„Zir­kus­num­mer“mit Ry­zih

St­ab­hoch­sprin­ge­rin hat beim In­door Mee­ting Deut­schen Re­kord im Blick

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Rein­hard Sogl

Karls­ru­he. Ei­ne von 3,1 Mil­lio­nen war Li­sa Ry­zih am 6. Fe­bru­ar 2016. Wie Leicht­ath­le­tik-In­ter­es­sier­te in 26 Län­dern des Kon­ti­nents ver­folg­te die St­ab­hoch­sprin­ge­rin auf Eu­ro­sport die Live­Über­tra­gung des Karls­ru­her In­door Mee­tings und ins­be­son­de­re die Flug­show der Män­ner. Et­was nei­disch sag­te sich die Lud­wigs­ha­fe­ne­rin: „Ich möch­te auch gern da hin.“Ein Jahr spä­ter schon wird sich der Wunsch der Ar­tis­tin er­fül­len, denn St­ab­hoch­sprung zählt zu den Dis­zi­pli­nen der World In­door Tour 2017 und da­mit „die Zir­kus­num­mer“(Ry­zih) auch zum Pro­gramm des Mee­tings in der Mes­se­hal­le 2 am 4. Fe­bru­ar.

Ne­ben den Eu­ro­pa­meis­te­rin­nen Cin­dy Ro­le­der (Hür­den) und Chris­ti­na Schwa­nitz (Ku­gel­sto­ßen) sorgt auch Li­sa Ry­zih für Glanz in der tem­po­rä­ren Are­na, denn die in Russ­land ge­bo­re­ne Pfäl­ze­rin ge­wann bei der EM in Ams­ter­dam mit 4,70 Me­tern Sil­ber. Zu­dem stei­ger­te sie ih­re per­sön­li­che Best­leis­tung in 2016 un­term Dach auf 4,72 Me­ter und im Frei­en beim Mee­ting in Jock­grim auf 4,73 Me­ter, ehe sie bei Olym­pia nicht über 4,50 Me­ter und Rang zehn hin­aus kam. Die­ser St­a­chel sitzt noch tief bei Ry­zih, die ges­tern bei ei­nem Be­such in Karls­ru­he sag­te: „In Rio konn­te ich nicht zei­gen, was ich drauf ha­be. Ich bin des­halb für die Sai­son nach Olym­pia um­so mo­ti­vier­ter.“Was sie mit Blick auf die Hal­len­sai­son auch in ei­ner Hö­he aus­drück­te. „Wenn ich fünf Zen­ti­me­ter drauf­pa­cke, was für mich rea­lis­tisch ist, dann ist das Deut­scher Re­kord.“Den hält Sil­ke Spie­gel­burg mit 4,77 Me­tern.

Die Mar­ke traut sich Li­sa Ry­zih, die 2015 in Karls­ru­he mit 4,55 Me­tern Deut­sche Meis­te­rin ge­wor­den war, auf­grund ei­ner bis­lang end­lich ein­mal ver­let­zungs­und schmerz­frei­en Vor­be­rei­tung auch für die drit­te Sta­ti­on der World In­door Tour zu. Zu­vor will Ry­zih mög­lichst beim Se­ri­en­auf­takt in Bos­ton am 28. Ja­nu­ar an­tre­ten, auf Düs­sel­dorf am 1. Fe­bru­ar ver­zich­ten und noch ein­mal am 10. Fe­bru­ar im pol­ni­schen Torun um Punk­te für den mit 20 000 Dol­lar und ei­ner Wild­card für die Hal­len-WM 2018 do­tier­ten Ge­samt­sieg kämp­fen. Das Tour-Fi­na­le am 18. Fe­bru­ar in Bir­ming­ham fin­det oh­ne deut­sche Ath­le­ten statt, weil zeit­gleich in Leip­zig die na­tio­na­len Meis­ter ge­kürt wer­den.

Dass Ry­zih wei­ter­hin kei­ne Geg­ne­rin­nen aus ih­rem Ge­burts­land ha­ben wird, weil die rus­si­schen Leicht­ath­le­ten auf­grund des Staats­do­pings ge­sperrt sind, fin­det ih­ren Bei­fall: „Ich bin froh, dass hart durch­ge­grif­fen wird, nicht nur in Russ­land. Jetzt ha­ben al­le die sel­be Aus­gangs­la­ge und kein Be­trü­ger kann uns mehr um die Plät­ze brin­gen.“

Plät­ze sind noch in der 4 500 Zu­schau­er fas­sen­den Mes­se­hal­le zu ver­ge­ben. 2 000 Kar­ten ste­hen noch zum Ver­kauf.

AR­TIS­TIN MIT STAB: Nach EM-Sil­ber muss­te sich Li­sa Ry­zih bei Olym­pia in Rio mit Rang zehn be­schei­den.

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