Mann we­gen Miss­brauchs ver­ur­teilt

64-Jäh­ri­ger hat­te se­xu­el­len Kon­takt zu Mäd­chen

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Bern­hard Spren­gel

Ham­burg/Ras­tatt. Ein 15-jäh­ri­ges Mäd­chen aus Schles­wig-Hol­stein brennt 2014 mit ei­nem 63-Jäh­ri­gen durch. Weil bei­de Geld brau­chen, bie­tet er das Mäd­chen für Sex im In­ter­net an. Als Meist­bie­ten­der nimmt ein 64-Jäh­ri­ger das Mäd­chen mit und hat na­he ei­nes Ham­bur­ger Stra­ßen­strichs se­xu­el­len Kon­takt mit ihr – für 30 Eu­ro.

Ein Ge­richt in Ham­burg nahm ihm ges­tern je­doch nicht ab, dass er ihr wah­res Al­ter nicht kann­te. Die Rich­te­rin ver­ur­teil­te ihn we­gen Miss­brauchs ei­ner Min­der­jäh­ri­gen zu 80 Ta­ges­sät­zen zu je 15 Eu­ro. Der An­ge­klag­te ha­be ein­ge­räumt, dass er sich vor­her noch den Per­so­nal­aus­weis des Mäd­chens zei­gen ließ. Doch weil das Licht so schum­me­rig ge­we­sen sei, ha­be er das Ge­burts­jahr 1999 für 1996 ge­hal­ten, er­klär­te der ge­lern­te Gym­na­si­al­leh­rer. Er ist sich des­we­gen kei­ner Schuld be­wusst. Er ha­be die Tat nicht be­dau­ert, sag­te die Rich­te­rin. Ge­gen das Ur­teil will er Be­ru­fung ein­le­gen.

Der Fall hat auch in der Re­gi­on für viel Auf­se­hen ge­sorgt. Die 15-Jäh­ri­ge war an ei­nem Tag im Sep­tem­ber 2014 nicht von der Schu­le nach Hau­se ge­kom­men. Die Mut­ter in­for­mier­te die Po­li­zei und star­te­te ei­ne Su­che über Face­book. Nach ei­nem Pres­se­be­richt mel­de­te sich ein Le­ser, der der Mut­ter ei­nen Link schick­te. Die 51-jäh­ri­ge Al­ten­pfle­ge­rin ent­deck­te Fo­tos, auf de­nen sich ih­re halb nack­te Toch­ter zum Sex an­bot. Ein äl­te­rer Bru­der und des­sen Sch­wa­ger bo­ten zum Schein mit, be­ka­men den Zu­schlag und spür­ten das Mäd­chen und den 63-Jäh­ri­gen auf ei­nem Cam­ping­platz bei Ras­tatt auf. Die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Po­li­zei ha­be so­fort re­agiert, be­rich­te­te die Mut­ter. Noch um Mit­ter­nacht hät­ten 20 Be­am­te den Mann fest­ge­nom­men.

Im Ja­nu­ar ver­gan­ge­nen Jah­res ver­ur­teil­te das Amts­ge­richt Ras­tatt den 63-Jäh­ri­gen zu 180 Ta­ges­sät­zen zu je 15 Eu­ro – un­ter an­de­rem we­gen der För­de­rung se­xu­el­ler Hand­lun­gen Min­der­jäh­ri­ger. Ei­ne Rich­te­rin hat­te fest­ge­stellt, dass er mit der 15-Jäh­ri­gen ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lie­bes­be­zie­hung ge­habt ha­be. Da­her die mil­de Stra­fe. Die Mut­ter be­teu­er­te da­ge­gen ges­tern: „Die hat mit Si­cher­heit nicht frei­wil­lig mit­ge­macht.“Auch das Ham­bur­ger Ur­teil sei „ein Schlag ins Ge­sicht“für sie. Ih­re Toch­ter lebt mitt­ler­wei­le in ei­ner be­treu­ten Ju­gend­w­ohn­ge­mein­schaft.

Fall sorg­te auch in Ras­tatt für Auf­se­hen

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