Kreu­zer klopft bei Schus­ter an

Auf der KSC-Trai­ner­lis­te lan­det über­ra­schend ein Mann mit Nest­ge­ruch

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. Ob er bei Dirk Schus­ter schon durch­ge­klin­gelt ha­be? Oliver Kreu­zer lässt ei­ner kur­zen Pau­se ein La­chen fol­gen. „Der hat heu­te si­cher kei­ne be­son­de­re Lust dar­auf, vom Kreu­zer zu hö­ren“, ent­geg­net der Sport­di­rek­tor des Karls­ru­her SC und lässt doch kei­ne Zwei­fel dar­an, dass die Scham­frist bis zu ei­ner Kon­takt­auf­nah­me mit ei­nem sei­ner ge­le­gent­li­chen Mit­spie­ler im KSC-Tra­di­ti­ons­team kei­ne dau­er­haf­te blei­ben wird. Kreu­zer sucht schließ­lich ei­nen neu­en, er­klär­ter­ma­ßen ei­nen be­reits ein­schlä­gig pro­fi­lier­ten Trai­ner für den KSC. Und Schus­ter, ein Mann mit blau-wei­ßer Ver­gan­gen­heit, Wohn­sitz in Dur­lach und un­ver­än­dert ho­hen Sym­pa­thie­wer­ten im Um­feld des Fuß­bal­lZweit­li­gis­ten, ist seit ges­tern oh­ne Ar­beit. Der FC Augs­burg stell­te den 48 Jah­re al­ten Chem­nit­zer über­ra­schend frei (sie­he „FCA geht in Of­fen­si­ve“).

Die Nach­richt vom Ta­bel­len-13. aus der Bun­des­li­ga er­reich­te so­wohl Kreu­zer als auch den KSC-Prä­si­den­ten In­go Wel­len­reu­ther un­ver­hofft. „Ich bin mir si­cher, dass un­ser Sport­di­rek­tor bei Dirk Schus­ter dem­nächst an­ru­fen und die Mög­lich­kei­ten un­ver­bind­lich ab­klop­fen wird“, sagt Wel­len­reu­ther ges­tern auf Nach­fra­ge die­ser Zei­tung. Und Kreu­zer gibt zu: „Das ist na­tür­lich ei­ne in­ter­es­san­te Trai­ner-Per­so­na­lie.“Die Kan­di­da­ten-Kür beim KSC scheint al­so auch in­tern noch un­fer­tig, die Noch-Nich­tBe­kannt­ga­be so­mit kei­ne Rück­sicht­nah­me auf die un­ge­stör­te Ar­beit des In­te­rims­trai­ners Lu­kas Kwas­ni­ok zu sein.

Schus­ter war ei­ner der Vä­ter des Hö­hen­flugs des SV Darm­stadt 98, der im Schluss­spurt der Sai­son 2014/15 auch dank ei­nes Sie­ges im Wild­park das Ober­haus di­rekt er­reich­te, wäh­rend der KSC da­nach in der Re­le­ga­ti­on an der fie­sen Dra­ma­tur­gie des Rück­spiels ge­gen den HSV hän­gen ge­blie­ben war. Ob Schus­ter nun der­je­ni­ge wä­re, des­sen de­fen­si­ve Spiel­struk­tur den Karls­ru­hern für den Ab­stiegs­kampf Rü­cken­wind ver­lie­he, ist da­bei ei­ne für den Mo­ment noch mü­ßi­ge, weil noch nach­ran­gi­ge Fra­ge. Zu­nächst wird sich der KSC bei Schus­ter über des­sen Hin­ter­grund in­for­mie­ren. So, ob er ge­denkt, zeit­nah wie­der zu ar­bei­ten, wie die Mo­da­li­tä­ten dann über­haupt aus­sä­hen nach der Frei­stel­lung in Augs­burg und ob er die Auf­ga­be beim KSC – wie vor Jah­ren be­teu­ert – für at­trak­tiv er­ach­tet. De­fen­si­ve Sta­bi­li­tät, für die Schus­ter steht, wä­re si­cher ei­ne Grund­be­din­gung für ei­ne Be­frei­ung aus dem Ta­bel­len­kel­ler – nicht un­wich­ti­ger wird es wer­den, ei­ne of­fen­si­ve Stoß­rich­tung zu ent­wi­ckeln, die auch mehr Tor­er­fol­ge ab­wirft.

Kwas­ni­ok lässt mor­gen nicht­öf­fent­lich trai­nie­ren

Ein­ge­schos­sen hat­te sich die Ge­rüch­te­kü­che auf Fran­co Fo­da, Joe Zinn­bau­er und Mir­ko Slom­ka. Durch­weg gu­te Be­kann­te Kreu­zers, der den KSC als Spie­ler im Som­mer 1991 Rich­tung FC Bay­ern ver­las­sen und den da­mals frisch von Ein­tracht Braun­schweig beim KSC ein­ge­trof­fe­nen Schus­ter so­mit um we­ni­ge Wo­chen ver­passt hat­te. Fo­da steht ak­tu­ell bei Sturm Graz un­ter Ver­trag, der nächs­ten Som­mer aus­läuft. Zinn­bau­er ist beim FC St. Gal­len ge­bun­den, wo er al­ler­dings kei­nen gu­ten Stand mehr zu ha­ben scheint. Slom­ka ist dem­ge­gen­über zwar ei­ner­seits frei, an­de­rer­seits aber trotz nun­mehr zwei­jäh­ri­ger Job-Ab­sti­nenz nicht zwin­gend auf Exis­tenz­kampf in Li­ga zwei aus. So muss man des­sen jüngs­te Äu­ße­run­gen ver­ste­hen, als er sich „als Nie­der­sach­se“beim VfL Wolfs­burg ins Ge­spräch brach­te. Im Lau­fe der kom­men­den Wo­che hofft Kreu­zer, kla­rer zu se­hen.

Mor­gen ist so et­was wie To­mas-OralGe­dächt­nis­tag beim KSC. Die Mög­lich­keit zu nicht­öf­fent­li­chen Übungs­ein­hei­ten hat­te sich der be­ur­laub­te KSC-Trai­ner ja stets ge­wünscht, wes­halb er noch kurz vor sei­ner De­mis­si­on ei­nen Sicht­schutz­zaun er­rich­ten ließ. Der ist nun­mehr weg, da­für wird die Ein­heit von Kwas­ni­ok am mor­gi­gen Frei­tag nicht öf­fent­lich sein, wie der KSC mit­teil­te. Spä­hern mit Braun­schwei­ger In­ter­es­sen soll ver­bor­gen blei­ben, was Kwas­ni­ok für das Heim­spiel am Sams­tag (13 Uhr) ge­gen den Ta­bel­len­füh­rer vor­hat. Ganz oh­ne Aus­bli­cke auf den Übungs­platz dürf­te sich zur Ein­tracht her­um­ge­spro­chen ha­ben, dass Yl­li Sal­lahi aus­fal­len wird. Der KSC-Ver­tei­di­ger, der seit län­ge­rer Zeit über Pro­ble­me mit den Na­sen­ne­ben­höh­len klagt, wird sich ei­ner OP un­ter­zie­hen.

Für Kwas­ni­ok ist der Aus­stand als No­t­hel­fer beim Ta­bel­len-16. gleich­zei­tig ei­ne Pre­mie­re, die er ge­nie­ßen will. „Das ist das High­light schlecht­hin. Dass ich das auf mei­ne al­ten Ta­ge noch er­le­ben darf, als Trai­ner die Jungs – nicht aufs Feld zu füh­ren –, aber an der Sei­te zu un­ter­stüt­zen hier in mei­nem Sta­di­on, ist schon toll“, sagt er.

BEIM FC AUGS­BURG über­ra­schend ent­las­sen: Dirk Schus­ter ist sei­nen Job beim Bun­des­li­gis­ten los und da­mit auch denk­ba­rer­wei­se ein Kan­di­dat für den KSC. Fo­to: dpa

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