Gab es schon auf Kor­fu ein Op­fer?

Po­li­zei prüft, ob der Tat­ver­däch­ti­ge im Frei­bur­ger Mord be­reits frü­her ver­ur­teilt war

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ani­ka von Gre­ve-Dier­feld

Frei­burg. Neue Fra­gen sind im Fall der ver­ge­wal­tig­ten und ge­tö­te­ten Frei­bur­ger Stu­den­tin auf­ge­wor­fen: Hat der mut­maß­li­che Tä­ter be­reits 2013 in Grie­chen­land ein Ge­walt­ver­bre­chen ver­übt? Und kann sei­ne Al­ters­an­ga­be stim­men?

Die Po­li­zei prüft Hin­wei­se, wo­nach der tat­ver­däch­ti­ge an­geb­lich 17 Jah­re al­te Flücht­ling Jah­re zu­vor in Grie­chen­land ein Ge­walt­ver­bre­chen be­gan­gen ha­ben soll. Dies sei aber bis­lang nicht ve­ri­fi­ziert. Über ein Rechts­hil­fe­er­su­chen ver­such­ten die Er­mitt­ler, Klar­heit zu be­kom­men, sag­te ei­ne Po­li­zei­spre­che­rin in Frei­burg.

Die Hin­wei­se auf die Tat in Grie­chen­land sei­en nach der Fest­nah­me des Man­nes in Frei­burg aus des­sen pri­va­ten Um­feld ge­kom­men, sag­te ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft. Nä­he­re An­ga­ben mach­te er zu­nächst nicht.

Das Ma­ga­zin „Stern“hat­te be­rich­tet, dass der aus Af­gha­nis­tan stam­men­de mut­maß­li­che Mör­der der Frei­bur­ger Me­di­zin­stu­den­tin schon im Jahr 2013 auf der grie­chi­schen In­sel Kor­fu ei­ne 20-jäh­ri­ge Stu­den­tin über­fal­len und ei­ne Steil­küs­te hin­ab­ge­wor­fen ha­ben soll. Das Op­fer ha­be schwer ver­letzt über­lebt. Da­nach soll der Af­gha­ne im Fe­bru­ar 2014 für die Tat zu zehn Jah­ren Ge­fäng­nis ver­ur­teilt wor­den sein.

War­um ihn die grie­chi­schen Be­hör­den vor­zei­tig ent­lie­ßen, ist nicht klar, heißt es in dem „Stern“-Be­richt wei­ter. Das Ma­ga­zin be­zieht sich in sei­nem Bei­trag un­ter an­de­rem auf Be­rich­te grie­chi­scher Me­di­en. Au­ßer­dem ha­be das Ma­ga­zin mit zwei Flücht­lin­ge aus dem Na­hen Os­ten ge­spro­chen, die auf Kor­fu Kon­takt zu dem Mann ge­habt ha­ben sol­len.

We­der die Po­li­zei Frei­burg noch die Staats­an­walt­schaft Frei­burg äu­ßer­ten sich zu dem „Stern“-Be­richt. Laut „Stern“hat­te sich der Flücht­ling, der nach bis­he­ri­gen Er­kennt­nis­sen der deut­schen Be­hör­den 17 Jah­re alt sein soll, schon im Jahr 2013 in Grie­chen­land als 17-Jäh­ri­ger aus­ge­ge­ben. Die Staats­an­walt­schaft Frei­burg stützt sich bei der Al­ters­an­ga­be bis­lang auf Pa­pie­re, die der Flücht­ling bei sich hat­te. Es sei auch ei­ne me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung zur Al­ters­be­stim­mung (sie­he „Hin­ter­grund“) in Auf­trag ge­ge­ben, so die An­kla­ge­be­hör­de.

Vom tat­säch­li­chen Al­ter des tat­ver­däch­ti­gen jun­gen Flücht­lings hängt un­ter an­de­rem ab, ob der Mann nach Ju­gen­do­der Er­wach­se­nen­straf­recht ver­ur­teilt und die Ver­hand­lung ge­gen ihn un­ter An­schluss der Öf­fent­lich­keit ge­führt wird.

NE­BEN DEM TAT­ORT er­in­nern Blu­men und Sperr­bän­der an die ge­tö­te­te Stu­den­tin. Nun gibt es Hin­wei­se auf ei­ne kri­mi­nel­le Vor­ge­schich­te des Tat­ver­däch­ti­gen. Fo­to: dpa

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