Plan­ba­re Ar­beits­zeit

Mit­ar­bei­ter müs­sen nicht gren­zen­los fle­xi­bel sein

Pforzheimer Kurier - - RECHT IM ALLTAG -

Düsseldorf (dpa/tmn). Mit­ar­bei­ter müs­sen es nicht hin­neh­men, wenn sie laut Ar­beits­ver­trag ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit zwi­schen 0 und 48 St­un­den Dau­er ha­ben. Das geht aus ei­ner Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düsseldorf (Az. 7 Sa 313/15) her­vor, auf die der Deut­sche In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer­tag hin­weist. Zwar ist es durch­aus zu­läs­sig, dass Ar­beit­neh­mer in ei­nem be­stimm­ten Um­fang fle­xi­bel und auf Ab­ruf ar­bei­ten. Da­bei sind je­doch be­stimm­te Gren­zen ein­zu­hal­ten.

Ei­ne Klau­sel, die ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit zwi­schen 0 und 48 St­un­den vor­sieht, be­nach­tei­ligt den Ar­beit­neh­mer un­an­ge­mes­sen. In dem Fall hat­te ein Ar­beit­neh­mer ge­klagt, der als Ver­sand­hilfs­kraft be­schäf­tigt ist. Er ver­lang­te, dass der Ar­beit­ge­ber ihn mit ei­ner Wo­chen­ar­beits­zeit von 42,8 St­un­den fest be­schäf­tigt.

Der Mit­ar­bei­ter hat­te bis­her ei­nen Ar­beits­ver­trag mit ei­ner fle­xi­blen St­un­den­an­zahl. Zum Bei­spiel ar­bei­te­te er 2011 zwi­schen 130 und 213,50 St­un­den im Mo­nat, 2012 wa­ren es zwi­schen 172 und 202 St­un­den, 2013 zwi­schen 151 und 192 St­un­den. Der Ar­beit­neh­mer ar­gu­men­tier­te, die Ver­trag über die Ab­ruf­ar­beit sei un­wirk­sam, da er ihn un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­ge.

Das Ar­beits­ge­richt und in zwei­ter In­stanz das Lan­des­ar­beits­ge­richt ga­ben dem Ar­beit­neh­mer teil­wei­se Recht. Sie spra­chen ihm zwar kei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 42,8 St­un­den zu, was ei­ner Be­schäf­ti­gung in Voll­zeit ent­spro­chen hät­te. Aus dem ver­ein­bar­ten Ar­beits­ver­trag ge­he ein­deu­tig her­vor, dass die bei­den ei­ne fle­xi­ble Wo­chen­ar­beits­zeit ver­ein­ba­ren woll­ten. Al­ler­dings ste­he dem Mit­ar­bei­ter ei­ne fes­te wö­chent­li­che Ar­beits­zeit von 33,4 St­un­den zu.

Fes­te Ver­ein­ba­rung zu­min­dest pro Wo­che nö­tig

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