„Vor­sich­ti­ge und vor­aus­schau­en­de Pla­nung“

Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann sagt den ver­steck­ten Schul­den des Lan­des den Kampf an

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Wolf­gang Voigt

Stuttgart. Die Wor­te, die Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann bei der Ein­brin­gung des Haus­halts wählt, stel­len Ba­den-Würt­tem­berg als „bä­ren­star­kes Land“vor, als „Sta­bi­li­täts­an­ker in Deutsch­land und Eu­ro­pa“. Die Bot­schaft der Grü­nen Kas­sen­war­tin lau­tet: Um die Qu­el­len des Wohl­stands im Süd­wes­ten zu stär­ken, muss das Land jetzt in­ves­tie­ren.

Ei­gent­lich müss­te es auch den Schul­den­berg von mehr als 47 Mil­li­ar­den Eu­ro til­gen. Nach An­sicht von Mi­nis­te­rin

Mit 47 Mil­li­ar­den Eu­ro steht Land in der Krei­de

Sitz­mann ist man aber auch jetzt be­reits bes­tens un­ter­wegs. „So­li­de und ver­läss­lich“wer­de man die Schul­den­brem­se ein­hal­ten. Sel­bi­ge ver­bie­tet neue Kre­di­te ab 2020.

Laut Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat Ba­denWürt­tem­berg nicht nur mit den Kre­dit­markt­schul­den zu tun. Hin­zu kä­men „im­pli­zi­te Schul­den“durch die Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen der Zu­kunft in ei­ner Grö­ßen­ord­nung von bis zu 100 Mil­li­ar­den Eu­ro, wei­te­re 5,3 Mil­li­ar­den Eu­ro Schul­den bei der Lan­des­ge­sell­schaft „Neckar­p­ri“durch den Rück­kauf der EnBW-Ak­ti­en so­wie meh­re­re Mil­li­ar­den Eu­ro ver­deck­te Schul­den auf­grund des Sa­nie­rungs­staus bei Stra­ßen, Brü­cken und lan­des­ei­ge­nen Ge­bäu­den. „Der Ab­bau des Sa­nie­rungs­staus hat Vor­rang vor der Til­gung von Kre­dit­markt­schul­den“, stell­te Fi­nanz­mi­nis­te­rin Sitz­mann fest. Die­se „kla­re und öko­no­misch klu­ge Prio­ri­tät“wür­de ein Un­ter­neh­men ge­nau­so set­zen, zeig­te sie sich über­zeugt.

Im Haus­halts­ent­wurf sind des­sen un­ge­ach­tet struk­tu­rel­le Ein­spa­run­gen von 800 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen. Rund 390 Mil­lio­nen Eu­ro da­von wer­den über die Ein­zel­plä­ne der Mi­nis­te­ri­en er­bracht. Die rest­li­chen 410 Mil­lio­nen Eu­ro er­ge­ben sich laut Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um aus ei­ner Ver­stän­di­gung der ge­mein­sa­men Fi­nanz­kom­mis­si­on über die Fi­nanz­be­zie­hun­gen zwi­schen Land und Kom­mu­nen in den Jah­ren 2017 bis 2021 so­wie aus struk­tu­rel­len Ein­spar­ef­fek­ten im Per­so­nal­be­reich. Für Sa­nie­rungs­und Er­hal­tungs­maß­nah­men sind im Haus­halts­ent­wurf 123 Mil­lio­nen Eu­ro ver­an­schlagt.

Ei­ner der Schwer­punk­te des Haus­halts ist das The­ma Si­cher­heit mit Aus­ga­ben von knapp vier Mil­li­ar­den Eu­ro für Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung, Kampf ge­gen In­ter­net­kri­mi­na­li­tät, Prä­ven­ti­on, ei­ne bes­se­re Aus­stat­tung der Po­li­zei so­wie 381 zu­sätz­li­che Stel­len bei den Ord­nungs­hü­tern. Gut ein Drit­tel des ge­sam­ten Haus­halts­vo­lu­mens, näm­lich mehr als 16 Mil­li­ar­den Eu­ro, fließt in Bil­dung und Wis­sen­schaft. Für Pro­jek­te zur Di­gi­ta­li­sie­rung sind laut Ent­wurf 101,2 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen; hin­zu kom­men 109 Mil­lio­nen Eu­ro für schnel­les In­ter­net im Land. 250 Mil­lio­nen Eu­ro be­trägt das Vo­lu­men für die Wohn­raum­för­de­rung, 160 Mil­lio­nen Eu­ro stellt das Land den Kom­mu­nen zur In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen vor Ort zur Ver­fü­gung. Hin­zu kom­men 5,4 Mil­lio­nen Eu­ro zur För­de­rung von Flücht­lings­kin­dern noch be­vor sie die Schu­le be­su­chen. Zur Stär­kung des Kli­ma­schut­zes sieht der Haus­halts­ent­wurf ver­gleichs­wei­se be­schei­de­ne sechs Mil­lio­nen Eu­ro vor, für die Um­set­zung des eu­ro­päi­schen Na­tur­schutz­rechts sind es 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Mit acht Mil­lio­nen Eu­ro för­dert das Land im Haus­halts­jahr 2017 die Elek­tro­mo­bi­li­tät.

Fi­nanz­mi­nis­te­rin Sitz­mann be­kann­te sich zum Ver­zicht auf neue Schul­den. Man hal­te am be­währ­ten Prin­zip der vor­sich­ti­gen und vor­aus­schau­en­den Haus­halts­pla­nung fest.

EI­NER DER SCHWER­PUNK­TE DES HAUS­HALTS ist das The­ma Si­cher­heit mit Aus­ga­ben von knapp vier Mil­li­ar­den Eu­ro für Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung, Kampf ge­gen In­ter­net­kri­mi­na­li­tät und ei­ne bes­se­re Aus­stat­tung der Po­li­zei. Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.