Fo­kus auf die Au­to­bah­nen

Neue Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft bün­delt die Zu­stän­dig­kei­ten beim Bund

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ber­lin (dpa). Der Bund soll die deut­schen Au­to­bah­nen ab 2021 aus ei­ner Hand in Schuss hal­ten. Bun­des­stra­ßen kom­men nur hin­zu, wenn die Län­der dies bis En­de 2018 be­an­tra­gen. Das sieht ein ges­tern vom Bun­des­ka­bi­nett be­schlos­se­nes Ge­set­zes­pa­ket für die ge­plan­te neue Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft vor. „Das Ziel ist: schnel­ler pla­nen, di­rekt fi­nan­zie­ren, mehr bau­en“, sag­te Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) in Ber­lin.

Künf­tig wird die Zu­stän­dig­keit für die wich­tigs­ten Ver­kehrs­adern zen­tral ge­bün­delt. Bis­her gibt der Bund das Geld, die Län­der sind aber für Pla­nen, Bau­en und Be­trieb al­ler Fern­stra­ßen zu­stän­dig. Die Op­po­si­ti­on warn­te vor schlei­chen­der Pri­va­ti­sie­rung. Im Grund­ge­setz ver­an­kert wer­den soll, dass die künf­ti­ge Ge­sell­schaft „im un­ver­äu­ßer­li­chen Ei­gen­tum des Bun­des“steht. Dies gilt eben­so für die Stra­ßen selbst. Vor­ge­se­hen ist ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (Gm­bH), wo­bei die Rechts­form aber nach vier Jah­ren über­prüft wer­den soll. Die Ge­sell­schaft soll re­gio­na­le Töch­ter be­kom­men, die eben­falls un­ver­käuf­lich dem Bund ge­hö­ren. Fi­nan­ziert wer­den soll die Gm­bH mit Mil­li­ar­den-Ein­nah­men aus der Lk­wMaut und der ge­plan­ten Pkw-Maut. Hin­zu­kom­men kön­nen wei­te­re Mit­tel aus dem Bun­des­haus­halt.

Die Ge­sell­schaft soll Pro­jek­te mit pri­va­ten Un­ter­neh­men ent­wi­ckeln kön­nen, wie es be­reits heu­te in Öf­fent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schaf­ten (ÖPP) et­wa bei Au­to­bahn­teil­stü­cken ge­schieht, mach­te Do­brindt deut­lich. In­wie­fern ne­ben den Au­to­bah­nen auch Bun­des­stra­ßen in zen­tra­le Bun­des­ver­wal­tung kom­men, muss sich zei­gen. Zwi­schen­zeit­lich war im Ge­spräch, dass auch „au­to­bahn­ähn­li­che“gro­ße Bun­des­stra­ßen von An­fang an zum Netz der Ge­sell­schaft ge­hö­ren sol­len. Ins­ge­samt gibt es 39 000 Ki­lo­me­ter Bun­des­stra­ße. Do­brindt zu­fol­ge sol­len rund 10 000 Mit­ar­bei­ter der bis­he­ri­gen Lan­des­ver­wal­tun­gen in der neu­en Ge­sell­schaft ar­bei­ten. Da­bei soll­ten Stand­or­te et­wa von Au­to­bahn­meis­te­rei­en er­hal­ten blei­ben.

AL­LES AUS EI­NER HAND: Laut Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) ist das Ziel der neu­en Ge­sell­schaft, dass der Bund schnel­ler pla­nen und mehr bau­en kann. Fo­to: dpa

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