„Am Image der Stadt ha­ben al­le In­ter­es­se“

Pforz­heims Spon­so­ren be­kom­men ei­ne Gold­me­dail­le

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

Wo In­ha­ber re­gie­ren, da geht es vor­an: Zu­min­dest in Sa­chen Gold­stadt­spon­so­ring kann Pforz­heim die vie­len fa­mi­li­en­geführ­ten Un­ter­neh­men in der Re­gi­on als ech­tes Plus ver­bu­chen. En­de des Jah­res wer­den 78 Che­fin­nen und Chefs un­ter­zeich­net und zu­sam­men 2,4 Mil­lio­nen Eu­ro Bar­geld, Sach- und Di­enst­leis­tun­gen fürs Schmuck­ju­bi­lä­um ver­spro­chen ha­ben. Das ist nicht nur mehr Geld als Karls­ru­he 2015 (53 Spon­so­ren/3,6 Mil­lio­nen bei 15 Mil­lio­nen Bud­get und 300 000 Ein­woh­ner) oder Mün­chen 2008 (60/vier Mil­lio­nen bei sie­ben Mil­lio­nen Bud­get) hat­ten, be­zo­gen auf die Grö­ße der Stadt. Es ist auch mehr, als die 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro aus der Stadt­kas­se.

Er­folgs­bi­lanz al­so auf der gan­zen Li­nie für das Trio, das vor gut ei­nem Jahr die Wer­be­ma­schi­ne­rie an­warf, um mehr Ju­bi­lä­um zu be­kom­men als das Bud­get her gibt. Ober­bür­ger­meis­ter Gert Ha­ger hat­te sich da­für Kul­tur­haus-Chef Ger­hard Baral als Or­ga­ni­sa­tor ge­holt und Da­ni­el Wen­sau­er-Sie­ber en­ga­giert, der schon beim Ju­bi­lä­um 300 Jah­re Karls­ru­he mit­wirk­te. „Die Er­war­tun­gen la­gen bei 25 bis 30 Part­nern und ei­ner hal­ben Mil­li­on“, sagt Baral. Jetzt ver­leiht Wen­sau­er-Sie­ber Pforz­heim die Gold­me­dail­le. Nor­ma­ler­wei­se kä­men über Part­ner­schaf­ten 15 bis 30 Pro­zent Bud­ge­tan­teil in die Fest­kas­se. In der Gold­stadt­stadt sind es über 50 Pro­zent.

„Nicht nur die be­kann­ten fünf bis sechs, son­dern Fir­men aus der gan­zen Re­gi­on und Fir­men, die nie­mand auf der Rech­nung hat­te“, tra­gen da­zu bei, er­läu­tert der OB. Das Ju­bi­lä­um zie­he wei­te Krei­se, lenkt er den Blick auf Ma­ga­zi­ne und Pu­bli­kums­heft­chen. Ha­ger wer­tet dies als ei­ne Be­stä­ti­gung für das Ju­bi­lä­ums­kon­zept, das über die Ver­ge­wis­se­rung der Ver­gan­gen­heit in die Zu­kunft zielt. Die eng mit den Fei­er­lich­kei­ten zu 250 Jah­re Gold­stadt ver­knüpf­te Or­na­men­ta II im Jahr 2022 sei wich­tig für das jetzt an­ge­sto­ße­ne Stand­ort­mar­ke­ting für Pforz­heim, wo heu­te ge­ra­de noch 15 Pro­zent der Men­schen Wur­zeln bis in die 1960er Jah­re hät­ten, er­läu­tert Ha­ger wei­ter.

Er­folg­fak­to­ren bei der Spon­so­ren­wer­bung wa­ren aus Sicht von Wen­sau­er-Sie­ber die Zu­sam­men­ar­beit an der Spit­ze, die Qua­li­tät der Ju­bi­lä­ums­ge­schich­te so­wie der Ver­trau­ens­vor­schuss, den man­che Un­ter­neh­men ga­ben und sich früh zu Pforz­heim und zum gro­ßen Gold­stadt­fest be­kann­ten. Die Kom­bi­na­ti­on ließ die Fi­nan­zie­rungs­idee ge­ra­de­zu zu ei­nem Selbst­läu­fer wer­den, ist den Aus­füh­run­gen zu ent­neh­men. Selbst aus Ber­lin sei ein An­ruf mit Geld­zu­sa­ge ge­kom­men.

Das Un­ter­neh­men ist auf dem gro­ßen Spon­so­ren­pla­kat in der Ru­brik „Wir sind da­bei“zu fin­den. Der Satz steht für 2 500 Eu­ro. „Freun­de“des Ju­bi­lä­ums ha­ben 5 000 Eu­ro lo­cker ge­macht, für Bron­ze flos­sen 25 000, für Sil­ber 90 000 und das Spon­so­ring in Gold kos­te­te 250 000 Eu­ro. Über al­le­dem schwebt dann noch das En­ga­ge­ment der Wil­dStif­tung. Oh­ne die­se 700 000 Eu­ro gä­be es kei­nen AKS-Turm, be­tont Baral. Wei­ter er­läu­tert er, die Spen­dier­freu­dig­keit der Un­ter­neh­men ha­be viel mit Nach­wuchs­ge­win­nung zu tun.

„Am The­ma Image ha­ben al­le In­ter­es­se“, sagt auch Wen­sau­er-Sie­ber und ver­weist

Schmuck­ju­bi­lä­um zieht mehr Fir­men an als Karls­ru­he

auf Fach­kräf­te­be­darf. Ent­spre­chend of­fen­siv tre­ten vie­le Un­ter­neh­men mit dem, was sie in­di­vi­du­ell zu bie­ten ha­ben, für die Gold­stadt ein. Wo der ei­ne das Lo­go über die Au­to­bah­nen fah­ren lässt, setzt der an­de­re auf Ver­pa­ckun­gen oder li­mi­tier­te Kol­lek­tio­nen.

Die Ziel­grup­pen sind so un­ter­schied­lich wie die Un­ter­neh­men. Ho­tel­gäs­te er­fah­ren über ein Hoch­glanz­ma­ga­zin von Pforz­heims gro­ßer Gold­ge­schich­te wie Lot­to­spie­ler über ein Heft­chen in der An­nah­me­stel­le, wo sie auch um Schmuck oder ei­ne Uhr aus der Gold­stadt spie­len kön­nen. Pre­zio­sen die­ser Art hat­te Karls­ru­he nicht zu bie­ten. We­sent­lich aus Sicht von Wen­sau­er-Sie­ber ist aber die Grö­ße der Stadt, die Nä­he zu den Men­schen und zu ei­nem ak­ti­ven in­ha­ber­ge­führ­ten Mit­tel­stand.

ÜBER MA­GA­ZI­NE ist das Ju­bi­lä­um 250 Jah­re Gold­stadt be­reits gut prä­sent, be­rich­ten Da­ni­el Wen­sau­er-Sie­ber, Ger­hard Baral und OB Gert Ha­ger (von links). Fo­to: Wa­cker

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