FCA geht in Of­fen­si­ve

Ge­nug von Schus­ter-Li­nie

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ma­ik Ros­ner

Augs­burg. Ei­ne grund­sätz­li­che Un­ter­re­dung zwi­schen Trai­ner Dirk Schus­ter und Ge­schäfts­füh­rer Stefan Reu­ter war für die­se Wo­che an­ge­kün­digt wor­den. Es soll­te um die Fra­ge ge­hen, ob der FC Augs­burg sei­nen Ka­der trotz vie­ler ver­letz­ter Stamm­kräf­te für gut ge­nug be­fin­det, um das Sai­son­ziel Klas­sen­ver­bleib er­rei­chen zu kön­nen. Her­aus kam als Er­geb­nis die­ser Be­stands­auf­nah­me, dass sich der FCA ab so­fort nach min­des­tens ei­ner Ver­stär­kung um­se­hen muss. Al­ler­dings, und das war die sehr über­ra­schen­de Po­in­te, nicht in ers­ter Li­nie auf dem Win­ter­ba­sar fürs ki­cken­de Per­so­nal, son­dern auf je­nem für Übungs­lei­ter.

„FCA stellt Trai­ner­team frei“, stand als Be­treff in der ge­gen 14 Uhr ver­sen­de­ten Mit­tei­lung des Ta­bel­len-13., ge­folgt von ei­ner Be­grün­dung für die Tren­nung von Schus­ter, 48, die Reu­ter spä­ter prä­zi­sier­te. „Wir sind zu dem Ent­schluss ge­kom­men, dass die Art und Wei­se, wie wir spie­len, nichts mehr mit dem FC Augs­burg zu tun hat, wie wir ihn se­hen wol­len“, sag­te Reu­ter. Über die zu­künf­ti­ge Aus­rich­tung ha­be „kein Kon­sens“be­stan­den, es sei des­halb nicht sinn­voll, „es un­nö­tig in die Län­ge zu zie­hen“.

Ne­ben Schus­ter, nach dem Klas­sen­ver­bleib in der Vor­sai­son mit Darm­stadt 98 zum Trai­ner des Jah­res ge­kürt und vom FCA nach ei­ner Ab­lö­se­zah­lung von 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro mit ei­nem Ver­trag bis 2019 aus­ge­stat­tet, wur­den sei­ne As­sis­ten­ten Sa­scha Franz und Frank St­ein­metz be­ur­laubt. „Bis auf Wei­te­res“wird der Chef­trai­ner des Nach­wuch­ses Ma­nu­el Baum, 37, das Amt über­neh­men, as­sis­tiert von Alex­an­der Fran­ken­ber­ger, 29, der mit der U 19 in der Bun­des­li­ga als Ta­bel­len­ers­ter be­reits in die Win­ter­pau­se ge­gan­gen ist. Der Zu­satz in der Mit­tei­lung, Baum sei für „die en­ge Ver­zah­nung zwi­schen Li­zenz- und Nach­wuchs­ab­tei­lung so­wie für die Um­set­zung der Spiel­phi­lo­so­phie des FCA im Nach­wuchs­be­reich ver­ant­wort­lich“, ge­riet da­bei zu ei­nem wei­te­ren Hin­weis, wel­cher Stil den Augs­bur­gern auch für die Pro­fis vor­schwebt: Weg von der sehr de­fen­si­ven Her­an­ge­hens­wei­se, die Schus­ter seit Som­mer ge­lehrt hat­te, hin zu ei­ner mehr ge­stal­ten­den Spiel­wei­se. Al­ler­dings lei­det das Pro­fi­team an der an­hal­ten­den Ver­let­zungs­mi­se­re, durch die das kom­plet­te Stamm­per­so­nal in der Of­fen­si­ve aus­fällt.

Auch we­gen die­ser Per­so­nal­sor­gen darf die Zwi­schen­bi­lanz der Augs­bur­ger mit 14 Punk­ten aus 14 Spie­len als or­dent­lich be­trach­tet wer­den. Zwar ver­lor der FCA zu­letzt beim HSV ziem­lich un­nö­tig 0:1. Schus­ter war da­nach erst­mals auf Dis­tanz zur Mann­schaft ge­gan­gen, als er be­klag­te, es feh­le „der letz­te Wil­le und der Kil­ler­instinkt“. Doch bei vier Punk­ten Vor­sprung auf den Re­le­ga­ti­ons­platz 16 war vor den ab­schlie­ßen­den bei­den Spie­len des Jah­res ge­gen Glad­bach und in Dort­mund kein zwin­gen­der Hand­lungs­be­darf er­kenn­bar.

Sta­bil und kom­pakt war Augs­burg un­ter Schus­ter stets auf­ge­tre­ten. Of­fen­siv agier­te Augs­burg al­ler­dings meist eher harm­los: Elf To­re. Viel­leicht ein Grund, war­um in der Ver­eins­füh­rung Zwei­fel an Schus­ters Spiel­idee be­stan­den. Den­noch über­rasch­te die Tren­nung mit Knall­ef­fekt sehr.

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