Win­ter­dienst in War­te­stel­lung

Streu­salz in den Enz­kreis-Ge­mein­den bis­her we­nig nach­ge­fragt / Kom­mu­nen ha­ben Salz ge­hor­tet

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Heinz Rich­ter

Enz­kreis. Au­ßer in ei­ni­gen we­ni­gen Be­rei­chen ist der Enz­kreis in den ver­gan­ge­nen Wo­chen von Schnee und Eis­glät­te auf den Stra­ßen ver­schont ge­blie­ben. Streu­salz ge­hört in den Fach­ge­schäf­ten und Bau­märk­ten zu ei­nem we­nig nach­ge­frag­ten Pro­dukt. Die Enz­kreis­ge­mein­den sind für ei­nen mög­li­chen Win­ter­ein­bruch aber ge­rüs­tet und ha­ben Salz ge­hor­tet. Die Stra­ßen­meis­te­rei des Enz­krei­ses auf der Wil­fer­din­ger Hö­he in Pforz­heim hat 6 000 Ton­nen Salz und 200 000 Li­ter So­le, ei­ne flüs­si­ge Salz­lö­sung, be­reit ste­hen.

Die Enz­kreis-Stra­ßen­meis­te­rei hat ne­ben dem Haupt­la­ger auf der Wil­fer­din­ger Hö­he noch Au­ßen­la­ger in Neu­en­bürg, Neu­hau­sen, Wi­erns­heim und Maul­bronn. 516 Ki­lo­me­ter hat Ober­stra­ßen­meis­ter Hein­rich El­wert mit 42 Stra­ßen­wär­tern, die im Win­ter­plan ein­ge­setzt wer­den, zu be­treu­en. Die Stra­ßen­meis­te­rei war schon ei­ni­ge Mal we­gen Reif­glät­te un­ter­wegs zum Streu­en. Kon­troll­fahr­ten ge­hö­ren bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren zur Ta­ges­ord­nung. „Punk­tu­ell wer­den Brü­cken und auch Mul­den mit Wald­stre­cken kon­trol­liert und ab­ge­fah­ren“, er­klärt El­wert.

Ei­gent­lich schreibt das Ge­setz ei­ne Stra­ßen­räu­mung zwi­schen sechs und 22 Uhr vor. „Um sechs oder sie­ben Uhr müs­sen wir we­gen des Be­rufs- und Schü­ler­ver­kehrs fer­tig sein. Wir fan­gen um 3.30 Uhr an“, sagt El­wert. Wenn es hef­tig wird, kom­men zur ei­ge­nen Mann­schaft bei der Stra­ßen­meis­te­rei Enz­kreis noch ex­ter­ne Un­ter­neh­mer mit ih­ren Fahr­zeu­gen. Die Stra­ßen­meis­te­rei hat sechs ei­ge­ne Win­ter­fahr­zeu­ge und acht an­ge­mie­te­te.

Das au­ßer­ge­wöhn­lichs­te Er­leb­nis für El­wert liegt schon ei­ni­ge Jah­re zu­rück. Ein Rä­um­fahr­zeug war auf der Stre­cke zwi­schen Un­ter­rei­chen­bach und Kap­fen­hardt un­ter­wegs, als sich vor dem Fah­rer ein schwar­zes Loch auf­tat. Auf ei­ner Stre­cke von 20 bis 30 Me­ter war die Stra­ße am Hang ab­ge­rutscht.

Strau­ben­hardt hat vor­beu­gend ge­streut

Zum Glück fuhr der Fah­rer lang­sam. Auch in Kie­sel­bronn sind die Salz­la­ger voll. „Wir ha­ben zwei vol­le Si­los mit 48 und 26 Ton­nen“, sagt Na­di­ne Walz vom Tech­ni­schen Bau­amt. Zwei Trak­to­ren für die Stra­ße und ein Mini­trak­tor für die Geh­we­ge ste­hen be­reit. „Im ei­si­gen Win­ter 2010/11 ka­men wir ge­ra­de so über die Run­den mit dem Salz und muss­ten es so­gar aus dem Aus­land be­zie­hen“, be­rich­tet Na­di­ne Walz.

„Wir sind start­klar“, be­rich­tet auch Bau­hof­lei­ter Har­ry Faaß aus Kö­nigs­bach-St­ein. Punk­tu­el­le Ein­sät­ze auf glat­ten Stra­ßen­stel­len gab es auch hier schon. 50 Ton­nen Salz la­gern im rand­vol­len Si­lo. In der Hal­le kom­men noch­mals 40 Ton­nen da­zu. Sechs Fahr­zeu­ge sind win­ter­be­reit. Har­ry Faaß wun­dert sich manch­mal über das Un­ver­ständ­nis der Leu­te, wenn nicht al­les gleich ge­räumt ist. Oft liegt es aber auch dar­an, dass das Fahr­zeug mit brei­tem Räums­child Stra­ßen gar nicht an­fah­ren kann, weil sie zu­ge­parkt sind.

In der höchst­ge­le­gens­ten Ge­mein­de im Enz­kreis in En­gels­brand hat Bau­hof­lei­ter Jo­chen Non­nen­mann mit über 100 Ton­nen Streu­salz sei­ne La­ger voll. „Par­ken­de Fahr­zeu­ge sind manch­mal ein Pro­blem“, sagt er und er­klärt: „Wir ha­ben schon mal um fünf Uhr früh ei­nen Fah­rer her­aus­ge­klin­gelt“.

In Strau­ben­hardt wur­de schon vor­beu­gend ge­streut. Bau­amts­lei­ter Jo­han­nes Koh­le hat 100 Ton­nen Salz ein­ge­la­gert und fünf Fahr­zeu­ge für den Win­ter­dienst vor­be­rei­tet. In Nie­fern-Öschel­bronn wer­den bei ent­spre­chen­der Wet­ter­la­ge mor­gens ab 3.30 Uhr Stra­ßen ab­ge­fah­ren. Bau­hof­lei­ter Hel­mut Frey hat um die 50 Ton­nen Salz im La­ger und zehn Mit­ar­bei­ter. 23 Mit­ar­bei­ter wer­den in Rem­chin­gen beim Win­ter­dienst ein­ge­setzt. Im­mer zwei Per­so­nen fah­ren im Rä­um­fahr­zeug mit. „Wir ha­ben ei­ne neur­al­gi­sche Stel­le in Sin­gen. Ei­ne Brü­cke über die Pfinz und die Ei­sen­bahn“, be­rich­tet Bau­hof­lei­ter Jens Walch. Bei Tem­pe­ra­tu­ren un­ter fünf Grad wer­den die Stra­ße täg­lich um drei Uhr ab­ge­fah­ren. „Ein­mal hat­te ich wirk­lich Angst“, er­zählt Walch.

Vor drei Jah­ren gab es an ei­nem Sams­tag um neun Uhr Blitz­eis. Ein Mit­ar­bei­ter hat­te mit sei­nem Fahr­zeug ei­nen Un­fall und rutsch­te am Hang ab. Auch der Bau­hof­lei­ter kam zur Hil­fe, konn­te aber we­gen des Ei­ses we­nig aus­rich­ten. In Neu­hau­sen nutzt die Ge­mein­de das Salz­la­ger vom Enz­kreis. So um die 50 Ton­nen Salz wer­den je nach Win­ter et­wa in ei­ner Sai­son ver­braucht.

BE­REIT FÜR DEN WIN­TER­DIENST: Das Team vom Bau­hof in Rem­chin­gen. In die­sem Herbst ist der Enz­kreis von Schnee und Eis­glät­te auf den Stra­ßen ver­schont ge­blie­ben. Fo­to: Rich­ter

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