Be­wer­bung zum Schein

Bei Ab­leh­nung Vor­wurf der Dis­kri­mi­nie­rung hin­fäl­lig

Pforzheimer Kurier - - RECHT IM ALLTAG -

Lu­xem­burg (AFP). Wer sich bei ei­nem Un­ter­neh­men auf ei­ne Stel­le nur zum Schein be­wirbt, hat bei ei­ner Ab­leh­nung kei­nen An­spruch auf Ent­schä­di­gung we­gen Dis­kri­mi­nie­rung. Dies ent­schied der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) in ei­nem am Don­ners­tag ver­kün­de­ten Ur­teil und ver­wies zur Be­grün­dung dar­auf, dass sich „nie­mand in be­trü­ge­ri­scher oder miss­bräuch­li­cher Wei­se“auf die EU-Vor­schrif­ten zum Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz be­ru­fen dür­fe.

In dem vom Bun­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­leg­ten Aus­gangs­fall hat­te die R+V Ver­si­che­rung Trainee-Stel­len für jun­ge Hoch­schul­ab­sol­ven­ten aus­ge­schrie­ben. Der Ab­schluss soll­te nicht län­ger als ein Jahr zu­rück­lie­gen.

Auf ei­ne die­ser Stel­len be­warb sich dann der spä­ter kla­gen­de Rechts­an­walt K. und stell­te in sei­nem Be­wer­bungs­schrei­ben dar, dass er als An­walt und ehe­ma­li­ger lei­ten­der An­ge­stell­ter ei­ner Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft über Füh­rungs­er­fah­rung ver­fü­ge. Nach­dem die Ver­si­che­rung sei­ne Be­wer­bung als un­pas­send ab­ge­lehnt hat­te, for­der­te er Scha­den­er­satz in Hö­he von 14 000 Eu­ro we­gen Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung. Laut Ur­teil hat K. aber kei­nen An­spruch auf Ent­schä­di­gung. Aus sei­ner Be­wer­bung wer­de deut­lich, dass er nicht ein­ge­stellt wer­den, son­dern nur den Sta­tus als Be­wer­ber er­rei­chen woll­te, um Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che gel­tend ma­chen zu kön­nen.

Er sei des­halb kein Op­fer von Dis­kri­mi­nie­rung und kön­ne sich auch nicht auf die Richt­li­ni­en zur Chan­cen­gleich­heit und Gleich­be­hand­lung in Ar­beits­fra­gen be­ru­fen.

An­walt be­warb sich auf Trainee-Stel­le für An­fän­ger

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