Fed lei­tet Wen­de in der Zins­po­li­tik ein

US-No­ten­bank ver­kün­det leich­te An­he­bung / „Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung“

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Wa­shing­ton (dpa). Zum zwei­ten Mal seit der Fi­nanz­kri­se hat die US-No­ten­bank Fed ih­ren Leit­zins er­höht. Die Fe­deral Re­ser­ve hob den Leit­zins erst­mals seit ei­nem Jahr leicht um 0,25 Pro­zent­punk­te an. Der Leit­zins be­wegt sich da­mit künf­tig in ei­nem Kor­ri­dor zwi­schen 0,5 und 0,75 Pro­zent, wie die Fe­deral Re­ser­ve nach der Sit­zung ih­res Of­fen­markt-Aus­schus­ses ges­tern Abend in Wa­shing­ton mit­teil­te. Die Ent­schei­dung wur­de von den der­zeit zehn Aus­schuss­Mit­glie­dern ein­stim­mig ge­trof­fen. Der Er­hö­hung – der erst zwei­ten seit 2006 – sol­len im kom­men­den Jahr drei wei­te­re Zins­schrit­te fol­gen. Die Märk­te hat­ten nur mit zwei An­he­bun­gen im Jahr 2017 ge­rech­net.

„Wir ha­ben deut­li­che Fort­schrit­te hin zu un­se­ren Zie­len der Ma­xi­mal­be­schäf­ti­gung und ei­ner In­fla­ti­on von zwei Pro­zent ge­macht“, sag­te Fed-Che­fin Ja­net Yel­len. Die Fed setzt da­mit ih­ren Kurs fort, die Geld­po­li­tik nach der Fi­nanz­kri­se zu nor­ma­li­sie­ren. Vor­aus­ge­gan­gen wa­ren Jah­re des ul­tra­lo­cke­ren Li­qui­di­täts­flus­ses, mit dem Ziel, den stot­tern­den Kon­junk­tur­mo­tor am Lau­fen zu hal­ten. Yel­len sieht den Leit­zins am En­de des Jah­res 2017 bei 1,4 Pro­zent, bei 2,1 Pro­zent En­de 2018 und bei 2,9 Pro­zent am En­de des fol­gen­den Jah­res.

Die Fra­ge, ob der et­was schnel­le­re Nor­ma­li­sie­rungs­kurs auch ei­ne Fol­ge des Wahl­sie­ges von Do­nald Trump sein könn­te, be­ant­wor­te­te sie nicht. „Die Zins­er­hö­hung ist ei­ne Re­flek­ti­on der Tat­sa­che, dass die Wirt­schaft deut­li­che Fort­schrit­te ge­macht hat“, sag­te sie le­dig­lich. Un­klar blieb da­mit auch ges­tern, in­wie­weit die Wirt­schafts­po­li­tik der neu­en US-Re­gie­rung um den künf­ti­gen Prä­si­den­ten Trump die künf­ti­ge Geld­po­li­tik be­ein­flus­sen wird. In Eu­ro­pa hat­te die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank erst vo­ri­ge Wo­che ih­re oh­ne­hin ex­trem weit ge­öff­ne­ten Geld­schleu­sen noch ein­mal ein Stück wei­ter ge­öff­net und neue An­lei­he­käu­fe im Mil­li­ar­den­vo­lu­men an­ge­kün­digt. Ei­ne Zins­er­hö­hung in der Eu­ro­zo­ne liegt da­mit noch in wei­ter Fer­ne. Ei­ne zu gro­ße Lü­cke zwi­schen eu­ro­päi­schem und USame­ri­ka­ni­schem Zins­ni­veau wä­re ei­ne wei­te­re Be­las­tung für die Ge­mein­schafts­wäh­rung Eu­ro. Der Prä­si­dent des Münch­ner ifo-In­sti­tu­tes, Cle­mens Fu­est, be­zeich­ne­te die Ent­schei­dung der Fed als Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Es müss­ten wei­te­re fol­gen.

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