Aus für Sot­schi

Bob- und Ske­le­ton-WM wo­mög­lich in Deutsch­land

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Lausanne/La­ke Pla­cid (dpa). Erst mas­si­ve Do­ping­vor­wür­fe ge­gen Russ­land nach dem McLa­ren-Re­port, dann zahl­rei­che Boy­kott­dro­hun­gen – nun muss­te der In­ter­na­tio­na­le Bob- und Ske­le­ton-Ver­band die Welt­meis­ter­schaf­ten Mit­te Fe­bru­ar 2017 in Sot­schi ab­sa­gen. Das teil­te die IBSF ges­tern Abend in Lausanne mit.

Die teil­neh­men­den Ath­le­ten und Trai­ner aus al­len Na­tio­nen sol­len sich auf ei­ne WM kon­zen­trie­ren kön­nen, heißt es in der Be­grün­dung, „die auf den Sport fo­kus­siert ist und nicht viel­mehr auf An­kla­gen und Dis­kus­sio­nen – ob ge­recht­fer­tigt oder nicht“. Nach Er­mitt­lun­gen der Welt-An­ti-Do­pingA­gen­tur sol­len mehr als 1 000 rus­si­sche Sport­ler zwi­schen 2011 und 2015 Teil ei­ner groß an­ge­leg­ten staat­li­chen Do­ping­po­li­tik ge­we­sen sein. Ei­nem Be­richt der New York Ti­mes zu­fol­ge be­fand sich dar­un­ter auch Ske­le­tonOlym­pia­sie­ger Alex­an­der Tret­ja­kow. Russ­land hat die­se Vor­wür­fe, die sich auch ge­gen Dop­pel-Olym­pia­sie­ger Alex­an­der Sub­kow (Zwei­er- und Vie­rer­bob) – heu­te Prä­si­dent des Rus­si­schen Bob- und Ske­le­ton-Ver­ban­des rich­ten – ve­he­ment zu­rück­ge­wie­sen. Russ­land ver­ur­teil­te den Ent­zug der WM als po­li­ti­sier­te Ent­schei­dung. „Das sind sehr trau­ri­ge Nach­rich­ten“, sag­te Kreml­spre­cher Dmi­tri Pes­kow.

Der deut­sche Bob-Chef­trai­ner Re­né Spies sag­te: „Im Sin­ne ei­nes fai­ren Sports, da­für steht ja der Welt­ver­band IBSF, und auf­grund der dro­hen­den Boy­kot­te, ist es ei­ne lo­gi­sche Ent­schei­dung.“Ei­gent­lich woll­ten sich die Chefs der wich­tigs­ten Bob- und Ske­le­ton-Na­tio­nen mor­gen vor dem Start des Welt­cups in La­ke Pla­cid zu ei­nem Gip­fel­tref­fen zu­sam­men­fin­den. „Doch es gab er­heb­li­che Mel­dun­gen, dass vie­le Welt­klas­se-Na­tio­nen Sot­schi boy­kot­tiert hät­ten“, be­ton­te Prä­si­dent Andre­as Traut­vet­ter vom Bob- und Schlit­ten­ver­band für Deutsch­land (BSD). Der im Welt­ver­band als Fi­nanz­chef tä­ti­ge Traut­vet­ter sieht auf­grund der Ab­sa­ge und des gül­ti­gen Ver­an­stal­ter-Ver­tra­ges mit Sot­schi Mehr­kos­ten auf den Welt­ver­band zu­kom­men.

Laut IBSF-Mit­tei­lung wer­de „in den kom­men­den Ta­gen“über den neu­en Aus­tra­gungs­ort ent­schie­den. Er­fah­rungs­ge­mäß sprin­gen bei sol­chen Ab­sa­gen oft die deut­schen Ver­an­stal­ter ein. „Die Aus­rich­ter in Kö­nigs­see ha­ben schon mehr­mals ge­zeigt, dass sie sol­che Events auch kurz­fris­tig um­set­zen kön­nen“, sag­te Traut­vet­ter. Mög­lich wä­re auch ei­ne Tei­lung. Nach dem Welt­cup in Inns­bruck/Igls könn­ten die Ske­le­to­nis auf der WM-Bahn von 2016 ih­re Welt­meis­ter er­mit­teln – und in Kö­nigs­see fah­ren die Bobs.

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