die war mit 44 Pro­zent Pa­ra­den der gro­ße Rück­halt der Spa­nie­rin­nen. An­ne Hu­bin­ger war mit fünf Tref­fern bes­te Wer­fe­rin der deut­schen Aus­wahl, die in der Grup­pe 1 nun 5:3 Punk­te hat.

Im fünf­ten Spiel bin­nen neun Ta­gen spiel­ten die als Ta­bel­len­füh­rer ins Spiel ge­gan­ge­nen Deut­schen lan­ge Zeit we­nig druck­voll. An­grif­fe spiel­ten sie sel­ten kon­se­quent zu En­de, Hu­ber warf auch in die­ser Pha­se un­ge­wohnt un­si­cher. Auch die De­ckung, bis­lang ei­ner der Er­folgs­grün­de, ließ zu vie­le ein­fa­che Wür­fe zu. So hat­ten die Spa­nie­rin­nen über wei­te Stre­cken leich­tes Spiel. Deutsch­land er­laub­te sich zu­nächst in der Of­fen­si­ve zu vie­le Feh­ler bei Zu­spie­len und Ab­schlüs­sen. Vor al­lem über die lin­ke Ab­wehr­sei­te der Deut­schen kam Spa­ni­en zu vie­len ein­fa­chen Wür­fen, ge­gen die auch Wol­te­ring, die mit ih­rem 38. EM-Spiel die bis­he­ri­ge deut­sche Re­kord­hal­te­rin Grit Ju­rack über­flü­gel­te, nicht viel aus­rich­ten konn­te. Nach der Pau­se prä­sen­tier­te sich die Mann­schaft ver­bes­sert, ging ag­gres­si­ver zu Wer­ke und hol­te ei­nen Fünf-To­re-Rück­stand wie­der wett. Die für die bis­he­ri­ge Er­satz­tor­hü­te­rin Kat­ja Kra­marc­zyk in den Ka­der be­ru­fe­ne Di­nah Ecker­le füg­te sich mit drei tol­len Pa­ra­den ein. Vor­ne fand das DHB-Team aber wei­ter zu we­ni­ge Lö­sun­gen ge­gen die De­ckung des EM-Zwei­ten von 2014. Beim Stand von 14:18 nahm Bieg­ler die Tor­hü­te­rin raus. Sei­ne Mann­schaft konn­te da­nach im­mer­hin um ein Tor ver­kür­zen. In der Schluss­pha­se war das Team dann hell­wach, dreh­te das Spiel und führ­te vier Mi­nu­ten vor dem En­de so­gar 20:19.

SCHMERZHAFT en­de­te das letz­te EM-Haupt­run­den­spiel für Isa­bell Klein. Die deut­schen Hand­bal­le­rin­nen ka­men im Du­ell mit Spa­ni­en über ein 20:20 nicht hin­aus. Fo­to: dpa

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