Bau­stel­le HSV

Ger­nandt tritt als Auf­sichts­rats­chef ab / Bei­ers­dor­fer „ent­täuscht“

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Ham­burg (dpa). Un­stim­mig­kei­ten, In­dis­kre­tio­nen und ei­ne bit­te­re Abrech­nung: Der neue Vor­stands­chef He­ri­bert Bruch­ha­gen ist noch gar nicht im Amt, da sor­gen be­reits die nächs­ten per­so­nel­len Que­re­len beim Ham­bur­ger SV für Miss­stim­mung. We­ni­ge Ta­ge nach der Ent­mach­tung von Diet­mar Bei­ers­dor­fer zog Karl Ger­nandt mit sei­nem Rück­tritt als Auf­sichts­rats­chef die Kon­se­quen­zen aus dem mo­na­te­lan­gen Zwist im wich­tigs­ten Gre­mi­um des Ham­bur­ger SV.

„Ich kann und wer­de nicht die Haupt­ver­ant­wor­tung für so ein Ver­hal­ten tra­gen und bin ent­setzt, mit wel­chen Kräf­ten im Ver­ein und im Auf­sichts­rat die sport­li­che und lang­fris­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung ris­kiert wird. Wenn per­sön­li­che Mo­ti­ve über pro­fes­sio­nel­les Ver­hal­ten ge­stellt wer­den, macht dies nach­hal­ti­ge Füh­rungs­ar­beit un­mög­lich“, wird Ger­nandt auf der Home­page des Ver­eins zi­tiert. Hin­ter­grund wa­ren die In­dis­kre­tio­nen rund um die Frei­stel­lung des Vor­stands­vor­sit­zen­den Bei­ers­dor­fer.

Das Be­ben beim Bun­des­li­ga-Di­no wird auch Bruch­ha­gen über­ra­schen, der heu­te ei­gent­lich von Ger­nandt als neu­er Vor­stands­chef beim Ta­bel­len-16. vor­ge­stellt wer­den soll­te. Der ehe­ma­li­ge Frank­fur­ter Club-Chef muss nun schnell ei­nen Sport­li­chen Lei­ter prä­sen­tie­ren, der die Trans­fers im Win­ter ab­schlie­ßen soll. Bei­ers­dor­fer ist of­fi­zi­ell noch bis zum 22. De­zem­ber für die sport­li­chen Be­lan­ge ver­ant­wort­lich. Un­ter­des­sen mel­de­te sich der ge­schass­te Bei­ers­dor­fer erst­mals nach sei­ner Ab­be­ru­fung zu Wort. „Klar bin ich ent­täuscht und kann die Ent­schei­dung auch nicht ver­ste­hen“, sag­te der 53-Jäh­ri­ge der „Bild“-Zei­tung. Der Be­schluss des Auf­sichts­rats ha­be ihn aber nicht un­er­war­tet ge­trof­fen: „Wir hat­ten nach zehn Spie­len zwei Punk­te, das er­schüt­tert ei­nen Club.“Aber na­tür­lich wün­sche man sich „mehr Ver­trau­en und Loya­li­tät für die Din­ge, die ich zu­sam­men mit un­se­rem Team auf den Weg ge­bracht ha­be.“

Nach Bei­ers­dor­fer rück­te ges­tern die Personalie Ger­nandt in den Vor­der­grund. Der 56-Jäh­ri­ge ar­bei­tet für das Un­ter­neh­men Küh­ne + Na­gel und ist im Auf­sichts­rat der ver­län­ger­te Arm von HSV-In­ves­tor Klaus-Micha­el Küh­ne. Der Ma­na­ger war seit Mai 2014 Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der da­mals neu ge­grün­de­ten Fuß­ball-AG und wird wei­ter zum Auf­sichts­rat ge­hö­ren. Da­mit bleibt er auch der Ver­bin­dungs­mann des Mil­li­ar­därs, auf des­sen Geld der ver­schul­de­te Ver­ein auch im Win­ter wie­der an­ge­wie­sen ist.

UN­RU­HI­GE VOR­WEIH­NACHTS­ZEIT: Beim Ham­bur­ger SV herrscht ein Kom­men und Ge­hen – hier ver­lässt der frei­ge­stell­te Vor­stands­chef Diet­mar Bei­ers­dor­fer die Club-Zen­tra­le. Ges­tern schmiss dann der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Karl Ger­nandt hin. Fo­to: dpa

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